
Von Klaus Diehl Die Defensive stand wechselnd mit Fünfer- und Viererkette sicher – man ließ nur zwei Chanen zu – das Umschaltspiel nach vorne wird immer besser und auch das Toreschießen klappte diesmal. Wobei bei weitem zwei weitere Hände nicht ausreichen, um die möglichen weiteren Torchancen aufzuzählen. Der Zweibrücker Torwarttrainer Jean-Michel Caillas, der seinen Chef Guido Hoffmann vertrat, sprach von nur einem heraus gespielten Tor und alle anderen Tore seien Fehler seiner Spieler gewesen, lag da sichtlich daneben. Denn zum einen wurden sie an diesem Tag von den fleißigen und lauffreudigen Wormaten bei so viel Druck eben zu Fehlern gezwungen. Da hätte es ihm als Torwart-Trainer sicherlich besser zu Gesicht gestanden sich bei seinen zwei eingesetzten Keeper zu bedanken, die eine mögliche zweistellige Niederlage verhinderten. Da war viel Glück dabei. Alleine der eingewechselte Zahit Findik wirkte wie aufgedreht und vergab alleine und ungelogen fünf sogenannte 100-prozentige Torchancen. Mit schnellem Antritt suchte er vehement das gegnerische Tor, wobei das runde Spielgerät zwischen der 69. und 86. Minute partout nicht in das Gästetor wollte. Entweder gerade noch vor oder auf der Linie abgewehrt werden konnte oder der zweite Gästetorhüter Mirko Gerlinger das letzte Hindernis war.

Apropos Torhüter
Erneut musste mit Tyler Austin Miller ein Torhüter, diesmal auf Zweibrücker Seite, wegen angeblichen Handspiels außerhalb der Strafraumgrenze in der 65. Minute vorzeitig vom Platz. War dies dem Wormaten Tim Paterok gegen den Freiburger SC II passiert, wo bis heute keinerlei Aufzeichnungen Klarheit bringen konnten, so war dies diesmal eine absolute Fehlentscheidung. Der Zweibrücker Schlussmann wehrte den Ball gegen anspringende Wormaten und Mitspieler eindeutig mit der Schulter ab, doch Thorsten Braun (Saarbrücken), sah da zum Gelächter der 1167 Zischauer den Oberarm. Warum hatte er denn seine Brille nicht auf, wie bei der Abreise nach dem Spiel mit dem Auto. „Mit der Brille wäre dies nicht passiert“. Die Zuschauer honorierten dies mit einem aufmunternden Beifall für den Torhüter, der auch nach dem Schlusspfiff sein Pech nicht fassen konnte und vehement – er beherrscht die deutsche Sprache nicht – immer wieder auf seine rechte Schulter zeigte.
Zu diesem Zeitpunkt stand es schon 2:0
Es war wohl nicht der Tag des US-Boys, der auch vor Saisonbeginn schon einmal im Training bei den Wormaten war. Denn in der 3. Minute wurde er mit einem verunglückten Abschlag, unfreiwilliger Passgeber für Florian Treske. Dieser schaute sich kurz um und legte Alper Akcam bei, der Rest war Geschichte. Sicherlich ärgerlich, denn bis zu seinem unfreiwilligen Ausscheiden, zeigte er Glanzparaden am Fließband. Endlich einmal ein frühes Tor für die Wormaten, die erneut mit der Fünferkette begannen. Doch diese wirkte schon ein weiteres Stück verbessert, was das Umschalten auf Offensive betraf.
Ballbesitz
bei Ballbesitz ging sofort die Post ab, zumal die Gäste überhaupt nicht wussten, gegen wen sie eigentlich verteidigen sollten. Denn aus einer Fünferkette und später viererkette lässt sich auch erfolgreicher und ebenso ansehnlicher Fußball spielen. Besonders wenn sich auf den Außenpositionen Eugen Gopko (rechts) der nach der Pause auch zweimal knapp an einem Torerfolg scheiterte, sowie auf der linken Seite Sascha Wolfert und später Björn Weisenborn sich sofort auf Offensive begaben. Da auch Alan Stulin seine Position im Mittelfeld schon viel agiler inzwischen zu nutzen versteht, Ricardo Antonucci sowieso kompromisslos im Zweikampf ist und auch Benjamin Himmel nach seiner Oberschenkelzerrung eine Halbzeit sehr agil wirkte, sah sich Zweibrücken vermehrt in die Defensive gedrängt. Zumal sich abwechselnd Kristian Maslanka und Benjamin Maas in der Offensive einschalteten, und vorne Florian Treske und Alper Akcam stets eine Gefahr für das Gästetor bildeten, fiel das 2:0 in der 34. Minute durch Florian Treske nach einer Linksflanke mehr oder weniger zwangsläufig.
Fast nur in eine Richtung
Auch nach dem Seitenwechsel waren es die Wormaten, die jetzt fast nur noch eine Richtung fanden. Doch sollte es trotz vieler Turbulenzen im Gästestrafraum bis zur 71. Minute dauern, ehe Alan Stulin mit einem herrlichen Schuss links oben ins Dreieck zum 3:0 traf. Nur fünf Minuten später erhöhte Florian Treske auf 4:0, und setzte sich mit bisher erzielten 17 Toren wieder an die Torjägerspitze der Regionalliga Südwest. Den Schlusspunkt setzte Benjamin Maas sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit, in einem äußerst fairen Spiel gegen sicherlich teilweise überforderte Gästespieler. Ein bisschen Wiedergutmachung gegen die völlig veränderte und weitaus billigere Elf aus dem Zweibrücker Stadtteil Niederauerbach. Denn gegen diese hatten die Wormaten die letzten drei Spiele verloren und sogar in der EWR-Arena letzten Oktober im Südwest-Verbandspokal. Für Zweibrücken war es die 14. Niederlage in Folge und es wird wohl etwa dauern, wie und wann man den Angstgegner wieder in der EWR-Arena begrüßen kann.

Am 4. Mai beim FC Nürtingen
Das nächste Spiel bestreiten die Wormaten erst am Montag, den 4. Mai um 19 Uhr, beim FC Nürtingen. Auch hier haben die Wormaten noch etwas gut zu machen. Fazit: Wenn die gegen Zweibrücken gezeigte Spielfreude und Laufbereitschaft weiter anhält, ja man sogar noch etwas drauflegen kann, so werden zu den bisher erreichten 46 Punkten in den noch ausstehenden Spielen, nach Nürtingen kommt der TuS Koblenz nach Worms, dem folgt das Derby beim SV Waldhof und am 23. Mai zum Abschluss soll mit dem 1. FC Saarbrücken noch einmal ein Höhepunkt eine Saison beenden wird, in der die „Alte Dame Wormatia“ wieder zu besseren und noch ausbaufähigen positiven Tugenden – wenn auch mit einem Tief - zurückgefunden hat.
Gegen den SVN-Zweibrücken spielten: Tim Paterok. Eugen Gopko, Benjamin Maas, Kristian Maslanka, Meik Karwot, Sascha Wolfert (60. Enis Saiti), Ricardo Antonaci (60. Zahit Findik), Benjamin Himmel(46. Björn Weisenborn), Alan Stulin, Florian Treske, Alper Akcam.