Do., 09. Februar 2023, 13:41 Uhr
Wie jedes Jahr im Februar findet die sogenannte bundesweite COA-Aktionswoche für Kinder von suchtmittelabhängigen Menschen statt.
Bei der Arbeit in der Beratungsstelle für suchtkranken Frauen erlebt die Caritas, dass suchtkranke Frauen in ihrer Rolle als Mutter häufig Schuld-und Schamgefühle gegenüber ihren Kindern über lange Zeiträume in sich tragen. Die Frauen wissen meistens selbst, wie sehr sie während ihres akuten Suchtmittelkonsums mit der Bewältigung des Alltags und den daran anknüpfenden Erziehungsaufgaben überfordert waren und den Bedürfnissen der Kinder in vielerlei Hinsicht nicht gerecht werden konnten.
Auch wenn sie nicht mehr trinken bzw. aufgehört haben Suchtmittel zu konsumieren, ist ihnen bewusst, was in der Vergangenheit schief lief, haben Angst vor Vorwürfen und befürchten als schlechte Mutter dazustehen. Sie sind voller Schuldgefühle. Die meisten Menschen mit Suchtstörungen versuchen ihr Problem vor anderen zu verbergen, suchtkranke Eltern und Mütter sind davon nicht ausgeschlossen. Sie tun das aus Scham und weil sie eine gesellschaftliche Ausgrenzung fürchten. Oft vermeiden es betroffene Familien, spezialisierte Hilfeinstitutionen wie Suchtberatungsstellen aufzusuchen, um Unterstützung bei Alltagsproblemen zu bekommen. Auch im Umgang mit der Jugendhilfe, verschweigen sie in der Regel ihre Suchtproblematik, aus Angst die minderjährigen Kinder könnten aus der Familie genommen werden.
Trotz allem, suchtkranke Eltern wollen und können gute Eltern sein. Dennoch haben Suchtprobleme, je nach Ausmaß, häufig Auswirkungen auf die Elternrolle. Meistens wird der Suchtmittelkonsum, auch bei unauffälligen Mengen, Einschränkungen im Erziehungsverhalten bewirken. Sich dieses einzugestehen und sich der Kritik des sozialen Umfeldes und der eigenen Kinder auszusetzen stellt viele vor hohe Herausforderungen.
Die Fachstelle für frauenspezifische Suchtberatung im Caritasverband Worms erlebt betroffene Frauen im Umgang mit diesem Thema häufig sehr verunsichert. In dieser Woche möchten die Caritas einen Raum schaffen für alle Frauen und Mütter, die bereits das Beratungsangebot in Anspruch nehmen, um einen Austausch anzuregen und um sich wertfrei und bereichernd über die Fragen „Wie sag ich`s meinem Kind?“, „Ob, wie und wann spreche ich es an?“ auszutauschen.
Für betroffene und interessierte Frauen und Mütter, die sich in einem vertraulichen und anonymen Gespräch über das Beratungsangebot zu dem Thema: „Wann und wie spreche ich als suchtkranke Mutter mit meinem Kind über meine Erkrankung? “ informieren und sprechen möchten, bietet die Caritas eine offene Sprechstunde an. Die offene Sprechstunde findet am Freitag, dem 17. Februar, von 11 bis 12:30 Uhr statt.
Betroffene können einfach persönlich in der Renzstraße 3 in Worms vorbeikommen oder mit der Beratungsstelle in Person von Melanie Reppmann (06241/20617-35) oder Heike Sohl (06241/20617-44) telefonieren.