
Auch in diesem Jahr fand die traditionelle Wochenend-Wanderfahrt des Wormser RC Blau-Weiß von 1883 im Juli statt. Ziel waren diesmal Donau und Naab in der Umgebung von Regensburg. Wahrscheinlich lag es am attraktiven und bei Wormser Ruderern noch wenig bekannten Ruderrevier, dass bei dieser Wanderfahrt über 20 Personen gemeldet hatten und vier Boote mitgenommen werden mussten.
Der Rudersamstag begann in Stausacker an der Donau. Von dort war es nur eine kurze Strecke bis zum UNESCO-Welterbe „Kloster Weltenburg“. Natürlich besichtigten die Ruderer und das Begleitkommando die berühmte Asamkirche im Kloster und löschten dann bei einem zweiten Frühstück mit den ortsüblichen Weißwürsten ihren Durst mit den Produkten der Weltenburger Klosterbrauerei.
Danach kam eine landschaftlich atemberaubende Strecke, der Donaudurchbruch zwischen Weltenburg und Kehlheim, in dem der Fluss sich seinen Weg zwischen hohen weißen Kalkfelsen geschaffen hat. Zum Glück für die Wormser konnten wegen des niedrigen Wasserstandes nur wenige Ausflugsschiffe auf dieser Strecke fahren und es blieb für die Ruderboote Zeit und Muße die Natur und die Aussicht auf die Kehlheimer Siegeshalle zu bewundern. Hinter Kehlheim fließt die Donau ruhiger und bei heißem schwülen Wetter musste kräftig gerudert werden. Ein Gewitter erzwang eine vorzeitige Mittagspause, die länger dauerte als den Sportlern lieb war. Danach war es etwas kühler, die Bootsgasse von Bad Abbach musste durchfahren werden und es blieben noch 17 Kilometer bis zum Ziel in Maria Ort, das erschöpft und später als geplant erreicht wurde. Vor dem Abendessen besichtigten die meisten Rudrerinnen und Ruderer noch die Wallfahrtskirche von Maria Ort, die an der Mündung der Naab in die Donau liegt.
Nur 14 Kilometer hatte der Fahrtenleiter für den Sonntag vorgesehen. Doch Hitze und eine leichte Gegenströmung führten zu mehreren Pausen auf dem Wasser und so waren zum Schluss alle froh, als Pielenhofen erreicht war. Die Naab, ohne Berufsschifffahrt und ohne Motorboote, dafür mit blühenden Wasserpflanzenteppichen war für die Wormser Ruderer ebenfalls ein Erlebnis. Kurz nach dem Ausheben der Boote verhinderte ein wolkenbruchartiges Gewitter das unmittelbare Aufladen der Boote und die Rudermannschaft brachte sich in der nahegelegenen Klosterwirtschaft, die uns Wormser Ruderern schon lange bekannt ist, in Sicherheit. Dort richtete Fahrtenleiter Werner Steiner einen besonderen Dank an die PKW-Fahrer und an Bootswagenfahrer Stefan Künstler, ohne die diese Fahrt nicht möglich gewesen wäre.