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  • Mo., 28. Mai 2018, 13:40 Uhr
    Jugendhilfeplanung: Bedarf an Kita-Plätzen nimmt im Landkreis Alzey-Worms weiter zu

    „Wir arbeiten daran!“

    Steigende Geburtenzahlen, Zuzüge und zunehmende Bautätigkeiten lassen sich im Landkreis Alzey-Worms verzeichnen. Was gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Aspekten zufolge als wichtige und erfreuliche Entwicklung zu werten ist, stellt das Kreisjugendamt vor eine große Herausforderung.


    Wie in jedem Jahr präsentierte auch 2018 Jugendhilfeplanerin Frederike Fleischer in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses die Zahlen, Daten und Fakten der Kindertagesstättenbedarfsplanung. „Als Träger der öffentlichen Jugendhilfe hat das Jugendamt dafür Sorge zu tragen, dass die gesetzlich vorgesehenen Plätze in bedarfsgerechter Form zur Verfügung stehen“, betonte Fleischer.


    Die Jugendhilfeplanung erfolge auf der Basis einer Vielzahl von Faktoren, die sich auf den Bedarf an Kita-Plätzen auswirken. Insbesondere der Planungsfaktor „Baugebiete“ spiele eine entscheidende Rolle. Dabei sei Fleischer auf Informationen der Ortsgemeinden sowie des Kreisbauamtes angewiesen. Auch die wirtschaftliche und finanzielle Lage wirke sich nach Angaben der Jugendhilfeplanerin auf die Berechnungen aus. „Wichtig ist, die Ortsgemeinden rechtzeitig zum Handeln zu motivieren“, so Landrat Ernst Walter Görisch. Insgesamt bestehe innerhalb der Kreisgrenzen ein Gesamtbedarf von rund 950 Kita-Plätzen und damit 51 Gruppen. Bisher seien nach Angaben der Jugendhilfeplanerin erst drei Gruppen realisiert worden. „Wir arbeiten daran“, stellte Fleischer in Aussicht.


    Nachdem die Anzahl der Kita-Plätze 2010 aufgrund des Geburtenrückgangs einen Tiefstand von 4.697 Plätzen erreicht hatte, steigt diese seither rasant an. Aktuell könne der Landkreis Alzey-Worms 5.646 Kita-Plätze und 1.396 Plätze für Kinder unter drei Jahren vorhalten – Tendenz steigend. Den Erfahrungen zufolge, sei der Trend steigender Geburtenzahlen jedoch nicht in allen Kommunen des Landkreises zu erkennen.  Von 51 erforderlichen Gruppen würden alleine 30 auf die größeren Städte und Gemeinden Alzey, Osthofen, Saulheim und Wörrstadt fallen.


    „Dies ist – positive – Folge der regionalen Entwicklung: Rheinhessen als Wirtschaftsstandort, der Landkreis Alzey-Worms allgemein und diese vier Standorte bieten für viele Menschen ein attraktives Wohn- und Lebensumfeld. Dementsprechend hoch ist die Nachfrage nach Wohngebäuden und Bauplätzen, aber auch nach der damit einhergehenden Infrastruktur, wie Geschäfte, medizinische und soziale Versorgung und eben auch nach Kindertagesbetreuung“, bringt die Jugendhilfeplanung im „Teilplan Kindertagesstätten 2018“ schriftlich zum Ausdruck. Erfreut ist Fleischer auch mit Blick auf die positiven Entwicklungen des Personalschlüssels. Hier werde frühzeitig in Bildung investiert.


    Nicht nur die ausgewiesenen Stellen des Regelpersonals wachsen, auch bewillige das Jugendamt zunehmend Mehrpersonal. „Das wiederum wirkt sich positiv auf die Entwicklungen der sogenannten „Fachkraft-Kind-Relation“ aus“, so Görisch. Wo im Jahr 2004 noch 12,7 Kinder einer einzigen Fachkraft zugeordnet waren, sind es 2018 mit 8,3 Schützlingen deutlich weniger. 

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