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Mi., 02. Juli 2014, 14:12 Uhr
Unfallstatistik in Worms: Polizei legt Zahlen für 2013 vor / Mehr Unfälle mit Beteiligung von Senioren
Weniger Tote, aber mehr Schwerverletzte und mehr Fahrerfluchten
Insbesondere Schäden, die auf Parkplätzen entstehen verführen dazu den Unfallort ohne Rücksicht auf den Schaden zu verlassen. Ärgerlich für die Betroffenen, die mit ihrem Schaden alleingelassen werden. Dabei sind die Vorgaben klar, der Schädiger muss auf den Geschädigten warten um den Schaden anzuzeigen, ist dies trotz zumutbaren Wartens nicht möglich, ist es sinnvoll über den Notruf 110 die Polizei über den Vorgang zu informieren. Foto: Karolina Krüger
VON KAROLINA KRÜGER Erstmals stellten Ulrich Koch, Leiter der Polizeiinspektion Worms und Detlef Linken, zuständig für den Sachbereich Verkehr, die Unfallstatistik gemeinsam mit den zuständigen Kollegen des Ordnungsamtes der Stadt Worms vor.
So nahmen an der Pressekonferenz am Montag auch Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek und Dieter Hermann, Abteilungsleiter für Straßenverkehrsangelegenheiten teil und konnten die Zahlen aus Sicht der Stadt lebendig machen.
Bei einem minimalen Anstieg der absoluten Unfallzahlen (+2,29 Prozent), war im Jahr 2013 ein historischer Tiefstand für die im Straßenverkehr getöteten Menschen (2), bei gleichzeitiger Zunahme der Schwerverletzten (+19,78 Prozent) zu verzeichnen. Leider zeigen die bereits vorliegenden Zahlen, dass auch im Jahr 2014 wieder deutlich mehr Todesfälle zu bedauern sein werden.
Prävention im Drogenbereich offensichtlich erfolgreich Bei den Unfallzahlen unter Alkoholeinfluss ergab sich keine Veränderung und die unter Drogeneinfluss gingen sogar zurück. Grund dafür ist in der Prävention durch verstärkte Kontrollen zu sehen, die auch weiter geführt wird, aber aus personellen Gegebenheiten leider nicht in dem Maß durchgeführt werden können, wie es wünschenswert wäre.
Da die Statistik mehr Unfälle mit Kinderbeteiligung ausweist, wurden hier die Zahlen dezidiert untersucht und es konnten drei fast gleichrangige Schwerpunkte herausgearbeitet werden. Besonders gefährdet sind gerade bei den Fahrradfahrern diejenigen in einem Alter zwischen 10 und 14 Jahren, so dass in dieser Altersgruppe besondere Nachschulungen angedacht werden.
Eltern tragen zur Gefährdung der Kinder bei Unverständlicherweise sind es meist die eigenen Eltern, die ihre Kinder im Straßenverkehr besonders gefährden – sei es durch mangelnde oder falsche Sicherung der Kinder im Auto, oder durch das Verursachen unübersichtlicher und chaotischer Zustände an Schulen und Kindertagesstätten beim Bringen und Abholen der Kinder.
Weniger wäre auch hier mehr, so sollten besser ein paar Schritte mehr gelaufen werden, um den Tumult vor den Schulen verhindern, anstatt die Kinder bis an die Tür zu fahren und die Gefährdung anderer und damit auch der eigenen Kinder in Kauf zu nehmen, so der Tenor der Polizei.
Erfreulich auch der Rückgang (-3,46 Prozent) der Unfälle mit jungen Fahrern aus der Altersgruppe 18 bis 24. Hier zeigen sich deutliche Auswirkungen des begleitenden Fahrens ab 17, bei dem Übung und Erfahrung bei gleichzeitiger Risikoreduzierung erworben werden kann.
Demographische Entwicklung mitverantwortlich Im Gegenzug dazu sind die Unfallzahlen unter Beteiligung von Senioren (ab 65 Jahren) um 5,19 Prozent angestiegen, da diese Personengruppe aufgrund der demographischen Entwicklung ständig größer wird und in dieser Gruppe auch mehr Personen, insbesondere mehr Frauen, eine Fahrerlaubnis besitzen und nutzen als das früher der Fall war.
Einen deutlichen Anstieg der Verkehrsunfälle mit Flucht im Direktionsbereich Worms (beinhaltet auch Kirchheimbolanden, Alzey und die Polizeiwache Wörrstadt) von 1.400 um 128 auf 1.528 waren 2013 zu verzeichnen. Direktionsweit liegt die Aufklärungsquote bei 48,56 Prozent, aber auch im Stadtgebiet ist diese Quote durch Aus- und Weiterbildung dreier Kollegen gestiegen.
Unrechtsbewusstsein gesunken
Große Probleme bereitet aus städtischer Sicht das gesunkene Unrechtsbewusstsein und die Bereitschaft Vorschriften und Verbote einzuhalten. So werden Ein- und Durchfahrtsverbote, Halte- und Parkverbote ebenso missachtet, wie das Freihalten von Rettungswegen oder die Respektierung von Einbahnstraßen.
Auch aus diesem Grund wird die Verkehrsüberwachung, als Instrument der Unfallvermeidung, unter anderem mit Hilfe der, in Rheinland-Pfalz einmaligen, zwei Fahrradpolizisten, ein weiterer Schwerpunkt sein.