Parksituation am Ludwigsplatz: Gerade vor Weihnachten parken zahlreiche Autofahrer wild / Stadt bittet um Einsicht
Widerrechtlich und verkehrsgefährdend
Hier herrscht ein Verkehr wie auf einer regulären Straße – mit gefährlichen Auswirkung für die anderen Verkehrsteilnehmer. Fotos: Robert Lehr
Hier wird eine Fußgängerzone zum Parkplatz…
VON ROBERT LEHR | Es ist unbestritten, dass die Parksituation derzeit in Worms recht angespannt ist – um es zurückhaltend zu formulieren. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass alle geeigneten Flächen den suchenden Autofahrern als potentielle Parkplätze dienen.
Eine der neuralgichsten Flächen in diesem Zusammenhang ist die Martinsgasse zwischen dem Ludwigsplatz und der Martinskirche. Hier stehen biszuweilen die Blechkarossen Kofferraum an Kühler.
Das erhöhte Autoaufkommen an dieser Stelle ist jedoch nicht nur widerrechtlich, sondern gefährdet auch die anderen Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Fahrradfahrer. Für beide Gruppen ist die Martinsgasse geöffnet und bietet eine ideale Abkürzung für die Besucher der Innenstadt, aber auch für Touristengruppen interessante Einblicke in die Stadtgeschichte. Mit der Martinskirche und dem Obelisken auf dem Ludwigsplatz wird doch an zwei bedeutende Phasen der Stadtgeschichte erinnert: die römisch/romanische und die hessische Zeit.
Nicht nur das Parken der Autos, sondern auch das An- und Abfahren sowie das Queren der Martinsgasse bergen zahlreiche Gefahren. Nicht zuletzt deshalb hat auch das Ordnungsamt der Stadt Worms laut NK-Anfrage bei der Pressestelle „die Kontrollen in diesem Bereich deutlich verstärkt“.
Dies belegten laut Pressesprecherin Angela Zimmermann auch die jüngsten Zahlen: So hätten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes alleine in der Zeit von August bis zum 19. Dezember 2019 in der Martinsgasse 547 Verwarnungen und am Ludwigsplatz gegenüber der Martinskirche 613 Verwarnungen ausgesprochen.
Kontrollen ohne Erfolg
„Tagtäglich kontrollieren Mitarbeiter der städtischen Ordnungsbehörde inzwischen die Einhaltung des Parkverbots zwischen Ludwigsplatz und Martinskirche sowie in der Martinsgasse – bisher ohne nennenswerten Erfolg, berichtet die zuständige Bereichsleiterin Angelika Zezyk. „Sobald ein Falschparker wegfährt, stellt sich der nächste hin“, stellt sie nüchtern fest. Der höhere Kontrolldruck bleibe bisher ohne Erfolg.
Doch leider zeigten sich die einige Verkehrsteilnehmer trotz der Androhung eines Strafzettels „weiterhin uneinsichtig“. Die Stadt werde die Kontrollen aber aufrechterhalten, so Zimmermann. „Und“, betont sie, „werden diese – wenn möglich und nötig – auch weiterhin verstärken!“
Mit dieser Ankündigung verbindet die Stadt die dringende „Bitte um Vernunft“ und appelliert an die Einsicht der Autofahrer. Insbesondere am Ludwigsplatz steht eine Tiefgarage mit 264 Stellplätzen zur Verfügung, auch andere Tiefgaragen und Parkhäuser sind nicht weit entfernt. „Wir wissen, dass gerade in der Vorweihnachtszeit Parkplätze sehr gefragt sind, doch Stadt und Einzelhandel halten Parkbauten vor, die von Kunden primär genutzt werden können, sodass wir das Parken im Halteverbot nicht dulden können“, betont auch Beigeordneter Uwe Franz.