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  • Fr., 17. Juni 2016, 14:01 Uhr
    Seitherige  Entwicklung und Verbesserungspotential

    Wohnmobilstellplatz Kastanienallee

    Der Wohnmobilplatz in Worms verdankt seine Existenz maßgeblich der Initiative eines Wormser Wohnmobilisten, die im Bereich Stadtentwicklung positiv aufgenommen wurde. Der Initiator verhandelte mit dem damaligen Inhaber des „Hagenbräu“ über die Einrichtung einer Sanitärstation in der Nähe des ersten Standortes am kleinen Festplatz und brachte viel persönliches Engagement und Sponsoring in die Entwicklung ein. Später wurde der Platz, vor allem wegen des Verkehrslärms auf der Rheinbrücke, weiter nach Norden an den heutigen Standort verlagert. Er sollte nur vorübergehend, bis zur Umgestaltung des Rheinufers, dort bleiben. Zur Erinnerung: Damals stand noch eine Bewerbung um die Landesgartenschau mit dem Schwerpunkt Rheinufer im Raum. Der Standort wies Vorteile auf, wie die Nähe zu gastronomischen Betrieben am Rheinufer und die gute Erreichbarkeit der Innenstadt von dort aus. Als Nachteil erwies sich das Fehlen einer technischen Infrastruktur unmittelbar am Platz. Dem wurde vor ein paar Jahren durch die Herstellung von Stromanschlüssen zum Teil Rechnung getragen. Immer noch allerdings gilt der Standort nicht als endgültig, u.a., weil beim hochwasserschutzgerechten Ausbau die Kastanienallee um gut einen halben Meter höher gelegt werden muss und grundsätzlich für Kraftfahrzeugverkehr gesperrt werden soll, so dass der Wohnmobilplatz nicht mehr erreichbar wäre. 


    Wie vom Initiator des Wohnmobilplatzes vor 15 Jahren prophezeit, hat sich der Tourismus mit Reisemobilen dynamisch entwickelt und spricht eine für den Kulturtourismus in Worms interessante Zielgruppe an. Verständlich also, dass immer wieder Anregungen zur Verbesserung der Situation geäußert werden. „Solche Hinweise, oft von aktiven und engagierten Reisemobilisten, nutzen wir gerne zur Orientierung bei unseren Überlegungen für die Weiterentwicklung dieser touristischen Einrichtung“, so Beigeordnete Petra Graen. „Leider hat sich ein Campingplatzstandort in Worms, der selbstverständlich auch den Reisemobilplatz umfasst hätte, nicht realisieren lassen.“ Hauptproblem ist nach wie vor, dass der Zeitraum, in dem der Wohnmobilplatz am angestammten Ort erhalten bleibt, nach wie vor unbestimmt ist. Das erschwert Investitionsentscheidungen, etwa die Einrichtung einer Ver- und Entsorgungsstation direkt am Platz.  Dabei sind die Kosten der Station selbst gar nicht das Hauptproblem; teuer wird vielmehr die Anbindung an die Wasserversorgung und den Kanal in Verbindung mit den dafür notwendigen Erdarbeiten. „Außerdem ist es wenig sinnvoll, solche Arbeiten jetzt durchzuführen und bei der Umgestaltung der Kastanienallee die Leitungen dann möglicherweise wieder verlegen zu müssen“, so der Chef der Touristinfo, Bernd Leitner. 


    Um ein möglichst umfassendes Bild aus Sicht der Nutzer des Platzes zu erhalten, läuft seit Beginn der Tourismussaison 2016 eine Befragung der Platzbesucher. Daraus erhoffen sich die Verantwortlichen Rückschlüsse auf die Punkte, die verbessert werden müssen und können, um den gestiegenen Ansprüchen an den Komfort solcher Stellplätze Rechnung zu tragen. Volker Roth, Bereichsleiter Stadtentwicklung, erläutert dazu: „Bei der Einrichtung des Platzes hat sich niemand darüber beklagt, dass die Entsorgungsstation hinter dem „Hagenbräu“ nur mit schwierigem Rangieren zu erreichen sei. Jetzt ist das einer der Kritikpunkte, die in sozialen Netzwerken auftauchen: Von anderen, moderneren Standorten sind die Touristen inzwischen einfach Besseres gewohnt“. 


    Andererseits sind sich auch die Kritiker des Standortes nicht einig. Kritisiert werden der LKW-Lärm auf der Kastanienallee, die Geräuschbelastung durch die benachbarte Strandbar im Sommer, die angeblich mangelnde Attraktivität der Stadt Worms selbst oder die Geruchsbelästigung – nie jedoch die optische Beeinträchtigung – durch den benachbarten Gewerbebetrieb. „Es hilft nicht viel, nur die technische Ausstattung am Standort zu verbessern, wenn die Kritik sich überwiegend auf andere Faktoren stützt“, so Beigeordnete Petra Graen. Vielleicht rückt nach der Auswertung der Umfrage im  Herbst dann doch die Suche nach einem besseren Standort noch einmal ins Zentrum der Überlegungen. „Wir sind auch offen für Gespräche mit privaten Interessenten für den Betrieb eines Wohnmobilplatzes. Entscheidend ist der richtige Standort – dann können wir uns gut vorstellen, zur Vermeidung von Konkurrenzen, den bestehenden Platz zu schließen“, so die Beigeordnete.


     

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