Mo., 19. Februar 2024, 11:15 Uhr
LiNo-Countdown: Am 26. Februar werden an der Kleinen Weide Bäume gerodet / Für jeden gefällten Baum werden zwei neue gepflanzt
Worms macht Platz für Quartierszentrum im Nordend
Die bisher ungenutzte Freifläche, auf der das städtische Unternehmen Wohnungsbau GmbH Worms im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt Grüne Schiene” das Quartierszentrum „LiNo“ errichten wird, beherbergt derzeit 24 Bäume. Sieben von ihnen können erhalten bleiben, die anderen werden für den bevorstehenden Neubau weichen. Eine Verordnung regelt, wie damit umgegangen wird: Baumfällungen sind – gerade in innerstädtischen Bereichen – ein oftmals unvermeidbarer Eingriff in die Natur, können aber gut kompensiert werden. „Das bedeutet, dass wir auf demselben Grundstück neue Bäume pflanzen werden, aber auch auf den umliegenden Spielflächen und an weiteren Stellen“, erklärt Kevin Julian Fuhr, Geschäftsführer der Wohnungsbau. „Mehr noch: Für jeden entfernten Baum pflanzen wir zwei neue – so geht der Stadt kein Grün verloren.“
Baustart im 2. Halbjahr geplant
Hintergrund ist das Quartiersprojekt „Leben im Nordend" – kurz „LiNo“ –, das ein Quartiers- und Beratungszentrum mit Café, die Spiel- und Lernstube, einen Quartiersplatz und 24 bedarfsgerechte Wohnungen umfasst. Doch bis der erste Bagger anrückt, um die Baugrube für den Neubau an der Kleinen Weide auszuheben, werden noch einige Monate vergehen. „Der Baubeginn ist zwar erst für das zweite Halbjahr geplant, aber wir müssen die Bäume jetzt schon entfernen“, so Wohnungsbau-Chef Fuhr. „So können wir direkt mit den Bauarbeiten starten, sobald alle Genehmigungen vorliegen.” Die Eile ist gesetzlich bedingt: Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes gibt vor, dass Baumfällungen zwischen 1. März und 30. September verboten sind – das gibt Vögeln während der Brutzeit Schutz.
„Wirtschaftlich herausfordernde Zeiten"
Mit „LiNo“ gehen die Stadt Worms und ihr Tochterunternehmen Wohnungsbau einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem besseren Nordend. Seit nunmehr rund zehn Jahren sind das Nordend und Teile von Neuhausen das Fördergebiet im Projekt „Soziale Stadt Grüne Schiene“, das durch das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ unterstützt wird. Ziel ist es, das Gebiet langfristig und nachhaltig aufzuwerten, um die Lebens- und Wohnverhältnisse zu verbessern. „Die laufende Restrukturierung der Wohnungsbau Worms stellt uns vor große Herausforderungen und wir haben wirtschaftlich herausfordernde Zeiten“, betont der Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsbau Waldemar Herder, „dennoch ist es uns ein Anliegen, unseren Sozialauftrag mit diesem Projekt `LiNo` zu unterstreichen.“