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  • Mi., 08. April 2020, 16:36 Uhr
    Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Landesregierung arbeitet intensiv an Fahrplan für die nächsten Wochen

    Wendepunkt im Infektionsgeschehen noch nicht erreicht



    „Wir arbeiten trotzdem intensiv an Szenarien, wie eine Lockerung durchgeführt werden kann, sobald die Infektionsrate dauerhaft sinkt, ohne dadurch einen erneuten sprunghaften Anstieg zu riskieren“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Wir können heute aber schon davon ausgehen, dass es nur partielle Lockerungen geben kann und wir noch lange mit grundsätzlichen Einschränkungen leben müssen. Wir haben mit drastischen Mitteln das Ruder rumgerissen, wenn wir jetzt zu früh lockern, dann werden wir einen exponentiellen Anstieg der Fälle riskieren“, sagte Prof. Dr. Christian Werner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, und plädierte für eine Hygieneoffensive: „Der beste Schutz ist Abstand zueinander und das Tragen von Mundschutz.“

    Auch PD Dr. Philipp Zanger vom Institut für Hygiene und Infektionsschutz im Landesuntersuchungsamt Landau, plädierte dafür, dass die Bevölkerung auf lange Zeit verinnerlichen müsse: „Wenn wir die Kontaktbeschränkungen lockern, muss weiterhin gelten: Abstand halten und hohe Hygienestandards einhalten, dazu könnten Gesichtsmasken beitragen. Notwendig ist immer ein Maßnahmenmix. Wir müssen außerdem die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen in den Fokus nehmen“, so PD Dr. Zanger. Nur so könne erreicht werden, dass nicht mehr Menschen neuinfiziert werden als andere wieder gesunden. Dieses Verhältnis sei von großer Bedeutung, um genügend Intensiv- und Beatmungsbetten für die schwer Erkrankten breitstellen zu können, erklärte Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft. „Durch die Verschiebung von Operationen, die nicht lebensnotwendig oder zur Linderung von schweren Schmerzen notwendig sind, halten wir 880 Intensivbetten bereit. 500 weitere Beatmungsgeräte können schnell aktiviert werden. Dennoch dürfen wir durch schnelle Lockerungen nicht riskieren, dass die Fallzahlen wieder exponentiell ansteigen. Wir müssen dabei auch an die denken, deren OPs jetzt verschoben wurden“, so Dr. Gerald Gaß. Auch diese Patienten müssten in den kommenden Wochen behandelt werden. In der kommenden Woche wollen sich die Regierungschefs und Regierungschefinnen der Länder mit der Bundeskanzlerin abstimmen.

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