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  • So., 10. Dezember 2023, 08:00 Uhr
    RHEINHESSEN: Erste illustrierte Gesamtdarstellung römischer Geschichte zwischen Rhein und Nahe / Im Museumsshop des Andreasstiftes in Worms erhältlich

    Worms als Hauptort des römischen Rheinhessens

    Perspektivisch blickt die Rekonstruktion des historischen Borbetomagus auf das Umfeld des heutigen Doms zu Worms. Aquarell: André Brauch/morisel Verlag


    Von Florian Helfert › André Brauch, Rudolf Büllesbach und Lutz Luckhaupt illustrieren die Geschichte des heutigen Rheinhessens über einen Zeitraum von 500 Jahren – so lange gehörte die Region zum römischen Weltreich. Nur wenige Landstriche in Deutschland weisen einen längeren Abschnitt römischer Zivilisation auf.

    Im Mittelpunkt zwischen Rhein und Nahe: Worms! Neben Mainz war sie administrativ die wichtigste Stadt, denn Worms war der Hauptort der Stadtgemeinde (civitas) der Vangionen. Die Fläche der Stadtgemeinde erstreckte sich vom Rhein im Osten, nordwestlich bis zur Nahe und im Westen bis in die Westpfalz hinein. Somit umfasste sie rund 3.000 Quadratkilometer. „Das Gebiet um Mainz war sozusagen militärische Nutzfläche und aus dieser Stadtgemeinde herausgenommen“, so das Autorentrio. Erst in spätantiker Zeit sei in Mainz eine eigene Stadtgemeinde entstanden.

    Römerregion mit großer Geschichte

    Von links: Rudolf Büllesbach, Gastgeberin Ulrike Breitwieser, Lutz Luckhaupt und Verleger Alfred Büllesbach präsentieren ihr Werk sowie die Rekonstruktion, wie Worms im Jahr 380 nach Christus ausgesehen haben könnte. Foto: Florian Helfert


    „Rheinhessen leben in einer Römerregion und können selbstbewusst auf das römische Erbe verweisen“, erklärte Rudolf Büllesbach bei der Präsentation des populärwissenschaftliches Buches im städtischen Museum Andreasstift.

    Für den morisel Verlag ergänze Alfred Büllesbach: „Genau das zeigen wir im Buch und können damit zur rheinhessischen Identität beitragen“. Diese werde heute vorrangig durch touristische Angebote sowie die hiesige Weinkultur geprägt.

    Mangels leicht erkennbarer Überbleibsel aus römischer Zeit werde leider allzu leicht vergessen, dass ganz Rheinhessen ein halbes Jahrtausend als Teil des römischen Reiches eine großflächige Stadtgemeinde mit Worms als Hauptort im Einzugsgebiet der Provinzhauptstadt Mainz sowie der Kaiserstadt Trier gebildet habe.

    135 Abbildungen auf 160 Seiten

    Unter der Leitfrage „Wie kann das römische Erbe lebendig sichtbar gemacht werden, wenn dieses nicht mehr eindrucksvoll vor Ort zu sehen ist“ zeichnen die Autoren die römische Geschichte auch darum anhand von 135 Abbildungen gekonnt und gut lesbar nach.

    Neben Fotografien und ausführlichen Erläuterungen ist dank 30 überwiegend großformatigen Rekonstruktionen erstmals zu sehen, wie die historischen Orte damals tatsächlich ausgesehen haben könnten. An der Wormser Re„kunst“ruktion des Festungs-, Architektur- und Historienmalers André Brauch, hat Ulrike Breitwieser, Verwaltungsleiterin Museen der Stadt Worms, schmunzelnd bereits Interesse als mögliches Ausstellungsstück bekundet.

    Mehrere neu gestaltete Karten und Stadtpläne stellen den Bezug zur heutigen Topografie her.

    Ein römischer Helm im Andreasstift, welches von Wormser Schulklassen bei freiem Eintritt besucht werden kann. Foto: Florian Helfert


    Museen und Schauplätze entdecken

    „Die Museen der Region mit Funden aus der Römerzeit“, so Lutz Luckhaupt abschließend, „haben für unsere Arbeit im Vorfeld eine sehr wichtige Rolle gespielt – wir haben sie alle besucht“. Als kleines Dankeschön enthält die Publikation eine Übersicht der wichtigsten Museen und weiteren Sehenswürdigkeiten.

    Den Entdeckergeist der Leser sowie an Geschichte interessierter Bürger unter anderem in Anbetracht der Wormser Gesichtskrüge zu wecken, darauf hoffen nun die Autoren und ihr Verleger im Verbund mit Ulrike Breitwieser seitens des städtischen Museums.

    Mehr Informationen unter https://das-roemische-rheinhessen.de
    André Brauch, Rudolf Büllesbach, Lutz Luckhaupt
    Römisches Mainz und Rheinhessen entdecken
    2. Auflage, erweiterte und überarbeitete Ausgabe
    Hardcover 24 cm Breite x 29 cm Höhe
    160 Seiten, mit 135 Abbildungen, darunter 30 Rekonstruktionen
    ISBN: 978-3-943915-59-4
28 Euro
    morisel Verlag

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