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  • So., 02. Februar 2014, 21:44 Uhr
    Und wenn er kommt ? Gehen wir seit Freitag wieder zur Wolfsnacht im Wormser Tiergarten.

    Wer hat Angst vorm lieben Wolf ? Keiner !

    Von Karolina Krüger Sie haben begonnen, die Wolfsnächte im Tiergarten. Seit Freitag schlendern jeweils drei überschaubare Gruppen pro Abend durch den nächtlichen Park, wenige Stellen sind erleuchtet und damit sich alle zurechtfinden sind die Wege romantisch mit brennenden Fackeln gesäumt. Gleich zu Beginn erklärte unser Führer Kilian Braun die Regeln, keiner außer ihm benutzt eine Taschenlampe und Blitzen ist zum Schutz der Tiere auch nicht erlaubt. Geht es in den Wolfsnächten hauptsächlich um die nachtaktiven Tiere müssen die Tagaktiven vor allzu großer Störung bewahrt werden. 

    Auf dem Weg durch den Park, vorbei am Denkmal für die früher gehaltenen Bären, besuchten wir Tiere, die neben dem Wolf aktiv sind, wie der Uhu, die Schneeeule, Wildkatze und Fuchs. Beim Abstecher ins Exotenhaus, besonders zum Aufwärmen willkommen, fand man eher Tiere, die so nichts mit dem Wolf verbindet Reptilien, Schlangen oder Fische. Der Tierpfleger erzählte viel zu den Arten, beantwortete Fragen und sagte warum welche Tiere keine wirklichen Beutetiere für den Wolf sind. Als Raubtier muss der Wolf besonders darauf achten sich nicht zu verletzten, denn sonst kann er nicht jagen, verhungert oder wird von Feinden angegriffen, deshalb wird er immer darauf achten sich nicht mit wehrhaften Beuten einzulassen. 

    Wolf als Gesundheitspolizei
    Ein Esel- oder Ponytritt, kann wegen der Hufe schon zu Brüchen oder anderen Blessuren führen, auch die Hörner der Schafe sind nicht ungefährlich. Der Besucher gewann den Eindruck, dass es ja kaum Futter für den Wolf gibt und war irritiert. Tatsächlich ist die Aufgabe der Raubtiere, wie Bär oder Wolf als Gesundheitspolizei solche Tiere, die ihm im gesunden Zustand gefährlich werden könnten, zu schlagen wenn sie alt, krank oder verletzt sind und dabei auch die Bestände in einem ökologischen Gleichgewicht zu halten. Seit der Ausrottung des Wolfes in Deutschland im Jahr 1904 ist es ausschließlich Aufgabe der Jäger die Balance herzustellen. Große Schäden werden durch Verbiss des Dammwildes oder Suhlen der Wildschweine angerichtet und auch die Gefährdung im Straßenverkehr durch Wild ist nicht unerheblich. 


    Deshalb freuen sich die Artenschützer sehr, dass der Wolf langsam, nach Öffnung des eisernen Vorhanges und Abbau der auch für Tiere unüberwindlichen Grenzanlagen, wieder aus dem Osten Europas nach Deutschland einwandert und heimisch wird. Der Mythos vom „bösen Wolf“ hält sich noch heute und schon werden wieder Stimmen laut, die den Wolf aus Angst und Leib und Leben und um die Herden lieber tot sähen. Dabei ist es aus schon genannten Gründen recht einfach Herden zu schützen, Hütehunde oder Elektrozäune lassen aus der vermeintlich leichten Beute ein Risiko werden, das der Wolf nicht eingehen kann. Menschen wird das scheue Wildtier schon gar nicht gefährlich, ist es eher als Glücksfall zu bezeichnen wenn man in der Natur jemals einen Wolf zu Gesicht bekäme, weil es sich zurückzieht und Begegnungen meidet.

    Fütterung als Höhepunkt
    Höhepunkt nach all der Information rund um Wolf und Co war die Fütterung des Wormser Rudels, das zur Zeit aus 5 männlichen kastrierten Wölfen besteht. Gleich neben der Wolfsanlage wurde zum Abschluss des Rundgangs auf Strohballen in der Erdhöhle unter dem Wurzelwerk für die kleinen Besucher die Geschichte von dem kleinen einsamen Wolf auf der Suche nach einer neuen Familie vorgelesen, bevor der Abend bei Stockbrot, Würstchen und Getränken am Lagerfeuer ausklang.[nggallery id=383]


     

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