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  • Mi., 03. März 2021, 18:08 Uhr
    HAUPT- UND FINANZAUSSCHUSS: Einführung der „Worms Card“ als Sozialpass kommt / Weitere Vergünstigungen für Berechtigte / Erweiterung geplant / Stigmatisierung abbauen

    „Wichtiger Baustein in der Kette“

    VON STEFFEN HEUMANN | Nach den Vorberatungen im Sozialausschuss und der Zustimmung im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch, steht der Einführung der „Worms Card“ als Sozialpass nur noch das Okay des Stadtrates im April im Wege. Neben den bisherigen Sozialausweisregelungen kommen dann die erweiternden Empfehlungen für zunächst vierundzwanzig Monate zum Tragen. Zu den Berechtigten zählen etwa Sozialempfänger, die dann von zusätzlichen Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr oder einem reduzierten Eintrittspreis für Veranstaltungen im kulturellen Bereich oder beim Besuch von Freizeiteinrichtungen profitieren.

    Der bisherige Sozialausweis, der Arbeitslosen sowie Sozialhilfeempfängern die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft erleichtern soll, hat sich seit seiner Einführung 1985 bewährt und erfährt einen regen Zuspruch. Durchschnittlich 1620 Personen pro Jahr nahmen laut Auskunft der Verwaltung den Ausweis in Anspruch. Ausnahme war das Jahr 2020 bedingt durch die Corona-Pandemie mit lediglich 960 Personen. Der Ausweis in personalisiert Form soll auf einen Gültigkeitsdauer von 6 Monaten begrenz sein und kann beliebig verlängert werden, solange eine Berechtigung besteht. Weiterhin geplant: Durch eine Erweiterung der „Worms Card“ auf den Bereich für Familien und Ehrenamt würde einer Stigmatisierung für sozial Benachteiligte entgegengewirkt.

    Halbierung von Entgelten in weiteren Bereichen

    Die durch die Vergünstigungen – u.a. die Halbierung der Entgelte für VRN-Mehrfahrkarten oder für Theater- und Konzertveranstaltungen, bei denen das Theater selbst Veranstalter ist – eintretenden Einnahmeverluste werden von den Partnern, in der Regel städtischen Einrichtungen, selbst getragen. Für die mit dem Sozialausweis beziehbaren Mehrfahrkarten der Preisstufen 1 und 2 des VRN müssen allerdings die durch die Verbilligung entstehenden Einnahmeverluste durch die Zahlung der Differenz zum vollen Fahrpreis aus dem Sozialetat ausgeglichen werden. Hierfür fielen in den Jahren 2018 und 2019 durchschnittlich 43.000 Euro pro Jahr an Ausgaben an. Hierbei handelt es sich um freiwillige Leistungen.

    Nächster Schritt auf der Agenda der Verwaltung: Eine Prüfung, ob allen Bürgern ein Jahresticket zum Preis von einem Euro am Tag ermöglicht werden kann, das sogenannte 365-Euro-Ticket und die Option der Familienkarte Rheinland-Pfalz mit weiteren Vergünstigungen für Familien, die aktuell noch als Modellprojekt in Ludwigshafen und Kaiserslautern läuft und ab 2022 auf Landesebene eingeführt werden soll.

    In der Armuts- und Bildungsprävention sei das ein wichtiger Baustein, begrüßte Sozialdezernent Waldemar Herder die „Worms Card“ auch im Sinne ihrer Begrifflichkeit. Und bereits 2019 sei ein entsprechender Antrag an die Verwaltung ergangen. Dr. Jörg Koch, CDU, hatte zuvor Bedenken geäußert, dass eine „Worms Card“ eher dazu geeignet sei, für touristische Zwecke genutzt zu werden. Beigeordnete Petra Grean ergänzte, dass im Tourismus-Konzept der Stadt Worms diesbezüglich keine Planungen vorgesehen seien. Timo Horst, SPD, zeigte sich abschließend erleichtert, dass man mit Bezug auf die Namensgebung keine Rolle rückwarts vollziehen müsse und mit der „Worms Card“ nicht zuletzt eine Stigmatisierung der Inhaber abgebaut werde.

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