Mo., 21. Juli 2014, 15:20 Uhr
Welterstaufführung eines Oratoriums von Johann Mattheson am 10. August in der Friedrichskirche
Worms feiert Mattheson-Premiere
Wenn Werke von Johann Mattheson zur modernen Erstaufführung kommen, wird die Musikwelt hellhörig: Der Hamburger Komponist gehört zu den wichtigsten Vertretern der barocken Musikepoche in Deutschland. Als Domkantor, Musikschriftsteller und Komponist hat der vor 250 Jahren verstorbene Gelehrte die Musikentwicklung maßgeblich beeinflusst.
Am 10. August bietet sich in der Wormser Friedrichskirche ab 19 Uhr nun die höchst seltene Gelegenheit, einer Welterstaufführung beizuwohnen. Das Oratorium Chera, enstanden 1716 in Hamburg, kommt erstmals wieder zur Aufführung.
Im Regelfall sind solche Aufsehens erregenden Produktionen großen Festivals vorbehalten. Christian Bonath jedoch, gebürtiger Wormser und als Spezialist für Alte Musik mittlerweile auch international renommiert, hat einen Großteil der erst in den 90-iger Jahren wieder aufgetauchten Oratorien gesichtet. Seinen Forschungen und der editorischen Arbeit des Musikwissenschaftlers Steffen Voss ist es zu verdanken, das man nun in Worms Mattheson-Premiere feiern darf. Und das zum wiederholten Mal: 2014 kann Bonath nun schon das dritte Mattheson-Oratorium mit seiner Formation Pulchra musica und dem Ensemble Paulinum als Welterstaufführung präsentieren. Die Geschichte der Witwe Chera, die zuerst den Tod ihres Sohnes Nacerius beklagt, um ihn am Ende des Werkes von den Toten erweckt in die Arme schließen zu können, ist musikalisch von höchst erlesner Qualität.
Die Gesangspartien sind sehr anspruchsvoll, wurden sie doch für die Solisten der Hamburger Gänsemarktoper geschrieben. Auch dem Chor, bei Mattheson darf man von einer Minimalbesetzung von insgesamt 8 bis 10 Sängern ausgehen, ist sehr fordernd und bietet dem Zuhörer zahlreich packende Elemente. Im spannungsreichen Wechsel von Solo und Chor entsteht so ein mitreisendes Meisterwerk, das den Hörer in seinen Bann zieht.
Karten zum Preis von 10 Euro sind im Vorverkauf über die Kunsthandlung Steuer sowie die Buchhandlung Steuer zu beziehen, sowie an der Abendkasse für 12 Euro zu erwerben. Auf Grund der überregionalen Bedeutung sendet SWR 2 eingens ein kurzes Feature über die Aufführung.