Mi., 06. November 2019, 16:29 Uhr
ÖPNV: Kreis packt Verkehrswende an / SPD-Fraktion freut sich über neues Busnetz
„Wir machen es konkret"
Der Öffentliche Personennahverkehrs (ÖPNV) im Kreis Alzey-Worms hat mit dem neuen Busnetz einen großen Sprung nach vorne gemacht: So jedenfalls das Fazit der SPD-Kreistagsfraktion, deren Mitglieder sich im Rahmen eines Fachgesprächs mit der Thematik befasst haben. „Wir reden nicht nur über Klimaschutz und Verkehrswende, sondern machen es konkret“, so die Fraktionsvorsitzende Kathrin Anklam-Trapp in einer Pressemitteilung. Die SPD-Fraktion freue sich über das neue Buskonzept und die damit verbundene Schwerpunktsetzung.
Engere Vertaktung und Anbindung an die Bahnhöfe
Eingeladen zum Gespräch wurde der zuständige Sachbearbeiter des ÖPNV-Referates der Kreisverwaltung, Alexander Schray, der die einzelnen Schritte zur Einrichtung des neuen Busnetzes sehr fundiert darlegen konnte. Im August wurde bereits der Busverkehr im nördlichen Teil des Landkreises neu organisiert. Aufgrund der enormen Steigerung des Busangebotes um fast 80 Prozent wurde der Start im Süden in einer zweiten Etappe Mitte Oktober vollzogen. Auch dort steigt die Busleistung von insgesamt 1,5 auf 2,5 Millionen Kilometer im Jahr. Neben deutlich mehr Busfahrten soll auch die engere Vertaktung und Anbindung an die Bahnhöfe sowie durchgängige Linien in die Zentren zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung führen. Schray räumte ein, dass es aufgrund der tiefgreifenden Veränderungen in der Anfangszeit zu Beschwerden und Anpassungsbedarfen gekommen sei. Auch dürfe nicht vergessen werden, dass der erhebliche Personalmehrbedarf an Busfahrern in Zeiten des Fachkräftemangels eine Herausforderung gewesen sei. Die Verwaltung habe gemeinsam mit dem Busunternehmen nach schnellen Lösungen gesucht und in der Regel auch Abhilfe schaffen können. Mittlerweile laufe der Betrieb weitgehend reibungslos und stabil. Immerhin würden neben den zahlreichen Pendlerinnen und Pendlern täglich fast 8.000 Schülerinnen und Schüler befördert. Informationen über auftretende Probleme in den Betriebsabläufen und Verbesserungswünsche der Bevölkerung würden von der Verwaltung jederzeit entgegen genommen und umgehend bearbeitet.
Große Umstellungsleistung
Anklam-Trapp und ihr Fraktionskollege Heiko Sippel zollten dem Fachreferat Lob und Anerkennung für die große Umstellungsleistung. Das neue Busnetz komme gut an und biete auch in Zukunft einen Anreiz zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn. Unterstützen möchten die Sozialdemokraten den ÖPNV auch in Zukunft durch weitere Schritte, wie etwa günstigere Tarife, eine einfachere Fahrkartenbeschaffung und eine bessere Vernetzung der Verkehrsverbünde. Schon heute böten die Verkehrsverbünde attraktive Angebote an, z.B. für Senioren oder für Fahrten außerhalb der Hauptverkehrszeiten, die es noch stärker zu bewerben gelte. Ein weiterer Anreiz zum Umstieg könne auch die Bereitstellung eines Jobtickets sein. Die öffentliche Verwaltung könne mit gutem Beispiel voran gehen, weshalb die SPD-Fraktion auch die Prüfung unterstütze, inwieweit die Kreisverwaltung und eventuell auch andere Kommunalverwaltungen dafür in Frage kommen. Die Einführung eines 365-Euro-Tickets wurde im Kreis-Koalitionsvertrag mit den Fraktionen von Bündnis 90/DieGrünen und der FWG als weiteres Ziel festgehalten, wobei klar ist, dass hierfür die Unterstützung von Bund und Land notwendig ist. Die SPD-Fraktion begrüßt den Vorstoß des Mainzer Oberbürgermeisters Michael Ebling, die Region für einen vom Bund ausgeschriebenen Modellversuch ins Gespräch zu bringen. „Diese Chance sollten wir auf jeden Fall nutzen“, bemerkt Anklam-Trapp.