
Sie haben selbst ausländische Wurzeln und sind inzwischen ein Aushängeschild der städtischen Lucie-Kölsch-Jugendmusikschule: Xixi und Kai Gabel sorgten für den musikalischen Rahmen der jüngsten Einbürgerungsfeier im Rathaus – ein besonderes Ereignis für die Betroffenen, aber auch für die Stadt und die Verwaltung, wie Oberbürgermeister Michael Kissel in seiner Ansprache betonte. 29 Menschen aus elf verschiedenen Nationen, darunter dem Jemen, Nigeria und Kuba, erhielten vom Stadtchef ihre Einbürgerungsurkunde sowie das Grundgesetz.
„Deutschland lebt von Weltoffenheit, von Toleranz und von der Bereitschaft, sich anderen Kulturen gegenüber zu öffnen“, unterstrich der OB und wies auf den Druck des globalen wirtschaftlichen Wettbewerbs hin.
„Eine funktionierende Wirtschaft braucht kluge Köpfe“, konstatierte der OB. Und auch hier wiederum stehe das Land in einem globalen Wettbewerb. „Deshalb sind wir auf Zuwanderung angewiesen“, machte er deutlich.
Dass Worms eine kulturell vielfältige Stadt ist, belegte der Oberbürgermeister anhand von Zahlen: „Menschen mit mehr als 140 unterschiedlichen Nationalitäten leben bei uns und bereichern unsere Gesellschaft.“ Trotz aller positiven Aspekte gelingt ein gutes Miteiandern so vieler kultureller Gruppen nur durch Integration. „Dazu gehört, Verständnis füreinander zu entwickeln, auf den anderen zuzugehen und auch, die deutsche Verfassung zu achten“, erläuterte der Stadtchef den neuen deutschen Staatsbürgern. Ein wesentliches Element für die Integration sei das Erlernen der Sprache. „Integration entsteht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein langer Prozess. Wir sind allerdings entschlossen und setzen uns aktiv für ihr Gelingen ein“, so OB Kissel. Die Einbürgerung sei ein wichtiger Schritt hin zur Integration. „Deutscher kann man unabhängig von Äußerlichkeiten und Religionszugehörigkeiten werden. Wichtig ist das Bekenntnis zum Rechtsstaat und zur Demokratie.“
Im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingssituation lud der Stadtchef auch die neu Eingebürgerten ein, sich aktiv für Flüchtlinge zu engagieren. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfsbereitschaft seitens der Bevölkerung“, betonte der OB.
Wer eingebürgert werden möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die das Stadtoberhaupt ebenfalls erläuterte: eine ununterbrochene Aufenthaltsdauer in Deutschland von mindestens acht Jahren, keine Vorstrafen, ein eigenes Einkommen sowie das Bekenntnis zur deutschen Rechtsordnung und zur Demokratie. Am Ende der Feier hörten die Eingebürgerten die deutsche Nationalhymne erstmals als deutsche Staatsbürger.
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