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  • Mo., 17. Juli 2017, 17:53 Uhr
    Mit beeindruckenden Zahlen unterlegte Oberbürgermeister Michael Kissel den ökonomischen Aufschwung in der Nibelungenstadt

    Wirtschaftsstandort Worms boomt

    Beim Wirtschaftstreff im EWR-Kesselhaus präsentierte Oberbürgermeister Michael Kissel die aktuellen Zahlen für den Wirtschaftsstandort Worms. Danach ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Nibelungenstadt ist seit dem Jahr 2000 um 48 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen und liegt bei 64.894 Euro je Erwerbstätigem. 32.617 sozialversicherungspflichtig Beschäftige (Stand 31.12.2017) erwirtschaften das BIP in Worms; auch hier lässt sich eine erhebliche Steigerung um 21 Prozent seit 2007 feststellen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen erreicht somit einen historischen Höchststand. Der Dienstleistungsbereich stellt dabei die stärkste Branche dar, 71 Prozent der sozialversicherungspflichtig Erwerbstätigen sind dort beschäftigt, gefolgt vom produzierenden Gewerbe.

    Mehr als 3.700 Unternehmen

    „Mit mehr als 3.700 registrierten Unternehmen im Jahr 2014 verfügt unsere Stadt über einen ausgewogenen Branchenmix und eine ebenfalls ausgewogene Betriebsgrößenklasse“, ist der Stadtchef stolz auf die positiven Entwicklungen. Diese lassen sich unter anderem auch an der Anzahl der Einpendler festmachen: Sie ist innerhalb von drei Jahren um 80 Prozent gestiegen. Auch in der Gesamtbetrachtung schneidet die Stadt hier positiv ab: Weitaus mehr Beschäftigte aus dem Umland arbeiten in Worms als Wormser die Stadt verlassen, also auspendeln müssen, um ihrer Tätigkeit nachzugehen.

    Stadt wächst

    Einen Anteil an der wachsenden Zahl der Betriebe trägt auch das Wormser Gründerzentrum: Dort haben seit der Eröffnung im Jahre 2001 50 neue Firmen bei einer konstanten Auslastung zwischen 65 und 75 Prozent gegründet. Diese Entwicklungen schlagen sich auch im Wohnungsbestand und in den Einwohnerzahlen nieder. Seit dem Jahre 2010 sind 890 zusätzliche Wohngebäude und 1.740 neue Wohnungen in Worms entstanden; die Einwohnerzahl ist seit 2011 um acht Prozent gestiegen. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass unsere Stadt entgegen dem allgemeinen Trend weiter wächst. Mit unserem Masterplan Wohnen wollen wir darauf reagieren und bis zum Jahr 2025 2.500 neue Wohneinheiten in unterschiedlichen Preissegmenten schaffen“, erläutert der OB. Wie in vielen anderen Städten auch, bestehe in Worms ein hoher Bedarf an Wohnraum, nicht nur im Sozialbereich, sondern vermehrt auch bei Familien mit kleinem und mittlerem Einkommen.

    Gewerbeflächen werden knapp
     
    Die hervorragenden Zahlen für Worms seien nicht zuletzt der städtischen Wirtschaftsförderung (wfg) geschuldet, der aufgrund veränderter Rahmenbedingungen keine leichte Aufgabe zufalle. Nach dem dramatischen Ende des Projekts „Hoher Stein“ werden die Gewerbeflächen in der Nibelungenstadt knapp. „Ohne die Ausweisung neuer Gewerbeflächen werden Firmenerweiterungen und gar Neuansiedlungen nicht mehr realisiert werden können“, macht der OB deutlich. Aufgrund dessen erfahre die Bestandspflege ansässiger Betriebe weiterhin eine zunehmende Bedeutung. In diesem Kontext weist der Stadtchef auch auf die Schwierigkeiten bei der Mobilisierung von gewerblichen Freiflächen hin: „Flächen in bestehenden Gewerbegebieten zur Verfügung zu stellen, stellt alle anderen Beteiligten vor große Herausforderungen: Planungs-, naturschutz- und bodenschutzrechtliche Aspekte müssen mit den wirtschaftlichen Interessen von Grundstückseigentümern und erweiterungswilligen Unternehmen zusammengeführt werden, was leider nicht immer gelingt“, so OB Kissel.

    Optimierung der Standortfaktoren
     
    Die wfg arbeitet kontinuierlich an der Optimierung der Standortfaktoren in Worms. Dazu gehört auch das Thema Digitalisierung, bei dem die Stadt inzwischen ebenfalls hervorragend aufgestellt ist. Die dafür erforderliche Infrastruktur ist durch eine Breitband-Versorgungsquote von 97 Prozent und spezielle symmetrische Breitbandanschlüsse für Unternehmen im Bereich von bis zu 200 Mbit/s sichergestellt. „Wir übererfüllen damit das Ziel der Bundesregierung von einer flächendeckenden Breitbandversorgung mit 50 Mbit/s ab 2018 seit einiger Zeit schon deutlich“, betont der Stadtchef.

     „All diese Faktoren stellen einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Wohn- und Wirtschaftsstandortes Worms dar und sind Ergebnis einer zukunftsorientierten Stadtentwicklungspolitik. Die Zahlen aus der Wirtschaft bestätigen unser Engagement und zeigen, dass wir gut aufgestellt sind“, bilanziert der Oberbürgermeister.

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