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  • Mo., 14. Juli 2014, 13:49 Uhr
    Aktion der Bildungsreferentin des Weltladen Worms im Waldkindergarten

    Wo kommt die Schokolade her?

    Zusammen mit Kasperl und Seppel machten sich die Kinder Anfang Juli auf die Suche nach der Herkunft der Schokolade.


    Was fair ist und was nicht, wird bereits unter den Kleinsten im Sandkasten ausgefochten. Was Fairness in der globaleren Welt des Konsums bedeutet, versuchte Bettina Keiper, Bildungsreferentin des Weltladen Worms, den Kindern des Waldkindergartens am Beispiel Schokolade spielerisch näher zu bringen.

    Zusammen mit Kasperl und Seppel machten sich die Kinder Anfang Juli auf die Suche nach der Herkunft der Schokolade. Sie erfuhren, wie die Familien in Kakao-Anbauländern wie Ghana leben, wie viel Arbeit in unserer Schokolade steckt und was fair gehandelte Schokolade ist.

    Nachdem Kasperl und Seppel den Kindern den Mund wässrig gemacht hatten, durften die Kinder natürlich auch noch naschen und machten zum Abschluss leckere Fruchtspieße mit Schokolade aus dem Weltladen.

    Die Schokoladenaktion wurde finanziert vom Entwicklungspolitischen Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN e.V.) mit Mitteln von LOTTO RLP.

    Schokolade gehört zu den beliebtesten Süßigkeiten, die Deutschen essen rund elf Kilogramm pro Kopf und Jahr. Rund 12,4 Prozent des weltweit angebauten Kakaos – und damit fast jede achte Bohne – wird in Deutschland konsumiert.  Die sozialen und ökologischen Probleme bei der Produktion von Kakao haben jedoch in der Vergangenheit wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Im Mittelpunkt standen dabei Berichte über Kinderarbeit in den westafrikanischen Produktionsländern, von wo 70 Prozent des Kakaos kommt.

    In zahlreichen Ländern Westafrikas und Lateinamerikas ist die Kakao-Produktion Haupteinnahmequelle von vielen Familien. Stark schwankende und meist sehr niedrige Preise üben Druck auf die Kakaoanbauer aus, der zur Kinderarbeit führt.Schätzungsweise 90 Prozent des weltweit produzierten Kakaos stammen von Familienbetrieben, die oft nur kleine Felder von weniger als fünf Hektar bewirtschaften. Viele Kleinbauern wissen gar nicht, was ihre Produkte wert sind. Zwischenhändler nutzen diesen Zustand aus und bezahlen ihnen deshalb oft viel zu niedrige Preise, die unter dem eigentlichen Marktwert liegen.

    Der Faire Handel ist eine internationale Bewegung für mehr Gerechtigkeit im Welthandel. Die Bezahlung fairer Preisen ist dabei nur ein Merkmal – so werden z.B. langfristige, transparente und partnerschaftliche Handelsbeziehungen ohne unfairen Zwischenhandel unterhalten, benachteiligten Produzenten der Marktzugang ermöglicht und auf Wunsch Vorfinanzierungen geleistet.

    Ein weiterer Aspekt ist die Sicherung der Rechte der Arbeiter, Kleinbauern und ihrer Organisationen im Süden, sowie die Sicherung der Rechte von Kindern und die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen. Durch Informations- und Bildungsangebote werden Position und Selbstorganisation der Produzenten und Handelspartner im Süden gestärkt. Der Faire Handel fördert zudem die Umstellung auf biologische Landwirtschaft zum Schutz von Mensch und Umwelt. Überprüfungsmechanismen stellen sicher, dass die Kriterien des Fairen Handels eingehalten werden. Neben der Vermarktung fair gehandelter Produkte haben es sich die rund 800 Weltläden in Deutschland zur Aufgabe gemacht, über Informations- und Bildungsarbeit ein entwicklungspolitisches Bewusstsein auf Konsumentenseite zu fördern. Dabei werden Fragen des Welthandels und andere relevante Inhalte wie z.B. Ernährungssicherheit und Klimawandel thematisiert.

    Darüber hinaus soll mit politischen Kampagnen eine Beeinflussung der öffentlichen Meinung, Veränderung der politischen Rahmenbedingungen, sowie eine Mobilisierung kritischer Konsumenten und dadurch Veränderung des Konsumverhaltens erzielt werden.

     

    Der Wormser Weltladen besteht seit 1992 und befindet sich am Obermarkt in Innenstadt. Rund 50 Ehrenamtliche engagieren sich in Ladendiensten sowie in der Organisation rund um den Laden, Veranstaltungen und Vereinsarbeit.  Das Weltladen-Team ist ständig auf der Suche nach „Fair“-Stärkung.

    Kontakt: 

    E-Mail: weltladen-worms@gmx.de

    Christiana Neßler (Ladenleitung) Telefon: 06241/970049    oder

    Dr. Dagmar Loskill (1. Vorsitzende Eine-Welt-Laden Worms e.V.) Telefon: 06241/5026752

     

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