
In einer Zeremonie zeichnete Landrat Heiko Sippel die Insektenforscherin Sabine Schwabe mit dem Prädikat „Ehrenamt des Monats Dezember“ aus. Landrat Sippel ehrte die Alzeyerin für ihre unermüdliche Arbeit im Natur- und Artenschutz. Die Auszeichnung ging damit zum zweiten Mal an eine Einzelperson.
Sabine Schwabe sorgte mit ihrer Arbeit nicht nur in der Region, sondern auch deutschlandweit und international für Aufmerksamkeit. „Besonders ihr Nachweis des als ausgestorben geglaubten Käfers Nicrophorus germanicus ist eine wissenschaftliche Sensation“, betonte der Landrat in seiner Laudatio.
Kreisbeigeordnete Ute Klenk-Kaufmann, die den Auszeichnungsvorschlag eingereicht hatte, hob hervor, dass Schwabe einen bleibenden Beitrag zum Schutz der Biodiversität geleistet habe. Ihre Leidenschaft und Hingabe an die Natur seien ein Beispiel dafür, wie man mit Hilfe von ehrenamtlichem Engagement unsere Umwelt positiv beeinflussen könne.
Sabine Schwabe ist nicht nur für den sensationellen Fund des Deutschen Totengräbers bekannt, sondern auch für eine Vielzahl an ehrenamtlichen Projekten und Initiativen zum Schutz von Insekten. Ihre Arbeit ist geprägt von umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen. Mehr als 900 Stunden investierte sie in das Projekt „Tod ist Leben“ im Naturschutzgebiet Rosengarten in Gundersheim. Die Ergebnisse der Studie zeigen eine beeindruckende Steigerung des Insektenvorkommens um mehr als 400 Prozent mit Hilfe von Auslegung von Wildtierkadavern.
Neben ihrem Forschungsprojekt hat Schwabe auch in verschiedenen anderen Bereichen Großes geleistet. Bei der Insektenerhebungen im Höllenbrand in Gundersheim untersuchte sie die Nahrungsgrundlage des vom Aussterben bedrohten Steinschmätzers und den möglichen Einfluss des Weinbaus auf die Insektenvielfalt.
Schwabe engagierte sich auch in der Kartierung von Insektenarten in Rheinhessen und dem Landkreis Alzey-Worms, wobei sie sich auf Tag- und Nachtfalter, Käfer, Wanzen und Heuschrecken spezialisierte. Ihre umfassende Arbeit hat zur Entwicklung von Pflege- und Schutzmaßnahmen beigetragen, die von Naturschutzverbänden und Gemeinden genutzt werden.
Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit war Schwabe bis 2024 als ehrenamtliche Leiterin der Naturkindergruppe „Die BUNDspechte“ aktiv, in der sie Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren die heimische Tier- und Pflanzenwelt näherbrachte. Ihre Leidenschaft für den Natur- und Artenschutz zeigt sich nicht nur in ihrer eigenen Forschung, sondern auch in ihrer Bereitschaft, Wissen und Begeisterung für den Schutz der Natur an die nächste Generation weiterzugeben.
„Was man kennen, lieben und verstehen lernt, wird man auch schützen“, sagt Schwabe, die ihr Engagement mit dem Ziel verfolgt, das Bewusstsein für die Bedeutung von Insekten und deren Schutz zu fördern. Ihre öffentliche Aufklärungsarbeit und die Vielzahl von Exkursionen, Vorträgen und Social-Media-Aktivitäten tragen maßgeblich dazu bei, das Thema „Insektensterben“ in den Fokus der Gesellschaft zu rücken.
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