Decke in Klassensaal der Staudinger Grundschule hängt durch / Andere Säle vorsorglich gesperrt
„Wie ein umfallender Stuhl“
„Aufgrund einer bauseitigen Überprüfung der Gebäude sind fast alle Klassen heute und eventuell morgen in die Realschule plus ausgelagert“, weist ein Schild am Tor zur Staudinger Grundschule die Eltern hin. Grund dafür: Am Mittwochmorgen hat in einem Klassensaal die Decke nachgegeben; zu rund zwei Dritteln hängt sie inzwischen durch. Ein lautes Geräusch – etwa wie ein umfallender Stuhl, beschreibt das Lehrpersonal die Situation – habe den Vorfall begleitet. Dank der Geistesgegenwart und der Besonnenheit der Lehrkraft konnten die Schüler in Sekundenschnelle ohne Panik aus dem Saal geleitet werden.
Zu Schaden kam glücklicherweise niemand, die Decke ist lediglich abgesackt, keinerlei Bauteile sind herabgestürzt. Die verantwortlichen Architekten des Gebäudebewirtschaftungsbetriebs nahmen unverzüglich die Untersuchung der Schadensursache auf. „Der Blick in eine inzwischen geöffnete Decke zeigt, dass wir es hier mit einer Beton-Rippendecke mit geschraubter Lattung aus den sechziger Jahren zu tun haben. Die Konter-Lattung ist allerdings lediglich genagelt“, erläutert Architekt Karsten Bohmann. Im Laufe der Zeit hätten die Nägel die Löcher unter dem Gewicht der abgehängten Decke ausgeweitet. Die Folge: Die Nägel bieten keinen sicheren Halt mehr. Der Vorfall sei jedoch nicht absehbar gewesen: „Es gab keinerlei Hinweise auf eine verminderte Tragfähigkeit der Deckenkonstruktion“, unterstreicht Bohmann.
Umgehend Ausweichräume angeboten
Oberbürgermeister Michael Kissel, Bildungsdezernent Waldemar Herder, Andrea Müller als Leiterin der Schulverwaltung und Ortsvorsteher Uwe Merz ließen sich unmittelbar nach dem Vorfall vor Ort von Karsten Bohmann sowie Thorsten Mohr vom GBB im Beisein der stellvertretenden Schulleiterin Nicole Guthier die Schäden zeigen. „Leider sind fast alle Räume mit einer solchen Deckenkonstruktion versehen, sodass wir die Säle allesamt vorübergehend sperren müssen“, bedauert OB Kissel, ist jedoch froh und dankbar, dass die Staudinger Realschule plus sofort Ausweichräume angeboten hat – wie auch die benachbarte Karl-Hofmann-Schule. „Die Schulen unterstützen sich gegenseitig“, ist auch Waldemar Herder froh über die unbürokratischen Lösungen.
Sämtliche Decken austauschen
Wie geht es nun weiter in der Staudinger Grundschule, an der 369 Schüler in 18 Klassen unterrichtet werden? Der Saal, in dem die Decke abgesackt ist, bleibt gesperrt. Stahlsprießen sichern das Konstrukt vorerst, die Decke soll jedoch so schnell wie möglich ausgebaut werden. Die übrigen betroffenen Räume werden seit heute ebenfalls abgesprießt – ein Statiker bestätigt, dass sie mit dieser Maßnahme auch wieder für den Unterricht freigegeben werden können. Um möglichst zügig voranzukommen, soll die Baufirma nun auch am Wochenende arbeiten. Im Anschluss an die Sicherungsmaßnahme sollen die Decken der 15 betroffenen Räume Block für Block (à jeweils vier Sälen) saniert werden. In welcher Form dies geschehen wird, steht noch nicht fest. Klar ist jedoch: „Wir werden sämtliche Decken austauschen“, erklärt OB Kissel.
OB Kissel und Dezernent Waldemar Herder danken vor allem den Lehrkräften und der Schulleitung für die Flexibilität und das Verständnis. „Wir tun alles, um die Gefahrenquelle so schnell wie möglich zu beseitigen“, versichern Stadtchef und Bildungsdezernent, die auch in einer Lehrerkonferenz nochmals ihre Worte untermauerte.
Ortsvorsteher Uwe Merz, Oberbürgermeister Michael Kissel und Bildungsdezernent Waldemar Herder (von links) begutachten die Schäden an der Deckenkonstruktion in der Staudinger Grundschule.