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  • Mo., 23. November 2020, 17:07 Uhr
    KITA REGENBOGEN EICH: Orts- und Verbandsgemeindeverwaltung schalten sich ein / Licht am Ende des Tunnels

    Welle der Empörung ebbt nicht ab

    VON VERA BEIERSDÖRFER | Große Aufregung herrscht derzeit bei der Elternschaft der Hortkinder in der evangelischen Kindertagesstätte „Regenbogen“ in Eich (der NK berichtete bereits in seinen Ausgaben vom 11. und 14. November). Wie der Träger den Familien mitgeteilt hatte, war aufgrund fehlender Brandschutzmaßnahmen die zeitnahe Schließung zweier Hort- sowie einer Kita-Gruppe notwendig geworden. Auch jetzt noch ist die Empörung über den dadurch bedingten Betreuungsnotstand nicht abgeflacht. „Bis heute haben wir keine Neuigkeiten von der Kirchengemeinde erhalten, ob und wie es mit den Hortgruppen weitergeht“, ist Maike D. im Gespräch mit dem NK enttäuscht. Auch Familie B. bemängelt keinen Ansprechpartner zu haben.

    "Wer zahlt uns den Ausfall bei Arbeitsreduzierung, die erforderlich ist, um die Betreuung der Kinder zu gewährleisten?“, möchte Janine M. wissen. „Eine Fremdbetreuung in Coronazeiten zu finden ist kaum möglich, daher haben einige bereits Probleme mit ihren Arbeitgebern“.

    Auffassung nicht bestätigt
    Die evangelische Kirchengemeinde sieht sich aktuell nicht in der Lage, für eine Übergangszeit bis zur Installierung der Maßnahmen geeignete Ausweichräume zur Verfügung zu stellen. Die Kirchengemeinde lehnt eine Nutzung des evangelischen Gemeindehauses als Betreuungsunterkunft kategorisch ab und nennt als Begründung fehlende Brandschutzeinrichtungen und Rettungswege. Bei einem Vor-Ort-Termin konnte der Brandschutzbeauftragte der Kreisverwaltung diese Auffassung nicht bestätigen. Nach seiner Ansicht ist es ohne Weiteres möglich, das Haus mit geringem Aufwand für die Unterbringung einer Hortgruppe zu nutzen. „Es ist schon seltsam, wenn die Brandschutzbehörde und das Landesjugendamt einer Übergangslösung im Gemeindehaus zustimmen, der Pfarrer dies aber dennoch verhindern möchte“, wundern sich die betroffenen Eltern.

    Auch Bernd Hermann, Erster Beigeordneter und SPD-Ortsbürgermeisterkandidat, hat hierzu eine klare Meinung und weiß dabei auch die örtliche SPD hinter sich: „Ich sehe es als unsere soziale und moralische Verantwortung an, hier im Sinne der Eltern und der Kinder zu handeln. Gerade in dieser schwierigen Zeit ist es notwendig, den Betroffenen zur Seite zu stehen und eine kurzfristige Lösung zu finden.“

    Entgegenkommen seitens katholischer Kirchengemeinde
    Daher haben sich VG-Verwaltung und die Verwaltung der Ortsgemeinde Eich eingeschaltet, um eventuelle Lösungen anzubieten. Erste Gespräche, unter anderem mit der katholischen Kirchengemeinde und der Grundschule Eich haben bereits stattgefunden. So ist die Unterbringung einer Hortgruppe  in einem Raum der Eicher Schule möglich, erklärt Verbandsbürgermeister Maximilian Abstein gegenüber dem NK am Montagnachmittag. „Hierfür müssen noch kleine brandschutztechnische Umbaumaßnahmen erfolgen, das kann jedoch bis Mitte Januar erledigt werden“.

    Zudem berichtet Abstein, dass er und Bernd Hermann bereits am vergangenen Freitag beim katholischen Pfarrer Viktor Solomon angefragt hatten, ob die Unterbringung einer Hortgruppe in den leer stehenden Räumlichkeiten des Pfarrhauses möglich sei. „Der Pfarrer hat sehr schnell Rücksprache mit dem katholischen Kirchenvorstand gehalten und uns bereits am Samstag ein positives Feedback gegeben“, freut sich der VG-Chef über dieses schnelle Entgegenkommen. Nun müssen jedoch erneut der Brandschutzbeauftragte der Kreisverwaltung und Vertreter des Jugendamtes die Räumlichkeiten in Augenschein nehmen und ihr Okay geben. „Wir hoffen, diesen Ortstermin noch in dieser Woche auf die Beine zu stellen“, so Abstein

    Fluchtrutsche bevorzugt
    Der Fraktionsvorsitzende der FWG, Gustav Pichl, hat ebenfalls Verständnis für den Unmut der betroffenen Eltern. „Viele müssen zum Jahresende ihren Urlaub für 2021 einreichen, können dies aber nicht, da sie keinerlei Planungssicherheit haben“, so Pichl. Dass etwas beim Träger der Einrichtung „total aus den Fugen“ geraten sei, ist für ihn nicht wegzureden. Weiterhin erläutert er in einem Telefonat mit der NK-Redaktion, dass er in der für Dienstagabend geplanten Videokonferenz der Ortsgemeinde eine Fluchtrutsche als Alternativlösung zu einer Treppe am evangelischen Kita-Gebäude vorschlagen wolle. „Im Brandfall muss es schnell gehen. Wenn Kinder auf den Stufen in Panik geraten und eines stürzt, ist die Katastrophe perfekt“.
    Priorität müsse laut Pichl aber darauf liegen, den betroffenen Familien schnellstmöglich Lösungen zu präsentieren. Das wünschen sich auch Janine M. und Maike D.: Eigentlich hatten wir uns auf die vertraglich vereinbarte Betreuung unserer Kinder verlassen“.
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