
Kälte und Frost lassen in den Wintermonaten an vielen Stellen im Land Weiher und Seen, zum Teil sogar aber auch Bäche und Flüsse zufrieren. Oftmals werden die Eisflächen von Spaziergängern, Kindern zum Spielen oder zum Schlittschuhlaufen genutzt. Doch Eisflächen im Freien bergen erhebliche Gefahren. Die Dicke und Tragfähigkeit der Eisdecke ist nur schwer einzuschätzen und immer wieder kommt es zu teils tragischen Unfällen. Am Donnerstag letzter Woche trainierte die Wormser Feuerwehr eine Eisrettung am und im Weiher des Tiergartens, der noch stellenweise zugefroren war und somit eine ideale Voraussetzung für die Übung bot. „Für die Rettung von Personen aus Eis und Gewässern verfügen wir über eine spezielle Ausrüstung“, erklärt Brandoberinspektor Oliver Kehr, der bei der Feuerwehr für den Bereich Ausbildung und Einsatzvorbereitung zuständig ist und die Übung leitete. Zur Ausrüstung gehören u.a. ein sogenannter „Kombiretter“ zur Personenrettung, diverse Leinen und Wurfleinen, Eis- und Wasserrettungsanzüge für die Einsatzkräfte, Neoprenanzüge für Wasserrettungseinsätze im Sommer sowie ein selbstaufblasendes Paddelboot.
Das Wichtigste jedoch ist bei einem Ernstfall das perfekte Zusammenspiel der Feuerwehrleute im Team. Jeder Handgriff muss sitzen, denn wie bei jedem anderen Einsatz auch, zählt hier besonders eines: die Zeit. Geübt wurde an diesem Tag das Anlegen der Wasserrettungskleidung unter Alarmierungsbedingungen in der Hauptfeuerwache und danach die Rettung einer Person auf dem Eis. „Dafür haben wir dann allerdings unseren speziellen Wasserrettungs-Dummy genommen. Aufgrund der verschiedenen, zum Einsatz gelangten Rettungsmittel, der längeren Übungsdauer und der eisigen Wassertemperaturen wäre das einem echten Kollegen nicht zuzumuten gewesen“, lächelt Oliver Kehr. Sein Dank gilt der Tiergartenleitung, die sofort bereit gewesen sei, den Tiergartenweiher für die Übung zur Verfügung zu stellen. Und was die Rettungsübung anbelangt, zieht Kehr ein überaus positives Fazit: „Das hat alles wie am Schnürchen geklappt. Wir sind für solche Eisunfälle bestens trainiert und gut ausgestattet.“
Bei einem Eisunfall können oftmals auch in der Nähe befindliche Personen erste Hilfe leisten. Doch kommt es dabei auf das richtige Verhalten an. Zu allererst gilt: Die Notrufnummer 112 alarmieren - das ist das Erste, was man tun sollte, wenn jemand ins Eis eingebrochen ist. Ist der Verunglückte nah am Ufer, kann man ihm Stock oder Leine zum Festhalten reichen. Nach der Rettung sollte man den Verunglückten schnell warm einpacken. Wenn er nicht mehr atmet, ihn mit Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage reanimieren, bis der Arzt kommt. "Generell gilt jedoch, niemand sollte sich in Lebensgefahr bringen", betont Stadtfeuerwehrinspekteur Klaus Feuerbach.
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