LEIHGABENPRÄSENTATION: Urkunden und Judaica Ende Juli im Raschi-Haus zu sehen
Wertvolle Unikate
Herrschersiegel König Heinrichs IV. (1056-1106) an der Urkunde für die Wormser vom 18. Januar 1074. Foto: Stefan Blume
Das Stadtarchiv und das Jüdische Museum im Raschi-Haus sind als Leihgeber der im September im Landesmuseum in Mainz zu eröffnenden großen Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht" mit insgesamt acht wertvollen Unikaten vertreten. Archivleiter Dr. Bönnen, der als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats und Verfasser eines Essays über die Anfänge bürgerlicher Stadtgemeinden im Reich des hohen Mittelalters eng in die Vorbereitungen zur Ausstellung einbezogen ist, wird die Leihgaben (Urkunden und Judaica) Ende Juli der Wormser Öffentlichkeit präsentieren. Da die wertvollen Stücke sonst überwiegend nicht zu sehen sind, soll der Bürgerschaft die Gelegenheit gegeben werden, vor allem die so überaus wichtigen hochmittelalterlichen Urkunden einmal gründlich im Original in Augenschein nehmen zu können.
Erteilung von Zollfreiheitsrechten
Ende Juli werden die fünf Pergamente an zwei Freitagen, dem 24. und 31. Juli, tagsüber im Raschi-Haus bei freiem Eintritt zu sehen sein. Geplant wird dazu jeweils um 18 Uhr eine Präsentation mit Hintergrundinformationen zur Bedeutung der Stücke durch Dr. Gerold Bönnen unter Verwendung jüngst erstellter, qualitativ besonders hochwertiger Fotografien des Wormser Fotografen Stefan Blume. Im Mittelpunkt steht dabei die Urkunde vom Januar 1074 mit der Erteilung von Zollfreiheitsrechten an die Wormser (darunter auch die Juden) als Dank für deren effektive Unterstützung des Königs in einer politischen Notlage – immerhin war dies die erste Urkunde, die ein mittelalterlicher König für eine Bürgergemeinschaft bzw. Stadt nördlich der Alpen überhaupt ausgestellt hat. Die einzigartigen Dokumente belegen die herausragende, vorbildgebende Stellung der Stadt Worms im Zuge der Etablierung des Städtewesens und kommunaler Rechts- und Verfassungsverhältnisse im deutschen Reich zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. Zur Landesausstellung gibt es mehr Infos im Internet unter http://www.kaiser2020.de/