FASTNACHT: Der Carneval-Club-Osthofen (CCO) feiert seine Prunksitzung im Stil von Micky Maus & Co
Wonnegauhalle wird zum Disneyland
Die Osthofener Wingertshexen lehrten das Publikum mit ihrem Malefiz-Tanz das Fürchten. Foto: Erhard Clemens
Schneewittchen, Rapunzel und Malefiz in Osthofen? Nein, die Walt-Disney-Themenwelt hat keinen neuen Freizeitpark in der rheinhessischen Kleinstadt eröffnet. Könnte man aber fast meinen, wenn man sich die Wonnegauhalle an diesem Abend betrachtet hat. Unter dem Motto „Fantasie rund um die Maus beim CCO im Narrenhaus“ feierte der CCO seine diesjährige Prunksitzung und nahm das närrische Publikum mit auf eine märchenhafte Reise.
Eine Reise quer durch Walt Disneys Welt
Zum Auftakt spielte traditionell die Zwergencrew des Kirchenmusikvereins Osthofen den Narhallamarsch. Gemeinsam mit dem CCO-Elferrat und den Tänzerinnen der CCO-Seebachflöhe eröffneten sie das närrische Treiben an diesem Abend. Letztere heizten dem Publikum gleich im Anschluss mächtig zu den hawaiianischen Klängen des Films „Lilo und Stitch“ ein. Die Tanzgruppe der CCO-Dance Illusion hingegen lieferte einen klassischeren Disney-Stoff: die mitreißende Tanzshow fand ganz nach Disneys Sitte zum Happy End und Rapunzel konnte aus dem Turm der bösen Stiefmutter befreit werden.
Ganz und gar nicht böse hingegen sind die Osthofener Wingertshexen. Und doch ließen sie einigen im Publikum mit ihrer düsteren Malefiz-Darbietung einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Etwas sonniger wurde es dann beim Elferrat, bei dem die sieben Elfer-Zwerge um die Gunst des gesichtsbehaarten Schneewittchens (David Knierim) buhlten. „Kein Wunder, denn sie lebt schon so lange im Wald und dort gibt es eben keinen Rasierapparat“, ließ Erzähler Max Müller das Publikum wissen.
„Ranzengarde von Osthofen“
Um kosmetische Fragen ging es beim Männerballett „Schoppendales“ dann eher weniger. Die liebevoll als „Ranzengarde von Osthofen“ betitelte Männertanzgruppe brachte die Halle im Maori-Kostüm mit einem rheinhessischen Haka-Tanz und den Klängen des Films „Vaiana“ zum Beben.
Bunter Klamauk und der Tod in der Bütt‘
Auch in der Bütt‘ setzt man beim CCO auf Traditionen und so führte „De Bischoff vun Oschdoffe“ (Sitzungspräsident Kai Kronauer) wieder die Riege der Rednerinnen und Redner an diesem Abend an. Während Ampel-Regierung auf Bundesebene und die rheinland-pfälzische Landespolitik ihr Fett wegbekamen, wagte der Bischoff auch einen Zukunftsblick auf die anstehende Kommunalwahl. In Osthofen wird 2024 nämlich wieder der Bürgermeister gewählt und „beide Kandidaten verstehen was von ihrer Arbeit“ ist er sich sicher und ruft das närrische Publikum zum Gang an die Urne auf.
Goller: Worms plagiiert Osthofener Weinmeile
Apropos Osthofener Bürgermeister: dieser (Thomas Goller) gab sich auch die Ehre und trat als „Gewidderforzer“ ungeplant als Solokünstler auf. Ungeplant deshalb, da Bühnenpartner Boris Ritscher kurzfristig erkrankt war und nicht auftreten konnte. Goller griff musikalisch die Wormser Weinmeile auf, die ja eigentlich nur ein Plagiat des Originals aus Osthofen sei. Mit einem Augenzwinkern in Richtung der Nachbarstadt flaxte er: „Worms is Englisch fer „Wärmmer“, mir sin do besser droa un unser Feschd is schänner!“. Siegrid Loris stieg in diesem Jahr als „e aldie Vereinsmeierin“ in die Bütt‘ und berichtete aus dem besonderen Alltag einer sogenannten „Diättante“.
Nicht fehlen durften an diesem Abend natürlich die CCO-Eigengewächse Max Müller und Josie Geißler, die als „Streitgiggel“ wieder köstlich-entlarvende Szenen aus einer deutschen Durchschnittsehe auf die Bühne brachten. Und auch der Tod war beim CCO zu Gast, René Mücke berichtete als Sensenmann vom Alltag auf dem Osthofener Friedhof und klagte über sein Arbeitspensum: „Noch 11 Tode fer heit Obend, säscht moi Smartwatch! Isch hab noch e bissje was vor!“.
Tolle Musik und ein besonderes Jubiläum
Die CCO-Houseband ist seit Jahren fester Bestandteil der Osthofener Fastnacht. „Wenn das Wasser im Rhein gold’ner Wein wär‘“, „Wir kommen alle in den Himmel“ oder die klassischen Schunkelrunden: das närrische Publikum dankte es den drei Musikern und ging voll mit. Kai Kronauer präsentierte zu späterer Stunde als Dieter Thomas Kuhn die bekannten Gassenhauer des Schlagerstars in Vollplayback. Und das Osthofener Publikum bewies hierbei absolute Textsicherheit.
Rasanter Abschluss
Den rasanten Abschluss machten wieder die Seebachmaisjer, das Showtanzflagschiff des CCO, verkleidet als Lightning McQueen aus dem Pixar-Film „Cars“. „Mit Vollgas ins närrische Jubiläum“ rasen die Seebachmaisjer auf den Bühnen der Region und blicken dieses Jahr auf 22 Jahre Bestehen zurück. Ein Anlass, den CCO-Chef Rolf Allrich und CCO-Jugend- und Tanzwartin Katinka Hahn auch gebührend würdigten. Bei der Ehrung von Anette Bodderas-Schwarz (Gründerin der Seebachmaisjer) und den beiden Trainerinnen Ramona Schwarz und Janine Bender, kullerte die ein oder andere Freudenträne die Wangen herab.
Fazit
Eine tolle Sitzung des CCO in der wieder imposant hergerichteten Wonnegauhalle. Das Publikum darf sich definitiv auf die kommenden Events der Osthofener Fastnachter freuen. Der CCO-Vorstand wird bald das schon das Motto der nächsten Kampagne veröffentlichen.