Mo., 11. Dezember 2017, 17:44 Uhr
Millionenschwere Investitionen: Wohnungsbau GmbH stellt Projekte und Planungen von 2018 bis 2022 vor / „Masterplan Wohnen” im Fokus / Steuerprozesse optimiert
„Wichtiger Partner an der Seite der Stadt”
VON STEFFEN HEUMANN | Als städtisches Tochterunternehmen zählt die Wohnungsbau GmbH zu den maßgeblichen Partnern, um die Ziele des „Masterplans Wohnen” erfolgreich umzusetzen. Bereits im vergangenen Jahr wurde eine strategische Neujustierung des Unternehmens eingeläutet. Die wichtigsten Projekte und Planungen im Rahmen des Investitionsprogramms 2018 bis 2022 wurden am Montag von Oberbürgermeister Michael Kissel als Aufsichtsratsvorsitzendem sowie Stefan Hoffmann, seit Oktober 2017 Geschäftsführer der Wohnungsbau GmbH, vorgestellt.
Noch keine 100 Tage im Amt, ist die Handschrift des neuen Geschäftsführers bereits deutlich zu erkennen. „Wir haben Missstände wahrgenommen und reagieren darauf”, so Hoffmann. Im Ergebnis setzt der Geschäftsführer auf die Optimierung von Steuerungsprozessen sowie mehr Transparenz und Teamarbeit, etwa bei der Vergabe von Mietwohnungen. 4.000 Wohneinheiten verwaltet die Wohnungsbau GmbH, etwa 1.000 Interessenten befinden sich auf einer Warteliste. „Da gibt es immer und überall etwas zu tun”, erklärt Hoffmann. Die Verbesserung der Organisations- und Personalstruktur sei die Grundlage für eine qualitativ gute Ausführung der Arbeit, wobei rund 4 Millionen Euro jährlich in den Immobilienbestand investiert werden.
Sanierung, Modernisierung, Neubau
„Für das Investitionsprogramm im Jahr 2018 sind weitere 25 Millionen Euro veranschlagt. Bis 2022 werden sogar 86 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden sowie in Neubaumaßnahmen fließen”, verweist Michael Kissel auf die geschätzten Kosten. Im Bereich der Grünen Schiene und der Sozialen Stadt sei die Wohnungsbau GmbH der Hauptakteur. Die Umsetzung einiger Vorhaben berge durchaus Konfliktpotenzial. Das erfordere ein hohes Maß an Sensibilität, betonte Kissel, der den „Masterplan Wohnen” Schritt für Schritt und im engen Dialog mit den Bürgern und beteiligten Akteuren angeht.
Auf der Agenda stehen die bereits begonnenen Neubauprojekte in der Würdtweinstraße mit 54 Wohneinheiten, der Neubau Bebelstraße mit 35 Wohneinheiten und die Carl-Violinger-Straße mit 20 Reihenhäusern (die Fertigstellung ist jeweils bis Ende Sommer 2018 geplant). Ende Februar 2018 soll die Modernisierung der Bebauung am Konrad-Meit-Platz abgeschlossen sein. Die Erneuerung der dortigen Außenanlagen und die Schaffung von Stellplätzen dauert bis Ende Sommer 2018 an.
Quartierübergreifende Wirkung
Auf eine quartierübergreifende Wirkung setzen Hoffmann und Kissel bei der Realisierung der Wohnbebauung am Fischmarkt mit 30 Wohneinheiten und einer zweistöckigen Kita. Statt einer europaweiten Ausschreibung kommt nun mit der Wohnungsbau eine Inhouse-Lösung zum Tragen. „Das spart auch viel Zeit”, fügte Michael Kissel an. Die Beschlussfassung über das Projekt erfolge am 20. Dezember im Stadtrat. Der Baubeginn sei, vorbehaltlich der Auswertung von Luftbildaufnahme, für 2019 projektiert, ergänzte Stefan Hoffmann. Ebenfalls 2019 ist der Startschuss für ein Wohn- und Ärztehaus am Klinikum mit etwa 30 Wohneinheiten sowie Räumen für Praxen vorgesehen.
Soziale Qualität im Norden stärken
Erklärtes Ziel der Stadt ist es, den Wormser Norden in seiner sozialen Qualität zu stärken. Daher soll im Bereich Nordend und Kleine Weide neben der Neubebauung von zwei Mehrfamilienhäusern mit jeweils 30 Wohneinheiten und Räumen für die Stadtteilarbeit im Erdgeschoss auch die Kernsanierung im Bereich vom Birkenweg, Erlenstraße, Mainzer Straße, Große Weide und Radgrubenweg 2019 beginnen. Die Wohnungen werden mit neuer Elektrik und Zentralheizung ausgestattet. Ein komplexes Unterfangen, das Stadt und Wohnungsbau für die Betroffenen erträglich gestalten möchten. Entsprechend früh wolle man daher die Mieter informieren. Eine Modernisierung werde sich zwangsläufig auf die Miete auswirken, andererseits sei das Schaffen von menschenwürdigem Wohnraum erforderlich. „Das funktioniert nur im Miteinander”, werben Hoffmann und Kissel um das Vertrauen der Mieter. Ob die Mieter später in ihre sanierten Wohnungen zurückkehren oder in den neuen Wohneinheiten bleiben möchten, sei offen.
Weitere Maßnahmen sind eine Wohnbebauung mit 5 Wohneinheiten in der Dr. Illert-Straße in Leiselheim, die Sanierung im Rahmen von Brandschutzbegehungen in Horchheim im Bereich Benzstraße, Zollhausstraße, Staudinger- sowie Gernotstraße. Da aber keine gravierenden Mängel vorhanden seien, würde das nach Dringlichkeit erledigt. Nach der Mieterinformation im ersten Halbjahr 2018 würde Ende kommenden Jahres auch die Kernsanierung der Gebäude in der Alzeyer Straße 249 bis 263 erfolgen. Der Ersatz alter Aufzuganlagen sei ebenso begleitend im Tagesgeschäft wie diverse Wohnungseinzelmodernisierungen, führten Hoffmann und Kissel weiter aus. Durch die Personalaufstockung seien für den Bereich Instandhaltung jetzt zwei Ansprechpartner in Vollzeit und mehrere Halbtagskräfte zuständig.
Weitere Vorhaben im Blick
Nicht im Investitionsprogramm, aber im „Masterplan Wohnen”-Fokus, stehen weitere Vorhaben. Darunter das Baugebiet In den Lüssen, wobei dort noch Fachgutachten für den Lärmschutz und Artenschutz ausstehen, ehe der städtebauliche Rahmenplan im Konsens mit dem Ortsbeirat und den Bürgern geschaffen werden kann. Die Strategie, weiteren Wohnraum unterschiedlicher Preisqualitäten zu schaffen, schließt auch die Standorte Nievergoltstraße, Horchheim, Gebergasse (ehemals Nibelungen-Center) sowie das Rheinmövegelände ein. Thema sei nach wie vor der alte Schlachthof. Für eine private Erschließung gelten dort allerdings aufgrund denkmalschutzrechtlicher Bestimmungen andere Zeitfenster bis zur Realisierung.