
VON FLORIAN HELFERT | Vor 60 Jahren unterzeichnete der damals amtierende Wormser Oberbürgermeister Heinrich Völker gemeinsam mit Mayor James Brabazon, Lord Verulam, einen bis heute mit Leben gefüllten Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Städten Worms und St. Albans.
„Beide Städte haben eine bis in die Zeit der Kelten reichende Historie, beide verfügen über tief greifende und bedeutsame religiöse Wurzeln und beide Ortskerne werden von einem mächtigen Dom überragt“, begrüßte Oberbürgermeister Michael Kissel am Samstagmorgen im Herrnsheimer Schloss zur offiziellen Feierstunde. „Wir sind heute froh, dass die ursprünglich angedachte einfache Kooperation zwischen Schulen und kulturellen Einrichtungen zu einer offiziellen Städtepartnerschaft ausgeweitet wurde“, unterstrich das Stadtoberhaupt, wie sehr die – nur rund eine Dekade nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begonnene – Freundschaft zu schätzen sei.
Bedauern über Brexit
„Persönlich glaube ich, dass wir statt uns zu distanzieren viel enger kooperieren sollten“, bedauerte sein britischer Kollege Jamie Day im Amt des stellvertretenden Bürgermeisters von St. Albans als Liberaldemokrat das geplante Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union. Zugleich zeigte er sich im Beisein der Delegation aus England und des Wormser Partnerschaftsbeauftragten Hubert Listmanns zuversichtlich, dass die zahlreich geknüpften Freundschaften den Brexit überdauern dürften.
Bevor Geschenke ausgetauscht und sich die Gäste aus England in das Goldene Buch der Stadt eintrugen, verlas Valerie Goodyear-Burrow als Vorsitzende der St. Albans-Worms-Partnership zutiefst gerührt und nur mit stockender Stimme ein bereits vor vier Jahren beim Besuch zur Benennung der Wormser Partnerschaftsplätze verfasstes Traktat der Freundschaft.
Musikalisch wurde die Feierstunde von drei der insgesamt fünf zum Festival „Worms: Jazz & Joy“ angereisten Bands aus St. Albans begleitet.
Infobox: St. Albans
St. Albans liegt im Süden Englands, ungefähr 35 Kilometer nördlich Londons. Sie ist eine der frühesten erhaltenen städtischen Ansiedlungen und bildete unter dem Namen Verulamium bereits zur Zeit des Römischen Reiches eine große Siedlung. Heute trägt sie den Namen des römischen Legionärs Albans, des ersten christlichen Märtyrers auf britischem Boden.
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