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  • Mo., 04. April 2022, 12:11 Uhr
    Aktions-Wochenende: Nach verhaltenem Samstag besuchen zahlreiche Bummelanten die Nibelungenstadt am verkaufsoffenen Sonntag

    Worms lebte auf!

    Proppenvoll präsentierte sich die Innenstadt am Sonntag. Foto: Rudolf Uhrig


    VON RUDOLF UHRIG | April, April –  er machte seinem Namen an diesem ersten Wochenende des Monats alle Ehre.
    Am Samstag frostige Temperaturen, grau in grau der Himmel; und am Sonntag eben viele, viele Sonnenstunden und (fast) angenehme Temperaturen. So dass hier auch sein Name der Mythologie folgend „der die Erde öffnende Monat“ passte. Und er öffnete mit dem Wegfall der Pandemie bedingten bisherigen Maskenpflicht auch wohl die Gemüter und Herzen der vielen Besucher am verkaufsoffenen Sonntag zu „Worms blüht auf.“

    Während der Samstag eher verhalten war, gab es am Sonntag kein Halten mehr. Proppenvoll präsentierte sich die Kämmererstraße, der Römische Kaiser, die Hardt- und Hafergasse. Am Ludwigsplatz kaum Platz im Café, gleiches am Parmaplatz.
    Die Kennzeichen „GG, HP, ROK, KIB, HD, MZ und KH“ verrieten, da hatten auch viele Auswärtige den Weg nach Worms gefunden. Sogar eine Gruppe „Hardcore-Biker“ mit ihren Velos, die sie voller Matsch und Dreck für ein kleines Päuschen an der Dreifaltigkeitskirche ablegten. Sie kamen im wahrsten Sinne des Worms über Stock und Stein mit Muskelkraft in die Nibelungenstadt.

    Satte Frühlings-Rabatte
    Die Einzelhändler hatten sich einige Attraktionen einfallen lassen. Nicht nur, dass die Regale und Vitrinen mit der neuesten Frühjahrsmode und den Frühjahrstrends bestens gefüllt waren, gab es noch Rabatte obendrauf. Man sah ihn wirklich, den sprichwörtlichen „Tütenfaktor“, soll heißen, Besucher, die kräftig eingekauft hatten und sowohl mit der rechten wie auch linken Hand ihre Einkäufe durch die Innenstadt transportieren. Auch ein Käufer, der eine rostige, grünbepflanzte Weltkugel nach Atem ringend zum Auto schleppte.
    Die Elefantenhöfe lockten „im verborgenen Winkel“, der WEP-Parkplatz war gut gefüllt, wie auch der Media Markt und natürlich die Kaiserpassage, in der die fantasievollen, österlichen Aufbauten von Beate Michael-Lemke die Hingucker schlechthin waren.
    Musikalische Ständchen gab es an allen Ecken, ebenso wie leckere Bratwürste und Weine.

    Kaum Floristen vertreten

    Die Garten- und Landschaftsgärtner und Floristen suchte man allerdings vergebens. Coronabedingt hatten einige personelle Ausfälle zu verkraften; so dezimiert war eine Teilnahme wohl nicht zu stemmen. Daher blieben die Stadtgärtnerei, die Entsorgungsbetriebe mit ihren einfallsreichen „Pflanztöpfen“ in Form überproportionaler Kaffeetassen und einem lustigen Blumenmann auf dem Obermarkt, unter sich. Auf dem Lutherplatz war – wie gehabt – die Lebenshilfe der Dritte im Bunde. Thomas Selzer (Lebenshilfe) blickte schon ein bisschen traurig zurück, als er sagte: „Vor Corona hatten wir uns mit den ‚GaLaBaus‘ schöne Wettbewerbe geliefert, das fehlt uns schon!“

    Ein paar Meter weiter schaute Luther von seinem Sockel auf fröhliche Kinder, die die Hüpfburg bevölkerten oder sich an überdimensionierten Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielen vergnügten.
    Der eine oder andere Besucher nahmen auch in nagelneuen Autos Platz, denn traditionell lockten wieder einige Autohändler mit SUVs oder Cabrios zum Marktplatz.

    Fazit: Vielleicht nicht unbedingt „Worms blüht auf“ auf jeden Fall aber „Worms lebte auf…“ die Besucher genossen den herrlichen, verkaufsoffenen Sonntag sichtlich.

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