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  • Do., 28. Juni 2018, 15:01 Uhr
    Nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft in der Vorrunde: Eine Momentaufnahme von Klaus Diehl

    „Wenn Du Dir wieder Deinen Traum erfüllen willst, dann beschäftige Dich mit dem Weg dorthin”

    Jeder echte deutsche Fußballfan war am Mittwoch nach dem Abpfiff des Spiels der Löw-Truppe gegen Südkorea baff und deprimiert. Sicherlich kann man auch gegen Südkorea verlieren, doch auf das WIE kommt es an. Da blieben viele Fragen offen und es wurde sofort in den Medien diskutiert und polarisiert. Vor allen Dingen, die Frage: „Was war mit der deutschen Nationalelf los?“. Ehrlich gesagt, es war gar nichts! Selten hat eine deutsche Mannschaft so uninspiriert, ängstlich und ohne Tempo und Leidenschaft gespielt. Davon waren nahezu alle deutschen Spieler betroffen. Wo war das versprochene Aufbäumen und „Jetzt-erst-recht“ nach dem 2:1-Sieg gegen Schweden?

    Da war wohl das ganze Glück nach dem Last-Minute-Sieg gegen die Skandinavier aufgebraucht. Eine Fußball-Weisheit sagt, dass man Glück erkämpfen und erzwingen kann, wovon an diesem Tag auf deutscher Seite nichts zu sehen gab. Da hätten die deutschen Spieler in ihrer Einfallslosigkeit wohl noch zwei Stunden und länger spielen können, ohne einen Treffer zu erzielen. Aber warum?

    Waren sie nicht in der Lage oder haben die Profis alles vergessen, was man einbringen muss, um gegen eine einsatzfreudige und auch taktisch gut eingestellte Mannschaft wie Südkorea zu Toren zu kommen. Das war ein bisschen wie beim Zahnarzt, vor dem man gar zu gerne kneift wenn es auch weh tut und zum Schluss den Zahn gezogen bekommt. Wo es in diesem Spiel weh tat, da gingen die Löw-Kicker nichtmal hin. Besonders die zweiten 45 Minuten waren Alibi-Fußball mit ständigen Ball Hin- und Hergeschiebe, ja geradezu AH-Tempospiel. Wobei man die Alt-Herren-Teams in Deutschland mit dem Vergleich fast beleidigen würde.

    Erschreckend, wie man 90 Minuten fast wie Angsthasen versuchte, das Spiel für sich zu entscheiden. Herbei jeweils die Verantwortung an den Nächsten weiter gespielt. Keine Ideen und am Ende verdienter Maßen viel Spott und Hohn, für die sonst so vor Herrlichkeit und wohl auch Überschätzung strotzenden DFB-Kicker.

    Nicht zu begreifen war bereits gegen Mexiko schon die fehlende mentale Einstellung. Da hat der DFB in seinem großen Begleit-Tross auch Psychologen und viele weitere Helfer dabei, die den Spielern nahezu ein unbeschwertes Dasein bereiten. Trainer Löw, wohl auch mit seinem Latein am Ende, hatte kein schlüssiges Konzept parat. Bereits in den letzten fünf Vorbereitungsspielen war zu erkennen, dass die Mannschaft nicht funktionierte. Die Hoffnung, darauf zu setzen, als Turniermannschaft wie gewohnt zu alter Stärke zu finden, muss man nach Russland begraben.

    Bei der WM fehlte es an Typen wie Sebastian Schweinsteiger, Miroslav Klose, Philipp Lahm und „Poldi“. Sicherlich waren in Moskau neben neun Weltmeistern als Führungsspieler auch jüngere Spieler dabei. Leider waren gerade diese Führungsspieler die großen Versager und konnten in den Spiel nur ungenügend ihren Stempel aufdrücken.

    Vieler unserer Weltmeister waren mit temporeichen Fußball überfordert. Die Verantwortung für das WM-Desaster trägt auch das Trainer-Team. Ein Neuaufbau ist unausweichlich, ob Löw der geeignet Mann auf dem Posten des Bundestrainers dafür ist, scheint fraglich.
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