
Von Marcus Diehl › Nach dem ersten Deutschen Meistertitel im letzten Jahr konnte Anne Corell zusammen mit ihrer 16 Jahre alten Quarter Horse Stute „Shes A Killer Queen“ ihren Titel verteidigen und sich erneut Gold in der Disziplin „Showmanship at Halter“ sichern.
„Der erste Deutsche Meistertitel wird immer etwas Besonderes bleiben. Dieser Moment war für mich sehr emotional, gerade weil es in den Jahren davor nicht immer nur bergauf ging“, erinnert sich Anne. Umso größer war die Freude über den erneuten Erfolg. „Wer rechnet schon damit, im darauffolgenden Jahr direkt wieder Deutscher Meister zu werden? Einen Titel zu gewinnen, ist etwas Besonderes. Ihn direkt zu verteidigen, macht mich unglaublich stolz.“
Ein bisschen Nervosität gehört für die Reiterin nach wie vor dazu. Gleichzeitig profitiert sie von der langjährigen Zusammenarbeit mit „Püppie“, wie ihr Pferd auch liebevoll genannt wird. „Wir kennen uns inzwischen so gut, dass ich mich zu hundert Prozent auf sie verlassen kann. Ich glaube, sie weiß mittlerweile auch ganz genau, wann es darauf ankommt.“ Dass die beiden weiterhin auf höchstem Niveau mithalten können, zeigte sich auch am Ergebnis: Der Vorsprung zu Platz zwei fiel in diesem Jahr noch deutlicher aus.
Dabei gestaltet Anne das Training inzwischen wesentlich entspannter als früher. „Püppie ist mittlerweile ein alter Showhase. Sie kennt ihren Job und muss nicht mehr täglich bestimmte Manöver trainieren.“ Statt intensiver Turniervorbereitung stehen heute vor allem gesundheitserhaltende Arbeit, lange Ausritte und Spaziergänge auf dem Programm. Entscheidend ist für sie, dass ihre Stute körperlich und mental fit bleibt und weiterhin Freude an der gemeinsamen Arbeit hat.
Rein sportlich betrachtet haben die beiden bereits eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen: über 20 Landes- und Vizelandesmeistertitel, eine Bronze- und zwei Silbermedaillen bei den Deutschen Meisterschaften sowie mittlerweile zweimal Gold. Hinzu kommen drei EWU-Pferdemedaillen in Gold, die Püppie für ihre konstanten Leistungen in drei unterschiedlichen Disziplinen erhalten hat.
Am Westernreiten schätzt Anne besonders die Vielseitigkeit und die enge Zusammenarbeit zwischen Pferd und Reiter. „Für mich geht es vor allem darum, mit möglichst feinen Hilfen zu kommunizieren und als Team zu funktionieren.“ Püppie ist ein echter Allrounder und hat über viele Jahre in unterschiedlichsten Disziplinen konstant ihre Leistung gezeigt.
Trotz aller Erfolge steht die Jagd nach weiteren Titeln nicht im Vordergrund. „Natürlich freue ich mich riesig über solche Erfolge. Aber Püppies Gesundheit und ihre Freude an der Arbeit standen für mich schon immer an erster Stelle.“ Solange ihre Stute weiterhin Spaß am Training und an Turnieren zeigt, möchten die beiden gemeinsam an den Start gehen. Wie lange das sein wird, lässt Anne bewusst offen.
Ein besonderer Dank gilt ihrem Lebenspartner, der sie seit vielen Jahren unterstützt. „Pferdesport ist ein zeitintensives Hobby. Es ist nicht selbstverständlich, jemanden an seiner Seite zu haben, der das alles mitträgt und einem den Rücken freihält.“
Rückblickend ist Anne besonders stolz darauf, trotz einiger Rückschläge nie aufgegeben zu haben. „Püppie ist für mich kein Sportgerät, das funktionieren muss, sondern mein Partner, für dessen Gesundheit und Wohlbefinden ich die Verantwortung trage.“ Über die Jahre ist daraus ein besonderes Vertrauensverhältnis entstanden. „Wir sind gemeinsam gewachsen und können uns zu hundert Prozent aufeinander verlassen. Heute ist sie genau das Pferd, von dem ich als Kind immer geträumt habe.“