MdL Jens Guth (SPD) besucht Erfolgsmodell Pestalozzi-Grundschule
„Worms braucht mehr Ganztagsschulen“
Seit 13 Jahren ist die Pestalozzi-Grundschule nun schon Ganztagsschule und erfüllt im Wormser Nordend viel mehr als nur den Bildungsauftrag für mittlerweile 250 Wormser Grundschüler/innen. Um sich vor Ort von der aktuellen Situation ein Bild zu machen und im Hinblick auf den Wunsch weitere verpflichtende Ganztagsschulen in Worms zu etablieren, besuchte der Wormser Landtagsabgeordnete und SPD-Vorsitzende Jens Guth am vergangenen Freitag gemeinsam mit der Stadträtin Patricia Sonek die Schule in der Bensheimer Straße und tauschte sich mit Schulleiterin Caroline Strauß über die Vorteile des Schulmodells aus.
„Die Ganztagsschule ist ein Erfolgsmodell und ein Segen für unsere Grundschüler“, versicherte Caroline Strauss den beiden Politikern. Insbesondere als Entlastung für berufstätige oder alleinerziehende Eltern und Eltern mit Migrationshintergrund, die mit der deutschen Sprache Schwierigkeiten haben, sei diese Schulart ein wichtiger Faktor um zumindest 4 Mal in der Woche einen strukturieren Tag zu erleben. Ein warmes Mittagessen zuhause ist nicht für alle selbstverständlich, schildert Strauss aus dem Schulalltag von 150 Ganztagsschülern. „Das Catering mit der Lebenshilfe funktioniert hervorragend und die Kinder wissen das zu schätzen“. Danach steht dann natürlich Zähneputzen an – auch nicht selbstverständlich.
Aber auch hier gibt es einen Wehrmutstropfen: Immer wieder kommen Familien mit ihren Zahlungen ins Soll, so dass der Schulträger die Schule auffordert, die Kinder künftig am Essen abzumelden. Dies ist sowohl für den Abgeordneten als auch für die Stadträtin, die Mitglied im Schulträger- und Bildungsausschuss ist, nicht hinnehmbar. Es wurde extra ein Sozialfonds eingerichtet, damit diese Situation vermieden werden soll, informierten sie die Schulleitung und versprachen, sich noch einmal dem Thema anzunehmen.
„Es wäre ein Segen“, so Strauss, „wenn die Zuzahlungen für das Essen wegfallen würden“. Landtagsabgeordneter Jens Guth bestätige derartige Überlegungen derzeit in Rheinland-Pfalz.
Sozialarbeit wäre wichtig
Wichtig wäre Caroline Strauss auch Sozialarbeit an ihrer Schule. „Die Pädagoginnen und Pädagogen leisten hervorragende Arbeit“, lobt sie ihr junges Team, aber die können nicht alles auffangen. „Wir hatten dank einer Kooperation mit dem ALISA-Zentrum eine Sozialpädagogin für 10 Stunden in der Woche, die nun aber weggefallen ist.“ Es wäre schon sehr hilfreich, wenn die aufsuchende Jugendhilfe mit fixen Terminen an der Schule verankert wäre und auch eine Ausweitung der Förderstunden in einer Schule im Brennpunktbereich wäre wünschenswert.
Auch das Thema „Kinderarmut“ wurde angesprochen. „Wir erleben dies auch hier hautnah“, so Strauss. Aus diesem Grunde sei von den Pädagogen mit Eigenmitteln ein Kleiderfundus eingerichtet worden. Aber auch emotionale Armut sei vielfach erlebbar.
„Worms braucht weitere Ganztagsschulen“, resümiert Jens Guth (SPD) nach dem informativen Gespräch. Caroline Strauss sicherte dementsprechend zu allen interessierten Kolleginnen und Kollegen von Wormser Grundschulen hilfreich, beratend zur Seite zu stehen.
Patrick Sonek, Caroline Strauss und Jens Guth (von links)