GERECHTIGKEITSBRUNNEN: Restaurierungsprojekt abgeschlossen / Rotary-Club Worms spendete 10.000 Euro
„Wichtiger Zeitzeuge für Wormser Geschichte“
Der älteste erhaltene Brunnen in Worms, der barocke Gerechtigkeitsbrunnen, wurde nach einer aufwändigen Restauration und Konservation nun wieder freigegeben. Foto: Jasmin Brodda
VON JASMIN BRODDA | Am vergangenen Mittwoch fand die offizielle Freigabe des Gerechtigkeitsbrunnens auf dem Wormser Marktplatz statt. Der im Spätbarock errichtete Brunnen wurde damals gebaut, um die Marktgerechtigkeit und den Marktfrieden zu gewährleisten. In den darauffolgenden Jahrhunderten hat dieses Bauwerk aufgrund von Bränden, Umbauten und Verlegungen viel durchgemacht. Deshalb kann man den Brunnen als „wichtigen Zeitzeugen für die Wormser Geschichte“ betrachten, wie Jochen Schwarten, Präsident des Rotary-Club Worms, andeutete.
Notwendigkeit einer Sanierung
Anfang 2017 wurde auf die Notwendigkeit einer Sanierung des Brunnens aufmerksam gemacht. Nach der Stellung eines Förderantrages an das Land, welches der Stadt Worms 30 Prozent der nötigen Gelder zukommen ließ, wurde mit dem Restaurierungsprojekt begonnen. Uwe Franz, Baudezernent der Stadt Worms, erläuterte, was alles an dem historischen Brunnen verändert werden musste: Die Krusten wurden entfernt, die Oberfläche wurde gereinigt und eine Neufassung der Farbgestaltung musste vorgenommen werden. Das Thema der Farbgebung führte zu einer großen Diskussion, da die Steine des Brunnens aus verschiedenen Zeiten sind und die Sensibilität gewährleistet werden müsse. „Teilweise mussten auch Steine ausgetauscht werden, was zu erhöhten Kosten führte“, berichtete Johannes Kühn, Abteilungsleiter der Abteilung Hochbau. Die Steine sind auch der Grund, weshalb das Projekt erst Ende April beendet wurde. „Wir mussten eine Winterpause einlegen, weil Steine warme Temperaturen brauchen und eine Beheizung der Baustelle nicht möglich war“, so Kühn. Außerdem wurde die Schrift nicht restauriert. Mit den Worten „Wir müssen eine Konservierung des Brunnens gewährleisten können“ erklärte Uwe Franz, wie wichtig es sei, dass die Denkmalschutzbehörde an der Denkmalpflege beteiligt ist.
„Absolut gelungen“
Letztendlich betrugen die Gesamtkosten der Maßnahme 47.000 Euro. Der Rotary-Club Worms, welcher im Jahre 1977 schon einmal eine Restaurierung und eine Verlegung des Brunnens vor das Rathaus anregte und unterstützte, war der Stadt Worms auch dieses Mal mit einer großzügigen Spende behilflich. Zum Anlass des 60-jährigen Jubiläumsjahres übergab der Rotary-Club Worms eine Spende im Wert von 10.000 Euro. Jochen Schwartner äußerte schlussfolgernd, das Projekt sei „absolut gelungen“.