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  • Fr., 04. November 2022, 20:46 Uhr
    BLACKOUT: Sorge über flächendeckenden Stromausfall wächst innerhalb der Bevölkerung / Wahrscheinlichkeit gering

    Wie gut ist Worms im Notfall vorbereitet?

    Die Sorge vor unkontrollierten Blackouts ist groß, wird jedoch als gering wahrscheinlich eingestuft. Foto: pixabay


    Vera Beiersdörfer › Ein Thema, das die Bevölkerung aktuell bewegt, ist die Sorge vor einem großflächigen mehrstündigen oder gar Tage andauernden Stromausfall – einem sogenannten Blackout. Ursächlich hierfür ist unter anderem der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Seit dem Sommer liefert Russland kein Gas mehr durch die Ostseepipelines, welches hier sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung genutzt wird.
    Die rasant gestiegenen Gaspreise haben einige Bürger dazu bewegt, sich mit Heizlüftern und anderen strombetriebenen Heizungen auszustatten.
    Das EWR erklärt hierzu, dass die Wahrscheinlichkeit von langanhaltenden Netzausfällen zwar gering sei, dennoch können Stromausfälle unter der Berücksichtigung von Extremsituationen, aufgrund von Gasmangel, Ausfällen von Kraftwerken und gleichzeitigem Einsatz vieler Heizlüfter nicht vollständig ausgeschlossen werden.
    Sollten demnach viele Haushalte auf elektrische Heizgeräte zurückgreifen, ergibt sich eine hohe potentielle Zusatzbelastung für die Niederspannungsnetze mit der Konsequenz von lokal beschränkten Überlastungen.

    „Falls es zu einem Stromausfall kommen sollte, müssen vor allem Verbraucher wie Heizlüfter vom Netz genommen werden, damit der Netzbetreiber nach Austausch der Sicherungen die Versorgung zügig wiederherstellen kann“, erläutert EWR-Netzvorstand Dirk Stüdemann. Dauerhaftes Heizen mit Heizlüftern lohne sich jedoch selbst bei den aktuell sehr hohen Gaspreisen nicht, um Energiekosten nachhaltig zu senken.

    Da die Pumpen der Wasserwerke nach einer gewissen Zeit ohne Strom ausfallen, ist eine weitere Frage der Bürger, ob die Trinkwasserversorgung gewährleistet bleibt oder sogenannte Notbrunnen vorhanden sind, wenn die Trinkwasserversorgung wider Erwarten doch zusammenbricht?

    Eigenverantwortung und Präventivmaßnahmen
    Zuständig für den Katastrophenschutz in Friedenszeiten sind die Bundesländer, die die Verantwortung an die Gemeinden und kreisfreien Städte übertragen haben. Inwieweit die einzelnen Kommunen ihre Bevölkerung vor Katastrophen schützen, entscheiden demnach häufig die Bürgermeister.
    Der NK wollte daher wissen: Wie gut ist Worms im Notfall aufgestellt? Gibt es in der Verwaltung einen Einsatzplan „Stromausfall“, auf den gegebenenfalls alle Beteiligten zugreifen könnten? Verfügt die Nibelungenstadt über Katastrophen-Leuchttürme, die Bürgern als Anlaufstellen dienen können?

    Hierzu gab Angela Zimmermann, Abteilungsleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Worms, an, dass eines der großen Themen, mit dem sich der Koordinierungsstab der Verwaltung derzeit beschäftige, die Erarbeitung eines solchen Notfallplans sei.
    „Wir setzen dabei auf eine Mischung aus Eigenverantwortung der Bürger und Präventivmaßnahmen, die die Stadt vorbereitet – etwa, die Erreichbarkeit der Einsatzkräfte, aber auch anderer Akteure, die der kritischen Infrastruktur angehören, der Stabsmitarbeiter etc.“
    Zudem gäbe es Planungen für so genannte Leuchttürme, die Anschaffung von Notstromaggregaten, die Sicherstellung der Kraftstoffversorgung, Wasserversorgung und vieles mehr. „All diese Planungen erfordern ein hohes Maß an Logistik und personellen Ressourcen, doch die Stadt nimmt die Situation sehr ernst und bereitet sich auf unterschiedliche Szenarien vor. Wir werden in den nächsten Wochen sukzessive mit der entsprechenden Kommunikation beginnen“, so Angela Zimmermann abschließend.

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