Kranzniederlegung erinnert an Stadtzerstörung vom 21. Februar 1945 / „Nie wieder Krieg”
Worms in Schutt und Asche
An der Begräbnisstätte für die Opfer der Bombenangriffe legte Bürgermeister Kosubek einen Kranz nieder.
Es sollte als denkwürdiges Datum in die Stadtgeschichte eingehen, dessen Folgen das Stadtbild bis heute prägen: Am Morgen des 21. Februar 1945 ahnte noch niemand in Worms, wie der Tag enden würde. Um 19 Uhr erreichte Funkspruch „Die Verbände im Anflug auf den Raum Worms […]“ die Stadt. Knapp eineinhalb Stunden später war die Wormser Innenstadt nicht mehr wiederzuerkennen: In dem unvorstellbaren Inferno von 1.100 Sprengbomben und weit mehr als 100.000 Brandbomben und Kanistern mit Phosphor war die Nibelungenstadt von einem alliierten Bomberverband der Royal-Air-Force in Schutt und Asche gelegt worden. 239 Bürger verloren dabei ihr Leben, unter den Toten waren viele Kinder. Einem zweiten Angriff amerikanischer Verbände am 18. März desselben Jahres fielen weitere 141 Menschen zum Opfer. Zwei Drittel der Innenstadt, 25.000 Wohnungen und viele Monumente und Sehenswürdigkeiten, etwa die Dreifaltigkeitskirche, wurden zerstört.
In seinem bewegenden Buch „... und Worms lebt dennoch!“ beschreibt der Wormser Journalist Willi Ruppert die Ereignisse des 21. Februar 1945 mit den Worten „Der Abend senkt sich über Worms. Ein Abend wie viele in diesen letzten Monaten des Winters 1944/1945, unruhig, fiebrig und drohend. Die Stadt erwartet ihr Schicksal... Nach 19 Uhr hat der Funk den Anflug starker Bomberverbände auf den Raum „Berta/Dora“ gemeldet. Wird es heute sein? „Die Verbände im Anflug auf den Raum Worms...“, tönt es unheilvoll aus dem Lautsprecher. Längst ist Vollalarm. Die Menschen sind mit ihren Bündeln in die Keller geeilt, wie so oft in diesen letzten Monaten. Ausgestorben liegen die dunklen Straßen, als in der Ferne Scheinwerfer zu spielen beginnen. Dumpf und drohend rollen die Formationen heran, näher und näher. Am Südrand der Stadt blitzt das erste Richtungszeichen auf, gleich danach ein zweites. Zischend prasseln die Brandbomben und Kanister auf das Gebiet zwischen Horchheim und der Vorstadt. Unheimlich schnell wälzt sich die Feuerwelle auf die Stadtmitte zu.“
Eindrucksvolle Ansprache
In einer eindrucksvollen Gedenkansprache auf dem Wormser Hauptfriedhof mahnte Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek zur Bewahrung des Friedens und der Demokratie. „Die Schrecken des Zweiten Weltkrieges haben uns deutlich gemacht, was geschehen kann, wenn die Demokratie zugrunde geht. Deshalb müssen wir uns nachhaltig und engagiert für die Demokratie einsetzen, insbesondere aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Europa und in den USA“, unterstrich der Bürgermeister. Der Satz „Nie wieder Krieg“ sei bezeichnend für die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges, doch gehöre dazu auch, es nie wieder zu Bedingungen kommen zu lassen, die einen Krieg herbeiführen. An der Begräbnisstätte für die Opfer der Bombenangriffe legte Bürgermeister Kosubek im Beisein von politischen und öffentlichen Vertretern sowie Bürgern im Gedenken an alle in Kriegen Verstorbenen einen Kranz nieder.