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  • Di., 27. April 2021, 11:31 Uhr
    EICH: Eltern bemängeln seit Monaten Betreuungssituation / Hortplätze in Grundschule stehen nach Sommerferien nicht mehr zur Verfügung

    „Wir Eltern stehen dazwischen“

    Zuhause allein statt im Hort mit anderen die Hausaufgaben erledigen – viele Eltern betreuen ihre Kinder zu Pandemie-Zeiten daheim und nehmen Betreuungsangebote nur teilweise oder gar nicht in Anspruch. Andere berufstätige Eltern können sich dies nicht leisten und hoffen, dass sich die Hortsituation in Eich nicht wieder wie im Herbst 2020 zuspitzt. Foto: pixabay


    VON VERA BEIERSDÖRFER Bereits im vergangenen November war die Empörung über die Schließung von Hortplätzen in Eich groß (der NK berichtete). In einem aktuellen Schreiben des Elternausschusses der ev. KiTa Regenbogen wird nun darauf verwiesen, dass auch ein knappes halbes Jahr später, sich auf lange Sicht nichts an der Betreuungssituation verbessert hätte, obwohl damals von Seiten der ev. Kirchengemeinde, Träger von Kita und Hort, schnelle dauerhafte Lösungen versprochen worden waren.

    Freude nicht von Dauer
    Mittlerweile ist der Hort der ev. KiTa Regenbogen zwar wieder vollständig geöffnet. Die beiden Hortgruppen fanden einerseits im katholischen Pfarrhaus und andererseits in den Räumen der Altrhein Grundschule Eich eine Unterkunft. Die Freude währt jedoch nur kurz – die Notlösungen sind zeitlich begrenzt und bald stehen die Eltern wieder am Anfang ihrer Odyssee.

    „Dass es überhaupt zu einer zweitweisen Vertagung des Problems gekommen ist, verdanken wir nicht etwa unserem Träger, sondern der kooperativen Zusammenarbeit mit Orts- sowie Verbandsgemeinde, unserem KiTa-Leiter Herrn Port, der Altrhein Grundschule Eich sowie dem Katholischen Pfarramt“, heißt es in dem Schreiben des Elternausschusses im Namen der betroffenen Eltern.

    Nach den Sommerferien fallen die Räumlichkeiten in der Grundschule jedoch wieder weg. Besonders vom KiTa-Träger erhoffen sich die Mütter und Väter daher die versprochenen endgültigen Lösungen: „Doch bleiben diese bis heute aus“.

    Der neue Kindergarten, der derzeit errichtet wird, wird den Hort nicht beherbergen können und auch der alte ev. Kindergarten in der Schanzenstraße wird nach der Brandschutzsanierung keinen Platz haben, bedauert der Elternausschuss.
    Nachfragen, wie es künftig dann weitergehen könnte, würden allerdings von der ev. Kirchengemeinde nur mit Standardmails beantwortet oder gar auf die Ortsgemeinde verwiesen.

    Beiträge in voller Höhe trotz Pandemie
    Die Coronazeit und ihre Folgen haben bereits viele Eltern finanziell in eine Notlage gebracht. „Wir müssen arbeiten, wir wollen arbeiten und unsere Kinder benötigen eine sichere Hortbetreuung. Daher richten wir unseren Appell auch an das Land Rheinland-Pfalz und das Kreisjugendamt sowie an die Kreisverwaltung Alzey. Die Hortbeiträge werden seit dem 12. März wieder abgebucht – in voller Höhe jeden Monat.

    Man verweist uns auf die Hortverträge, denn der Hort befindet sich wieder im Regelbetrieb und bietet die reguläre Betreuung an. Doch nicht alle Eltern nutzen das komplette Angebot. Einige müssen es nutzen, andere nur teilweise (an den Tagen der Schulpräsenz) und wiederum andere verzichten wegen der Pandemie vorerst ganz“, betonen die Eltern in ihrem Schreiben,wie ungerecht sie sich behandelt fühlen.

    Die Eltern stünden nun zwischen den Stühlen – Das Amt verlangt die vollen Beiträge, weil die Hortbetreuung vorerst gewährleistet ist, die Regierung jedoch fordert die Eltern ausdrücklich auf, die Kinder wannimmer möglich daheim zu betreuen, um die Pandemie einzudämmen.

    Taube Ohren
    Eltern verlieren ihre Jobs, geraten in Kurzarbeit. Sie behalten die Kinder teilweise oder ganz daheim, um die Ansteckung zu vermindern und sich und die Angestellten in KiTa und Hort sowie die Allgemeinheit zu schützen. „Und dennoch müssen wir die vollen Betreuungsbeiträge zahlen! Wer soll das verstehen? Wer kann sich das finanziell leisten?“, wollen die empörten Eicher wissen.

    „Fragt man beim Jugendamt nach, wird auf den KiTa-Träger, die Kirche, verwiesen, die `nicht mit dem Amt zusammenarbeitet´. Fragt man dann beim Träger nach, wird man ans Jugendamt verwiesen, denn dieses zieht die Beiträge ein“, erklärt eine Mutter, wie müde sie bereits sei, ständig auf „taube Ohren“ zu stoßen. Dieser Behördenkrieg darf nicht auf dem Rücken der Eltern und Kinder ausgetragen werden, fordert der Elternausschuss abschließend.

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