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  • Mi., 20. Dezember 2017, 16:30 Uhr
    Viele Ideen zum Weiterbestehen des Jugendzentrums diskutiert / Breiter Konsens für Erhalt

    Wie geht es weiter mit dem Kanal 70?

    Der Kanal 70 soll fortbestehen: Darüber war sich die Runde, die sich nun im Rathaus zusammengefunden hatte, um über die Zukunft des aktuell aufgrund baulicher Mängel geschlossenen Jugendzentrums zu sprechen, einig. Der Einladung von Bildungs- und Sozialdezernent Waldemar Herder waren Dekan Harald Storch, Pfarrer Klaus Fischer von der evangelischen Gesamtgemeinde, Präses Alexander Ebert, Vertreter des Eleonoren-Gymnasiums (Vertretung der Schulleitung, der Eltern sowie Schülersprecherin Alisia Gahabka), des Kinder- und Jugendbüros, des Stadtjugendrings, des Landtagsabgeordneten Jens Guth sowie der Wormser Kulturschaffende David Maier gefolgt.

    Dezernent Waldemar Herder hob zu Beginn die Initiative der Elo-Schüler hervor, die an ihrer Schule Unterschriften für den Erhalt des „Kanals“ gesammelt haben. Dass der Jugendtreff jedoch nicht nur für die „Elos“ eine wichtige Rolle spielt, verdeutlichte Ralf Decker, Leiter des städtischen Kinder- und Jugendbüros. „Der Kanal 70 hat in unserem Konzept als offener Jugendtreff immer eine Rolle gespielt, denn im Westen der Stadt haben wir kein anderes Angebot in dieser Form“, so Decker. Besonders wertvoll am Kanal seien dessen beteiligungsorientierte Aktionen, bei denen Jugendliche selbst aktiv werden sollen. Dafür sei der „Kanal“ von zentraler Bedeutung. Diesen Punkt unterstrich auch Henry Spielhoff, Gemeindepädagoge und Leiter des Kanal 70: „Wir konnten die Räume vielseitig nutzen und den Jugendlichen dadurch viel Freiraum geben.“

    Endgültiges Aus verhindern

    Auch die evangelische Gesamtgemeinde und das Dekanat Worms-Wonnegau wollen das endgültige Aus des Jugendtreffs verhindern: Hier stehen jedoch die Kosten für die Beseitigung der vom TÜV beanstandeten baulichen Mängel im Weg. „Wir wollen den Kanal 70 nicht endgültig schließen. Wir bekommen jedoch für die Sanierung keine Zuschüsse von der Kirchenverwaltung in Darmstadt“, erläuterte Fischer. Dekan Storch könnte sich deshalb eine Betreibergesellschaft vorstellen, die die Sanierungskosten gemeinsam stemmt.

    Auch David Maier bezweifelt, dass der Kanal als reines Jugendzentrum dauerhaft betrieben werden kann. Er zeigte drei Säulen auf, mit denen aus seiner Sicht mehr Nachhaltigkeit erreicht werden könnte: „Natürlich soll der Kanal ein Ort der Jugendpflege bleiben, aber darüber hinaus könnte er möglicherweise auch anderweitig kulturell genutzt werden. Zudem könnte ich mir vorstellen, dass auch andere Initiativen wie beispielsweise Theaterkreise Interesse an den Räumlichkeiten hätten“, so Maier.

    Johanna Claußnitzer-Piel, Vertreterin der Evangelischen Jugend im Dekanat Worms-Wonnegau, könnte sich die Gründung eines Fördervereins für den Kanal 70 vorstellen. Pavel Zolotarev, Mitarbeiter von MdL Jens Guth, berichtete, der Wahlkreisabgeordnete Guth sei im Gespräch mit dem zuständigen Ministerium über mögliche Projektförderungen. Um einen genaueren Überblick über die Sanierungskosten zu erhalten, soll nun zunächst ein Sachverständiger eine Kostenkalkulation erstellen. Ein Architekt hat sich hierzu kurzfristig bereit erklärt. „Wir bleiben auf jeden Fall weiterhin miteinander im Gespräch“, sind sich die Vertreter von Kirche und Stadt einig. Im März kommenden Jahres soll es einen neuen Gesprächstermin geben.

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