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Mo., 16. September 2013, 21:48 Uhr
Wattenscheider Sebastian Kneifel gewinnt mit glatten zwei Metern in der „Luther-Arena“
Wetter, Stimmung, hohe Sprünge – alles passte beim Hochsprungmeeting
Sebastian Zezyk ist ein hoffnungsvolles Zehnkämpfer-Talent bei der TG 1846 Worms. Dies bewies er auch beim 3. Hochsprung-Meeting in der Luther-Arena, wo es nicht nur ihm einen Riesenspaß machte, vor einem solch großen und begeisterungsfähigen Publikum zu springen. Foto: Klaus Diehl
Nicht nur der Herrgott, auch Petrus muss ein Wormser sein. Das steht spätestens nach dem letzten Samstagabend fest, wo in der „Luther-Arena“ die mittlerweile dritte Flugschau der Hochspringer über die Bühne ging, zu der die Leichtathletikabteilung der TG Worms eingeladen hatte. Und Veranstalter, Akteure sowie das zahlreich erschienene Publikum wurden belohnt, es blieb sowohl während des Nachwuchs-Springens am Nachmittag als auch während des Hauptspringens unter Flutlicht am Abend komplett trocken. Allerdings hatte der Himmel am Mittag erst nochmal kurz die Schleusen geöffnet und allen Beteiligten einen gehörigen Schrecken eingejagt, denn die Kunststoff-Ablaufplanen wurden klitschnass. „Wir sagen das erste Springen ab“, war die erste Reaktion der Verantwortlichen um Hauptinitiator Felix Gerbig, denn natürlich stand die Sicherheit der Athleten an erster Stelle. Dass dann doch noch was ging, war der improvisierten, aber effektiven gemeinschaftlichen Trocknungsaktion der Wormser Leichtathleten zu verdanken, die mit kurzfristig organisierten Duschkabinen-Abziehern und Tüchern der Nässe zuleibe rückten. Schöne Geste hierbei: Eine Anwohnerin beobachtete die Aktion und stellte spontan einen großen Stapel Handtücher zur Verfügung.
Youngsters beeindrucken
Beim Nachwuchs-Springen ließen sich die jungen Springerinnen und Springer dann von den Witterungsbedingungen überhaupt nicht irritieren und sprangen beherzt auf der immer noch nassen Anlage zu tollen Leistungen. Gewinner des Gesamtfeldes war hierbei der TGW-ler Oskar Huber. Angefeuert von Teamkollegen und Zuschauern zeigte er tolle Sprünge und erzielte mit 1,60 m sogar eine neue persönliche Bestleistung. Die 1,64 m waren danach eigentlich auch noch drin, jedoch ging dem 16-jährigen Jugendlichen nach vielen Versuchen wohl etwas die Sprungkraft verloren und so riss er – wenn auch knapp – die Latte leider auch im dritten Durchgang. In der absoluten Wertung auf den Plätzen zwei und drei landeten seine beiden Trainingskameradinnen Fabienne Lindinger und Lena Lander, die beide für die Verhältnisse gute 1,52 m übersprangen. Da sie zwei Fehlversuche weniger aufwies, hatte Fabienne hierbei die Nase ein Stückchen vorne.
Kneifel wird Favoritenrolle gerecht
Beim Hauptspringen waren dann neun Flugartisten am Start, von denen keiner eine Bestleistung unter 1,95 m aufzuweisen hatte. Mit Sebastian Zezyk war auch ein Wormser Athlet mit von der Partie, der genau diese Höhe in der aktuellen Saison schon erzielt hatte. Leider kam der Lokalmatador an diesem Abend nicht so gut klar und musste sich mit 1,82 m zufrieden geben. Seiner Favoritenrolle gerecht wurde der Wattenscheider Sebastian Kneifel. Der Zehnte der diesjährigen Deutschen Meisterschaften war mit einer Saisonbestleistung von 2,21 m angereist und hoffte in Worms ebenfalls auf einen hohen Sprung. Allerdings wählte er aufgrund des noch immer nassen und damit etwas rutschigen Untergrundes einen kürzeren Anlauf. „Bei trockenem Boden wäre ich sicher mit längerem Anlauf gesprungen“, so Kneifel später, „aber ich war lieber etwas vorsichtig. Ich hätte eine höhere Geschwindigkeit nicht umsetzen können.“ Bei zwei Metern war er dann schließlich der einzig noch verbliebene Springer im Wettbewerb, nachdem Sebastian Schulz (TV Rheinzabern) bei 1,97 m die Segel streichen musste und der Drittplatzierte Konstantin Fliegel auf übersprungene 1,91 m kam. Im zweiten Versuch sprang Kneifel sauber drüber, die nächste Höhe von 2,03 m riss er danach allerdings dreimal knapp, sodass es bei 2,00 m blieb.
Neuauflage 2014 steht schon fest
Langsam wächst das Meeting aus den Kinderschuhen heraus. Dank der großartigen Unterstützung des THW war der Platz für die Springer optimal ausgeleuchtet, die Volksbank Alzey-Worms sowie die Steuerberatungsgesellschaft Metzen & Metzen ermöglichten die Werbung im Vorfeld, Preisgelder und Pokale. Das begeisterte Publikum – darunter auch eine Gruppe Leichtathleten des mit den TGW-Leichtathleten befreundeten Club Stade Auxerrois Section Athletisme aus der französischen Partnerstadt Auxerre – bescherte den Athleten (und sich selbst) eine tolle Wettkampf-Atmosphäre – und der Platz ist längst Kult. „Wir wissen zwar, dass der Boden des Lutherplatzes nicht unbeding für’s Hochspringen gemacht ist“, so Felix Gerbig, „aber wir werden die Location auf keinen Fall verändern. Eine solche Stimmung gibt’s nirgendwo anders.“ Das bestätigte auch Sieger Sebastian Kneifel: „Das Meeting hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr wiederkommen kann, denn ich möchte dem Wormser Publikum gerne noch mehr bieten als die diesjährigen zwei Meter.“ Als versierter Moderator fungierte Florian Pfeffer. Sportler und Zuschauer begrüßt hatten die TGW-Sportwartin Ursula Karlin und der Noch-Sportdezernent Hans-Joachim Kosubek.
Die Ergebnisse:
1. Sebastian Kneifel (TV Wattenscheid, 2 m), 2. Sebastian Schulz (TV Rheinzabern, 1,94 m), 3. Konstantin Fliegel (MTG Mannheim, 1,91 m), 4. Raphael Tremmel (LC Haßloch, 1,91 m), 5. Christoph Hanschke (TuS Saulheim, 1,85 m), 6. Hennig Freudenberger (MTG Mannheim, 1,85 m), 6. Pascal Zimmer (TuS Bornheim, 1,85 m), 8. Manuel Marko (LAZ Kreis Würzburg, 1,82 m), 9. Sebastian Zezyk (TG Worms, 1,82 m).