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  • Mi., 31. Mai 2023, 17:45 Uhr
    WORMS: Archäologische Erforschung des Domumfeldes geht weiter / Bessere Datierung von Taufpiscina erhofft

    Per Bodenradar auf der Suche nach archäologischen Schätzen

    Das Umfeld des Wormser Doms wird von Altertumswissenschaftlern unter anderem per Bodenradar untersucht; der Zugang zum Dom bleibt allerdings gewährleistet. Foto: Robert Lehr


    Am Freitag, dem 2. Juni, wird der Domplatz zumindest zeitweise abgesperrt sein. Darauf weist das Dompfarramt dieser Tage hin. Und: Nein, es sei kein neuer Hausbau vor dem Dom geplant, fügt Propst Tobias Schäfer gleich hinzu. Der Hintergrund seien vielmehr vertiefende Untersuchungen, die noch im Kontext der archäologischen Funde beim Bau des Hauses am Dom stünden. Das gesamte Feld vor dem Dom soll mit Boden-Messsonden untersucht und vermessen werden. Auf diese Weise hofft man, ohne aufwändige Eingriffe und Grabungen im Boden noch erkennbare Mauerstrukturen und verborgene archäologische Befunde kartieren zu können.

    Geophysikalische Prospektion

    Die geophysikalische Prospektion, zu der Teile des Domplatzes ab 9 Uhr zeitweise abgesperrt werden müssen, steht im Zusammenhang mit der Auswertung und vertiefenden Erforschung der Grabungsbefunde rund um die Taufpiscina im Haus am Dom. Mit der Auswertung der Grabungsbefunde war bereits im vergangenen Jahr die Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim mit ihrem Leiter Holger Grewe beauftragt worden. In Absprache mit der GDKE (Generaldirektion kulturelles Erbe), der Landesarchäologie und der Domgemeinde konnte Grewe die Grabungsbefunde weiter untersuchen. Seine Erkenntnisse hätten die Hypothese erhärten können, dass es sich bei dem im Haus am Dom präsentierten Befund um eine frühmittelalterliche Taufpiscina handelt, berichtet Propst Tobias Schäfer.

    Hochspannend seien darüber hinaus die Erkenntnisse, die Holger Grewe über das bauliche Umfeld dieser Anlage gewinnen konnte, die nun aber auch noch weitere vertiefende Untersuchungen erfordern.

    Man sei sehr dankbar, dass sowohl die GDKE als auch das Bistum Mainz nun in einer gemeinsamen Kooperation mit der Forschungsstelle Kaiserpfalz die finanziellen Mittel bereitgestellt hätten, um die Untersuchungen fortzuführen und zu vertiefen mit dem Ziel, die archäologischen Befunde exakter zu datieren und in den baulichen Kontext einordnen zu können.

    Bauliche Zusammenhänge besser sichtbar machen

    Geplant sind unter anderem Probeentnahmen von datierbarem Material an der mutmaßlichen Taufpiscina selbst. Dies geschehe, so betont Holger Grewe „minimal-invasiv“, also so, dass die Anlage selbst möglichst wenig tangiert werde. Notwendig sei auch eine weitere Sichtung und Auswertung der bei den Grabungen 2015/2016 dokumentierten und sichergestellten Funde und Befunde, so Grewe weiter. Und schließlich die geophysikalische Untersuchung des Umfeldes, um bauliche Zusammenhänge besser sichtbar machen zu können. Für diese Untersuchung kämen, je nach Beschaffenheit des Untergrundes, Bodenradar bzw. elektrische oder magnetische Verfahren zum Einsatz. Die geophysikalische Untersuchung wird von einem Messteam unter Leitung von Prof. Peter Haupt vom Institut für Altertumswissenschaften an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt.

    „Wir wissen natürlich, dass auf dem Domplatz bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts die Johanniskirche stand und sind gespannt, was davon die Untersuchungen sichtbar machen können. Aber genauso spannend ist der Bereich zum Haus am Dom hin: hier konnten die Grabungen Strukturen und Bauwerke aufzeigen, von denen wir zum Beispiel noch nicht wissen, wie weit sie in den Domplatz hineinragten“, erläutert Propst Schäfer.

    Vortrag über Erkenntnisse geplant

    Am Freitag, dem 22. September, sei , so die Pressemitteilung der Domgemeinde, um 19 Uhr in Kooperation mit dem Altertumsverein Worms im Haus am Dom eine Vortragsveranstaltung geplant, bei der Holger Grewe die Erkenntnisse aus seinen Untersuchungen in Form eines Zwischenberichtes der Öffentlichkeit präsentieren werde.

    Zugang zum Dom gewährleistet

    Der Zugang zum Dom bleibt am kommenden Freitag trotz der Untersuchungen über das Südportal jederzeit möglich.

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