Gewalt in Freibädern, „Partyszenen“ in Frankfurt, Terroranschläge – kaum ein Tag vergeht ohne Schlagzeilen wie diese. In der Politik besteht der erste Reflex auf derartige Ereignisse darin, nach noch mehr Überwachung und Kontrollen zu rufen.
Gerade Großstädte werden immer mehr zum Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen, Kulturen und sozialen Schichten. Nicht umsonst liegen die Kriminalstatistiken in Städten wie Frankfurt, Berlin und Co. deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Neben der Polizei hat da auch beispielsweise der Sicherheitsdienst für Stuttgart mehr als genug zu tun. Mehr und mehr Bürger, Unternehmen und VIPs sind der Überzeugung, dass es nicht mehr reicht, sich lediglich auf den polizeilichen Staatsschutz zu verlassen. Private Firmen werden engagiert, um Personen und Objekte zu überwachen und zu schützen.
Die Sicherheitsdienste gehen inzwischen weit über die Rolle des altbekannten „Türstehers“ hinaus. Sie greifen nicht erst ein, wenn akute Gefahr herrscht, sondern ergreifen zudem präventive Maßnahmen. Wir möchten an dieser Stelle einen Blick in ihre tägliche Arbeit werfen. Was macht die Bedrohungslage in Großstädten zu einer besonderen Herausforderung? Wie genau sorgt ein modern aufgestellter Sicherheitsdienst für Sicherheit und wo liegen deren Grenzen?
Beim Leben in Großstädten handelt es sich um ein zweischneidiges Schwert. Einerseits führt die Konzentration von Menschen auf kleinem Raum zu Events und Kultur, wohin man blickt. Genau jene Menschenansammlungen sind es jedoch auch, die für die Gefahr sorgen. So steigt im Vergleich zum Leben in einer Kleinstadt die Wahrscheinlichkeit enorm, in einer Stadt mit über 100.000 Einwohnern Opfer einer Straftat zu werden.
Der häufigste Delikt ist der Diebstahl. Etwa ein Drittel aller Straftaten in Deutschland fallen hierunter. In der gleichen Rubrik befinden sich Einbrüche, Raubüberfälle, Betrug und Drogenhandel. Zu den härteren Straftaten sind Gewaltdelikte unterschiedlichster Art zu zählen.
Zu den modernen Phänomenen zählen der Terrorismus und die Cyberkriminalität. Viele erinnern sich noch an die Bilder bewaffneter Polizisten auf Weihnachtsmärkten nach dem islamistischen Anschlag am Breitscheidplatz. Die Cyberkriminalität wird von vielen Bürgern noch nicht ausreichend ernst genommen. Zum einen, da sie so neu ist und zum anderen, da es sich um eine praktisch unsichtbare Gefahr aus dem Internet handelt. Dabei haben Angriffe im Cyberspace allein in den letzten paar Jahren deutlich zugenommen.
Sicherheitsdienste werden vielfältig eingesetzt. Ob Vandalismus, Diebstahl oder Schutz vor Gewalttaten – Sicherheitsfirmen sind darauf spezialisiert, Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen zu unterstützen. Konkret lassen sich die Maßnahmen moderner Sicherheitsdienste folgendermaßen kategorisieren:
Prävention: Bevor es zum Äußersten kommt, gilt es Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko zu minimieren. Die bloße Präsenz von Security erweist sich bereits als stabilisierender Faktor – insbesondere, wenn der Sicherheitsdienst als solcher klar erkennbar ist. In schwierigen Situationen machen sie das eigene Abwehr-Equipment sichtbar, um potenzielle Angreifer abzuschrecken. Außerdem handelt es sich bei professionellen Sicherheitsdiensten inzwischen um echte High-Tech-Experten: Alarmanlagen, Videoüberwachung und Drohnenflüge gehören zum Standardrepertoire.
Beratung: Insbesondere Unternehmen rufen zunehmend nach externen Kompetenzen, um eine Sicherheitsprüfung oder -beratung durchzuführen. Die Firmen klopfen das Firmengelände auf Schwachstellen ab, skizzieren die größten Risiken und entwerfen individuelle Sicherheitskonzepte. Außerdem können sie bei der technischen Umsetzung der Maßnahmen helfen.
Eingreifen: Kommt es aller Präventionsmaßnahmen und -strategien doch einmal zu einer akuten Gefahrenlage, sind Sicherheitsdienste darauf trainiert, deeskalierend und schnell einzugreifen. Die rechtlichen Möglichkeiten erstrecken sich dabei auf das, was das StGB hergibt. In anderen Worten: Sie sind nicht befugt, mehr Gewalt einzusetzen, als unbedingt nötig. Der erste Schritt besteht zumeist darin, die Polizei zu verständigen und auf Unterstützung zu warten. Dennoch sind Sicherheitsdienste in der Lage, körperliche Gewalt anzuwenden und sogar Waffen wie Schlagstöcke, Abwehrsprays und Elektroschocker einzusetzen – sofern die Situation das erfordert.
Das Leben in Großstädten ist nicht ungefährlich. Sicherheitsfirmen genießen einen guten Ruf in der Branche und erweisen sich nachweislich größer werdender Beliebtheit. Die steigende Nachfrage nach privaten Sicherheitsfirmen lässt sich schon an den Zahlen erkennen. Die Umsätze der Sicherheitswirtschaft in Deutschland haben allein im Jahr 2022 um 7,3 Prozent zugenommen. Sie erfüllen eine Riege unterschiedlicher Aufgaben und eignen sich neben der unmittelbaren Gefahrenabwehr für viele weitere Zwecke.