
Kunst muss subventioniert werden. Das gilt nicht nur für die meisten Theater und Festivals, sondern auch für die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. Dabei sollen die Macher das Publikum gleichzeitig bilden und unterhalten, sie sollen es mit anspruchsvollen Stoffen fordern, aber trotzdem eine möglichst große Zuschauerzahl erreichen. Oft scheinen aber für gute Quoten schwer zu vermittelnde Inhalte vereinfacht, geglättet und mit Zuckerguss übertüncht zu werden.
Wie weit dürfen und sollen die verantwortlichen Theater- und Fernsehmacher dem Publikumsgeschmack nachgeben? Wie sehr sind sie bereit, auch mal zu schockieren? Und wie groß ist die Bereitschaft der Zuschauer, sich auf die angeblich „schwere Kost“ einzulassen? Unterschätzen die Macher das Publikum?
Große Fernseh-Events der letzten Jahre wie etwa „Unsere Mütter, unsere Väter“ oder „Weißensee“ lassen hoffen, dass entgegen allen Unkenrufen durchaus Interesse an komplexen Themen besteht, dass es den Wunsch nach Diskussion und Auseinandersetzung gibt. Auch der Erfolg der letzten Nibelungen-Festspiele, – die sich außerhalb des üblichen Spielplans in den vergangenen zwei Jahren mit der „Geschichte des Josef Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß“ auseinandergesetzt und damit ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen haben –, gibt denjenigen Recht, die sich an brisante Stoffe wagen.
Wie kann die Zukunft von Deutschlands Theater- und Fernsehlandschaft aussehen? Was wünschen und planen die Macher? Was erwarten die Zuschauer, was erhoffen die Kritiker? All diese und weitere Fragen werden bei den Theaterbegegnungen am 7. Juli von 11 bis 16 Uhr im Heylshofpark diskutiert werden. Das Programm im Einzelnen:
11 Uhr
Die bezaubernde Meret Becker ist mit Liedern und Musik aus der Welt des Theaters zu erleben, die sie im Rahmen ihrer „Deins & Done“ – Tournee mit Buddy Sacher präsentiert.
11.30 Uhr
Vortrag des Journalisten und Buchautors Matthias Matussek
12.30 Uhr
Schauspieler des Nibelungen-Ensembles lesen das „Vorspiel auf dem Theater“ von Johann Wolfgang von Goethe, der die verschiedenen Strömungen, Ideen und Zwänge von Theater und (wenn man so will) von Fernsehen schon vor 200 Jahren präzise beschrieben hat.
13.30 Uhr
Festspielintendant Dieter Wedel spricht mit Intendanten großer Staatstheater und anderer Theaterfestivals, mit Filmemachern, Kritikern, Politikern und Sponsoren über ihre aktuellen Erfahrungen und ihre Pläne für die Zukunft.
15 Uhr
Noch einmal auf der Bühne: Meret Becker und Buddy Sacher.
Der Eintrittspreis beträgt 17 Euro. Der Nibelungen Kurier verlost für diese speziellen Begegnungen 3x2 Karten unter seinen Lesern. Um teilzunehmen, senden Sie eine Postkarte mit Name, Adresse und Telefonnummer sowie dem Stichwort "Theaterbegegnungen" an den Nibelungen Kurier, Prinz-Carl-Anlage 20, 67547 Worms. Einsendeschluss ist Montag, der 1. Juli. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.