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  • Do., 31. August 2023, 10:09 Uhr
    WORMS: Arbeitsmarktbericht zeigt großen Abgang an Stellen

    Weniger Arbeitsplätze auf mehr Arbeitssuchende

    Im August ist die Arbeitslosigkeit in Worms gegenüber dem Vormonat sichtlich stärker gestiegen als im Durchschnitt der letzten Jahre. Über zwei Drittel des Anstiegs entfiel dabei auf die vom Jobcenter Worms betreuten Arbeitslosen. Knapp die Hälfte der Menschen, die sich neu arbeitslos melden mussten, hatte einen ausländischen Pass, über ein Drittel war jünger als 25 Jahre.

    Vorübergehende Arbeitslosigkeit nach Ausbildung

    „Es sind verschiedene Faktoren, die den Arbeitsmarkt im August negativ beeinflusst haben“, erklärt Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Zum einen melden sich in den Sommermonaten immer zahlreiche junge Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung vorübergehend arbeitslos. Als ausgebildete Fachkräfte finden diese in der Regel aber schnell wieder in Beschäftigung. Zum anderen meldeten sich Geflüchtete aus der Ukraine nach dem Ende ihres Sprachkurses beim Jobcenter wieder arbeitslos und weitere aus Kriegsgebieten und Asylherkunftsländern geflohene Menschen kamen hinzu.“ Schließlich habe auch die schwache Konjunktur zum Anstieg der Arbeitslosenzahlen beigetragen. „Wir beobachten, dass sich vor allem Menschen, die zuvor in Helferjobs beschäftigt waren, arbeitslos melden mussten. In konjunkturellen Schwächephasen sind diese üblicherweise unter den ersten, die ihre Jobs verlieren.“

    Dass der Arbeitsmarkt erheblich an Aufnahmefähigkeit eingebüßt habe, zeige ein Blick auf die gemeldeten Stellen. Deren Zahl lag um knapp 45 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Vor allem aus der Zeitarbeit, aus dem Handel und dem verarbeitenden Gewerbe wurde weniger Stellen gemeldet. „Aber auch wenn wir bei den Betrieben aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in vielen Branchen eine gewisse Zurückhaltung bei Neueinstellungen registrieren, suchen auf der anderen Seite nach wie vor zahlreiche Unternehmen händeringend nach Fachkräften“, so Decker. „Entscheidend ist dabei die Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber, weshalb für uns die Aus- und Weiterbildung der Menschen, die sich bei uns melden, höchste Priorität hat.“ In diesem Zusammenhang werde man auch alles daransetzen, möglichst viele der derzeit noch offenen Ausbildungsstellen zu besetzen.

    Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

    Im August waren in Worms insgesamt 4.671 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 70 mehr als im Juli und 142 oder 3,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. 3.772 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 189 mehr als im Vormonat und 43 oder 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,6 auf 8,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie ebenfalls 8,0 Prozent betragen.

    Die Nachfrage nach Arbeitskräften lag deutlich unter den Werten des Vorjahres. Neu gemeldet wurden 162 Stellen, 147 oder 44,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenbestand belief sich im August auf 1.046 Stellen, 24,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Von den 3.772 Arbeitslosen im August wurden 1.161 von der Arbeitsagentur und 2.611 vom Jobcenter Worms betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf zu gut zwei Dritteln die vom Jobcenter betreuten Arbeitslosen.

    Auch auf allen anderen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur kam es im August zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. In Worms stieg die Arbeitslosenquote von 7,6 auf 8,0 Prozent.

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