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  • Mi., 06. März 2019, 10:55 Uhr
    Deutsch Türkische Community Worms mit neuem Vorstand / Vereinsmitglieder über niedrige Wahlbeteiligung besorgt

    „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf"

    Der neugewählte Vorstand von links: Ali Kesler, Norbert Haas, Hamiyet Uzatmaz, Serdar Uzatmaz, Sinem Engel, Nurlan Mammadov, Baris Fellahoglu, Muhammed Avci.

    Serdar Uzatmaz, der ehemalige und wiedergewählte Vorsitzende der Deutsch Türkischen Community Worms (DTCW) stellte den Mitgliedern zur Generalversammlung die Vereinsaktivitäten der beiden vergangenen Jahre vor. Insbesondere die positive Resonanz zum Verein bei den Wormserinnen und Wormsern mit und ohne Migrationshintergrund bewegte ihn.


    In den kommenden zwei Jahren möchte sich der Verein sowohl auf seine Hauptfunktion als Brücke für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Worms als auch für eine stärkere Teilhabe am sozialen Leben konzentrieren. Die fünfte Jahreszeit, Ostern oder Ramadan beziehungsweise auch Sommerfeste sowie wichtige Gedenktage bieten laut Serdar Uzatmaz die Möglichkeit, zueinander zu finden. „Wir sind in den vergangenen zwei Jahren bereits viele Schritte in die richtige Richtung gegangen und haben sehr viel Zuspruch bekommen“, verweist er auf zahlreiche Aktionen.


    Dialog und Kooperation

    Die Kooperation und Begleitung der AWO Nachbarschaftsfest, Besuch der Altersheime bzw. Kindergärten als Nikolaus, der Dialog mit der Polizeiinspektion Worms und der Technischen Hilfswerke Worms (THW), die Teilnahme am traditionellen Backfischfestumzug unter dem Motto „Ayran und Wein, vereint am Rhein“, die Vernetzung mit Glaubensgemeinschaften (IGMG, DITIB, der Alevitischen Gemeinde und Ehlibeyt Gemeinde), die Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten der Stadt Worms, die Unterstützung der Lebenshilfe und die Wormser Tafel e.V. sind nur einige Beispiele, wie sich der Verein für ein Miteinander in Worms einsetzt, erklärte der Vorsitzender Serdar Uzatmaz, welcher seit 2014 im Wormser Stadtrat ist.


    „Eines unserer größten Ziele ist es, Wormser Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund dazu zu bewegen, mehr sozial aktiv zu sein und am öffentlichen Leben teilzunehmen“, erläutert Uzatmaz. Nicht abzuwarten bis etwas passiere, sondern aktiv mitzuwirken. Dies könne man am besten umsetzen, wenn man in Vereine gehe und dort mitmache. Auch habe man die Möglichkeit, politisch aktiv zu sein, in dem man einer Partei Mitglied werde und seine Meinung äußere. „Hierbei ist es nicht wichtig, wie der Name der Partei ist, sondern der Wille etwas in Worms bewegen zu wollen“,  ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Norbert Haas.


    Sprache und kulturelle Kompetenz entscheidend

    Erfreuliches zur Frauenquote trug Hamiyet Uzatmaz bei. Sie wurde ebenfalls zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Auf die Frage, wie sie Alles unter einem Hut bekomme - schließlich hat die Mutter von drei Töchtern einen Vollzeit-Job bei ihrem Mann - erklärte sie: „wir arbeiten nun seit 16 Jahren Hand in Hand und haben es weit gebracht“. Dennoch wolle sie gemeinsam mit ihrem Mann auf keinen Fall vergessen, von wo sie gekommen seien. Interessanterweise funktioniere das Zusammenleben da am besten, wo die deutsche Sprache akzeptiert und auch angewandt werde. „Wenn Menschen miteinander sprechen und sich gegenseitig akzeptieren können, weil sie die Landessprache lernen und die Kultur akzeptieren, lösen sich viele Probleme in Luft auf und Integrationsprogramme verlieren automatisch an Bedeutung“, glaubt Hamiyet Uzatmaz und ist überzeugt: „Wir haben der Gesellschaft viel zu verdanken. Mit unserem Verein möchten wir eine Anlaufstelle für Wormser Bürger sein, welche mehr aus ihrem Leben machen möchten“.


    Aktuell bereitet sich die DTCW auf das Osterfest vor. „Wir möchten gerne Menschen, welche eine andere Konfession haben, erklären und aufzeigen, welche Bedeutung das Osterfest für das Christentum hat. Wir möchten Menschen motivieren, den christlichen Nachbarn zu verstehen“, sagt Serdar Uzatmaz. Zu Ramadan möchte der Verein dann christliche Mitbürger in die Moscheen zum Fastenbrechen einladen, damit auch sie nachvollziehen können, wieso viele Moslems an diesem Monat fasten.


    Niedrige Wahlbeteiligung in der Kritik

    Der überparteiliche Verein setzt sich ebenfalls dafür ein, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen und wählen zu gehen. Die Wahlbeteiligung der Wormser Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Vergangenheit sei besorgniserregend. „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf", laute ein politischer Aphorismus - doch soweit dürfe es erst gar nicht kommen. Daher wird der Verein aktiv dafür werben, wählen zu gehen. Dabei spielt es keine Rolle, wohin die Wählerinnen und Wähler ihre Kreuze setzen, solange die gewählte Partei das deutsche Grundgesetz als ihr Basis hat, so Serdar Uzatmaz.

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