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  • Do., 12. April 2018, 15:25 Uhr
    Lesung vor der Stadtratssitzung

    Woche gegen Rassismus

    Oberbürgermeister Michael Kissel dankte Dominique Frank. Foto: Gernot Kirch

    Bevor der Stadtrat im April eines jeden Jahres zur politischen Tagesordnung übergeht, ist es zur Tradition geworden, dass im Rahmen der Woche gegen Rassismus eine kurze Lesung erfolgt. In diesem Jahr widmete sich die in der Partnerstadt Auxerre geborene und in Worms eingebürgerte Französin Dominique Franck der Rede von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in der Assemblée nationale in Paris am 22. Januar 2018.


    Zunächst machte Oberbürgermeister Michael Kissel jedoch die Ratsmitglieder mit seinem charmanten und nicht jedem bekannten Gast vertraut. Ihren Ehemann, einen gebürtigen Wormser, lernte Dominique Franck bei einer Judoveranstaltung in Auxerre kennen und lieben. 1996 heirate das Paar, das einen Sohn und eine Tochter zur Welt brachte.


    Mit dem Sport ist das Ehepaar weiter verbunden. Beide sind ehrenamtlich als Übungsleiter beim 1. Judo-Club Worms engagiert. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin für Sport und französische Sprache an der Realschule in Bobenheim pflegt Dominique Frank die deutsch-französischen Beziehungen ehrenamtlich in der Kriegsgräberfürsorge und im Verein Association Des Francais à l´Étranger im Rahmen einer deutsch-französischen Kindergruppe.


    In ihrer knapp zehnminütigen Lesung rief sie Wolfgang Schäubles Worte anlässlich des 55. Jahrestages des Elysée-Vertrages in Erinnerung und die beeindruckende Entwicklung der einst verfeindeten Länder Frankreich und Deutschland. Der Weitsicht von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer sei es zu verdanken, dass Deutsche und Franzosen trotz unterschiedlicher Kulturen und Traditionen einen tiefgreifenden Versöhnungsprozess erlebten, der im Elysée-Vertrag mit der Vereinbarung einer engen Zusammenarbeit seinen Beginn markierte. 


    Dass man heute in einem vereinten Europa friedlich zusammenlebe, seien keine Selbstverständlichkeit und auch kein Selbstläufer. Immer wieder aufs Neue gelte es, für dieses vereinte Europa und den seit Jahrzehnten bestehenden Frieden unter den Völkern politisch wie auch individuell einzutreten. Gleichwohl stünde die EU auch vor der großen Herausforderung, sich der zunehmenden Globalisierung und Digitalisierung anzupassen und die sozialen Rechte in Europa zu stärken, reflektierte Dominique Franck mit wenigen Worten die umfassende Rede des Bundestagspräsidenten, der sich dafür stark macht, den Elysée-Vertrag den veränderten Herausforderungen unserer Zeit anzupassen. Nachdem der Beifall der Ratsmitglieder abgeklungen war, dankte Oberbürgermeister Michael Kissel der gebürtigen Französin mit deutschem Pass sehr herzlich für ihren Beitrag und überreichte Dominique Frank als Wertschätzung und Anerkennung einen Blumenstrauß.

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