Landwirtschaft: Winzer und Landwirte im Nibelungenland beteiligen sich an der Aktion Mahnfeuer Rheinhessen / Unterstützung von Landtagsabgeordneter Stephanie Lohr
„Wir werden angefeindet“
MdL Stephanie Lohr (Mitte) war am Dienstagabend zum Mahnfeuer zwischen Abenheim und Herrnsheim gekommen, um den Dialog mit den Landwirten und Winzern zu suchen. Foto: Vera Beiersdörfer
VON VERA BEIERSDÖRFER Ein von Weitem sichtbares Feuer als flammender Protest loderte am Dienstagabend auch zwischen Herrnsheim und Abenheim. Um den Fokus der Öffentlichkeit auf ihr Problem zu richten, hatten zahlreiche Landwirte und Winzer zu Mahnfeuern verstreut über ganz Rheinhessen eingeladen. „Durch eine ausschweifende Bürokratie sehen wir Bauern und Winzer uns mittlerweile einer existenzbedrohenden Situation ausgesetzt und fühlen uns durch zusätzliche Schutzvorschriften zu Unrecht an den Pranger gestellt. Oft müssen wir als Sündenböcke für den Klimaschutz herhalten und werden regelrecht angefeindet“, erklärt Winzermeister Philipp Lenz.
Dabei unterliege in Deutschland sowohl die konventionelle als auch biologische Landwirtschaft sehr hohen Standards. „Die Erwartungen an Tierwohl und Umweltschutz sind gestiegen, aber viele Verbraucher sind nicht bereit, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben und greifen im Supermarkt weiterhin zu Obst und Gemüse zu Dumpingpreisen“, erläuterte Lenz das Dilemma, dem er und seine Kollegen sich ausgesetzt fühlen.
Bauern-Bashing
Vor allem der öffentliche Imageverlust sei für seinen Berufsstand schwer zu ertragen. „Ich denke, es wird äußerst schwierig, die nächste Generation für den Beruf des Winzers oder Landwirts zu begeistern“. Auch die Landtagsabgeordnete Stephanie Lohr unterstützte die Mahnfeuer-Aktion und versprach als Abgeordnete und Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und Weinbau in Mainz mehr Verständnis für die existenziellen Probleme in der Landwirtschaft zu wecken. „Bauern sollen als Teil der Lösung beim Umwelt- und Naturschutz gesehen werden und nicht als das Problem.
Ich werde die Belange der Bauern auch in den Landtag tragen und will ihnen dort Gehör verschaffen“. Mit Blick auf das in Berlin geschnürte Agrarpaket fordert Lohr, dass die Regelungen gemeinsam mit den Bauern auf die Auswirkungen hin abgeklopft werden. Auch die Wertschätzungskampagne von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner begrüßt die Politikerin. Denn ein großes Problem sei die fehlende Anerkennung der Bauern und Landwirte. „Wir müssen nun gemeinsam praxisgerechte Lösungen für die anstehenden Herausforderungen erarbeiten.“