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  • Do., 11. August 2022, 11:46 Uhr
    WORMS: Senioren wünschen höhere Taktung, Haltestellen mit Sitzgelegenheiten und bessere Anbindung der Vororte

    Wie schlägt sich der ÖPNV aus Sicht älterer Menschen?

    Die Arbeitsgemeinschaft AG 60plus – Senioren in der SPD – haben sich mit Fragen der Mobilität und der möglichen Nutzung des ÖPNV in Worms beschäftigt. Viele Mitglieder wurden befragt, zahlreiche Gespräche mit Busnutzerinnen und -nutzern wurden geführt und auch die internettechnischen Optionen der Informationen ausprobiert.


    Rückmeldungen kamen vor allem aus den Vororten. Die Innenstadt hat offenbar unzureichende Anbindungen oder ist auch von älteren Menschen noch fußläufig zu erreichen. Es gibt offenbar einen Bedarf nach einem innerstädtischen Ringverkehr, der wesentliche Halte, wie den Marktplatz, bis zum Rhein anbindet. Die Vorortler fahren zumeist mit dem Auto in die Stadt. Verbindungen in die Stadt sind kompliziert und dauern zu lange. Auch hier werden Anregungen zu Ringverbindungen zwischen den Vororten gegeben.


    Vororte unterschiedlich gut angebunden

    Besonders gut angebunden ist Herrnsheim. Hier kreuzen sich eine Vielzahl von Buslinien. Die Karl-Marx-Siedlung wurde vom Marktplatz abgehängt, was früher für die innerstädtische Siedlung selbstverständlich war und nun zu mehr Nutzung des Autos führt. Abenheim ist gut an den Marktplatz angebunden. Man wünscht sich Anbindungen im 15-Minutentakt sowie ebenso kurze Umsteigezeiten. Die abendliche Anbindung ist für Theaterbesucher besonders ungünstig. Aber auch andere erwarten eine regelmäßige Taktung bis in den späten Abend hinein.


    „Natürlich hat uns auch die Kundenzufriedenheit in den Bussen interessiert,“ erläutert Christina Heimlich, die Vorsitzende der SPD-Senioren. Es ist gehäuft der Eindruck entstanden, dass die Busfahrer wenig geschult sind. Ihre Freundlichkeit ist mentalitätsabhängig. Sie fahren die Haltestellen nicht so an, dass man barrierefrei ein- und aussteigen kann. Auch die Absenkung der Busse erfolgt eher selten. Es fällt auch auf, dass die Busfahrer oft nicht ausreichend gutes Deutsch sprechen. Die Haltestellen sind oft nicht überdacht und haben auch keine Sitzgelegenheiten. Das fällt besonders in der Innenstadt auf. Die älteren Nutzer wünschen sich wenigstens Sitzmöglichkeiten.


    Analoge Infos bevorzugt

    Das Liniensystem der Busse ist für ältere Menschen nicht transparent. Sie erwarten einen Linienplan, der auch die Umsteigemöglichkeiten aufzeigt. Die App wird eher nicht genutzt. Die Rückmeldungen der Befragung haben auch gezeigt, dass man analoge Informationen wünscht. Ein handlicher Fahrplan mit einem deutlichen Netzplan, der die Knotenpunkte aufzeigt, scheint für ältere Menschen in der Stadt hilfreich zu sein.


    Michael Gerbich, stellv. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, wird diese Anregungen in den Fahrgastbeirat mitnehmen, vor allem die Verbesserung der Haltestellensituation und die Barrierefreiheit beim Ein- und Ausstieg der Busse. Christina Heimlich sieht die besondere Herausforderung für die Zukunft des ÖPNV in Worms darin, dass man sich eine autofreie Innenstadt wünscht, aber keine innenstadtnahen Anbindungen, also einen Ringverkehr für die Innenstadt hat. „Kleinräumige Ringverbindungen mit kleinen Bussen sind wohl das Gebot der Zukunft.“

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