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  • Fr., 31. Oktober 2014, 12:05 Uhr
    2. Künstler- und Kulturtreffen 2014 / Gallé: „Macht es selbst – und wir finden eine Form, euch zu unterstützen“

    Worms, die Kunst und das liebe Geld

    Wie in einem großen Wohnzimmer konnten Künstler und Kulturverantwortliche der Stadt und des Landes am Donnerstag im Chateau Schembs bei Wein & Brezel plaudern. Von links: Kulturkoordinator Volker Gallé, Walter Schumacher, Staatssekretär im Kultusministerium Rheinland-Pfalz, MdL Jens Guth (SPD), David Maier, künstlerischer Leiter des Jazz & Joy. Foto: Regina Urbach


    VON REGINA URBACH Zum 2. Künstler- und Kulturtreffen 2014 kamen Walter Schumacher, Staatssekretär im Kultusministerium Rheinland-Pfalz, Kulturkoordinator Volker Gallé und David Maier, künstlerischer Leiter des Jazz & Joy, auf Einladung von MdL Jens Guth (SPD) ins Chateau Schembs, um sich mit etwa 30 geladenen Gästen der Wormser Kulturszene über Kulturförderung und Perspektiven auszutauschen.

    Bei Weinen vom Weingut Schembs und Brezeln erläuterte zunächst Staatssekretär Schumacher Möglichkeiten der Projektförderung von Landesseite und versprach, Förderungsverfahren, etwa für den „Kultursommer Rheinland-Pfalz“ zu vereinfachen. Große Projekte wie die Nibelungenfestspiele oder Jazz &Joy müssten sowieso nicht um eine Förderung bangen. Er stellte die Frage in den Raum, ob es im Sommer nicht sowieso  schon ein ausreichendes Kulturangebot in der Region gäbe, was auf geteiltes Echo stieß.

    Spitzenrisikoabfederung für Kulturveranstalter
    Kulturkoordinator Gallé berichtete von Entwicklungen aus der Kulturszene in Worms und erläuterte das städtische Unterstützungsangebot einer Spitzenrisikoabfederung für Kulturveranstalter, die bei Bedarf – und nur dann – abgerufen werden könne. „Nicht alles kann von der Stadt gefördert werden“, betonte er. Er legt Wert auf ein Geben und Nehmen. So bietet das Foyer im Wormser Theater eine Ausstellungsfläche für 6-8 Ausstellungen pro Jahr für einheimische Künstler, mit Katalog und Werbung, aber ohne Honorar. Die Kulturnacht bietet auch angehenden Künstlern den Zugang zu einem Publikum von 2.000 Menschen; um Bühnen müssten sich die Performer selbst kümmern. „Oft sind an mich herangetragene Vorschläge darüber, was die Stadt machen soll, schon so durchdacht, dass ich antworte: Macht es selbst, wir finden eine Form, euch zu unterstützen.“

    Braucht Worms mehr Kulturangebot?
    Von Künstler- und Veranstalterseite wurde dennoch geäußert, es gebe bei der Kulturförderung noch „Luft nach oben“. David Maier zeigte sich von der umfassenden Mannheimer Musikförderung beeindruckt, die in Förderprojekten auch Integrationsaspekte einbezieht. Künstler wünschten sich von der öffentlichen Hand, dass sie ihnen „das Bett macht“. Horst Rettig vom Kunsthaus und Arno Schembs wiesen darauf hin, dass das kulturinteressierte Publikum aus Worms durchaus überschaubar geblieben sei (auf manchen Veranstaltungen nur 50-100 Besucher) und andere Gruppen durch Werbung nicht einfach interessiert werden könnten. Eher schon reisten treue Stammbesucher von weither an.

    Der Trend geht zu weniger Planbarkeit und damit mehr Risiko für kleine Privatinitiativen. Sei man früher von 50 Prozent Karten über den Vorverkauf ausgegangen, so entschlössen sich immer mehr Gäste kurzfristig für Veranstaltungen, berichtete Gallé. Davon können auch das Lincolntheater und Chateau Schembs ein Lied singen. Angesichts des Trends zu immer mehr Privatengagement im Kulturbereich – in Worms etwa durch Lincolnträgerverein, BlueNite-Initiative oder Festspielfreundeskreis – bleibt, wenn schon kein gemachtes Bett, eine helfende öffentliche Hand entscheidend. Projekte wie ein vorgeschlagenes Jugendkulturzentrum (zusätzlich zum Haus der Jugend) sind „nice to have“ – aber Jugendgruppen können auch bei einigen bestehenden Locations günstig Räume für Proben oder Konzerte mieten.

     

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