CDU will alternative Parkmöglichkeiten in der Wormser Innenstadt nutzen, bis das neue Parkhaus steht und die Tiefgarage am Ludwigsplatz saniert ist
Wird der Marktplatz wieder Parkplatz?
Ist der Wormser Marktplatz bald wieder ein Parkplatz? Die Diskussion ist eröffnet. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Parkplatzsuche in der Wormser Innenstadt empfinden viele Autofahrer als jetzt schon nicht ganz einfach. Bald kommt es aber knüppeldick, beginnend ab dem 2. Mai 2016 wird das Parkhaus am Dom in der Koehlstraße endgültig abgerissen, was ein Wegfall von 300 Stellplätzen bedeutet. Im Sommer wird dann noch die Tiefgarage am Ludwigsplatz geschlossen, da der bedenkliche Zustand von Stützen, Decken und Trägern eine weitere Nutzung nicht mehr erlaubt. Da auch die Tiefgarage in der Friedrichstraße gesperrt ist, fehlen in der City ab Sommer 2016 insgesamt 600 Stellplätze. Bis zumindest das neue Parkhaus am Dom fertig ist, dauert es rund ein Jahr, also etwa bis Mitte 2017.
Prinz-Carl-Anlage als Ersatzfläche In der Prinz-Carl-Anlage wird zwar in diesem Jahr eine Ersatzfläche mit etwa 400 Parkplätzen entstehen und auch auf dem Gelände der "Freien Turner" wird eine vorübergehende Parkfläche hergerichtet, was aber fehlt sind Stellplätze in der Innenstadt. Die CDU hat daher auf der Stadtratssitzung am Mittwochnachmittag den Antrag gestellt, dass die Verwaltung weitere alternative Parkmöglichkeiten in der City prüfen soll. Die Christdemokraten schlugen hier unter anderem den Weckerlingplatz am Museum sowie den Markplatz vor. Die Liberalen stimmten dem ausdrücklich zu. Der Markplatz, so Dr. Jürgen Neureuther (FDP), könne an Tagen, an den kein Markt stattfindet, als Parkfläche genutzt werden. Auch samstags ab 15 Uhr spreche nichts dagegen, das Parken auf dem Marktplatz zu erlauben.
CDU will Druck erhöhen Dr. Klaus Karlin (CDU) sagte, dass es seit November 2015 einen Beschluss des Rates gebe, dass die Verwaltung alternative Parkflächen vorschlagen soll. Bisher sei aber nichts geschehen. Mit dem Antrag möchte die CDU den Druck auf die Verwaltung erhöhen, damit diese Lösungen vorschlage. "Wir wollen nicht wissen, was nicht geht, sondern wie es geht", sagte Dr. Klaus Karlin abschließend und forderte damit konkrete Vorschläge.
Nette Unterstützung Der SPD-Fraktionsvorsitzende Timo Horst konterte, dass die Verwaltung bereits intensiv nach Alternativen suche. Grundsätzlich sei der Antrag der CDU aber eine "nette Unterstützung" für diese Bemühungen.
Parknot bedeutet Umsatzrückgang Richard Grünewald von den Grünen erklärte: "Wenn der Antrag der CDU den Sorgen der Geschäftsleute gilt, ist er nachvollziehbar, denn es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Umsatz des Einzelhandels und der Parksituation." Der Grünen-Stadtrat gab jedoch zu bedenken: "Wie kriegen wir die Autos wieder vom Marktplatz runter?" Damit meinte er, dass sich die Autofahrer an das Parken auf dem Markt- oder Weckelingplatz gewöhnen und man in einigen Jahren, wenn sich die Parksituation in Worms entspannt hat, keine Regelung mehr durchsetzen kann, um das Parken dort wieder zu verbieten. Richard Grünewald möchte keine Situation wie in den 1970er Jahren, als die gesamte Innenstadt zugeparkt war.
Wie geht es weiter? Der CDU-Antrag wurde bei drei Neinstimmen aus der Grünen-Fraktion und vier Enthaltungen ebenfalls aus den Reihen der Grünen bzw. der FWG angenommen. Allerdings ist damit nur beschlossen, dass die Verwaltung jetzt intensiver alternative Möglichkeiten prüfen soll. Ob der Markplatz und der Weckerlingplatz bald als Abstellfläche für Autos zur Verfügung stehen, ist damit nicht beschlossen. Man darf gespannt sein, wie die diesbezüglichen Überlegungen weiterverfolgt werden. Wie viele Autos auf dem Markplatz abgestellt werden könnten, sagte übrigens niemand. Kostenlos soll das eventuelle Abstellen aber nicht sein, sondern zur Parkscheinausgabe könnten die bereits vorhandenen Automaten etwa in der Petersstraße genutzt werden.