
Von Vera Beiersdörfer | Anlässlich des 175. Geburtstages der Sparkasse Worms-Alzey-Ried im Jahr 2013 wurde die Stiftung „Gut. Für die Region“ gegründet. Seitdem ist es Stiftungsziel, einen Teil des wirtschaftlichen Erfolges des Finanzinstitutes wieder an die Menschen in der Region zurückzugeben.
Heute übergaben daher die Vorstandsmitglieder Dr. Marcus Walden, Frank Belzer und Wolfhard Hensel im Beisein von Oberbürgermeister Michael Kissel in der Synagoge Fördergelder in Höhe von insgesamt 36.000 Euro an zwei Wormser Vereine.
Über einen Scheck in Höhe von 30.000 Euro freute sich Dr. Susanne Urban, Geschäftsführerin SchUM-Städte Worms e.V., die gestand, sprachlos gewesen zu sein, als sie von der Spendenzusage erfuhr.
„Ein großer Schatz“
„Die religiöse Identität von Worms mit dem katholischen Dom, als evangelische Lutherstadt sowie mit der Synagoge und dem Friedhof „Heiliger Sand“ als jüdisches Erbe sind ein großer Schatz“, erläuterte Dr. Marcus Walden die Entscheidung zur Förderung des Vereins. Gemeinsam mit den beiden anderen SchUM-Städten am Rhein (Mainz und Speyer) hatte sich Worms darum beworben, als UNESCO-Welterbe anerkannt zu werden.
Die 30.000 Euro werden in vier Teilprojekte des Vereins investiert. Zunächst soll, gemeinsam mit der Hochschule Worms, eine App entwickelt werden, die zwei der im Rahmen der UNESCO-Bewerbung stehende Monumente präsentiert. In einem Pilotprojekt werden der jüdische Friedhof sowie die zurzeit wegen Forschungen und Sanierungsarbeiten geschlossene Mikwe den Besuchern virtuell vorgestellt.
„Zudem planen wir einen etwa siebenminütigen Kurzfilm über die Geschichte und Rekonstruktion der Synagoge“, führte die Historikerin weiter aus. Als drittes Teilprojekt soll unter Beteiligung von Spezialisten während eines zweitägigen Workshops das Konzept eines jüdischen Besucherzentrums in Worms erarbeitet werden. „Hierbei werden auch die Kosten eruiert und geplant, sodass die Chancen der Bewerbung der UNESCO durch diesen Workshop und die konkreten Ideen ebenfalls steigen könnten“.
Schließlich werde ein Teilbetrag zur Erarbeitung neuer pädagogischer Ideen verwendet, die nicht den allgemeinen Alltag der Juden in den vergangenen Jahrhunderten in den Fokus stellen. Um sich ein Alleinstellungsmerkmal zu sichern, müsse Worms andere Zugänge wie Mythen und besondere Persönlichkeiten in den Fokus rücken.
„Die Erde teilen wir uns aber nicht nur mit Menschen verschiedener Kulturen, sondern auch mit Tieren und Pflanzen, denen wir ebenfalls mit Respekt begegnen sollten“, so Walden. 6.000 Euro wurden daher an Christiane Gumpert vom Tierschutzverein Worms Stadt und Land e.V. überreicht. Die Erste Vorsitzende des Wormser Tierschutzvereins war hoch erfreut und dankbar für die finanzielle Unterstützung: „Das Geld werden wir in den Neubau eines Kleintierhauses stecken“.
Nachdem das alte zu klein geworden war und nicht mehr den aktuellen Tierschutz-Richtlinien entsprochen hat, ist der Verein bereits seit einem Jahr daran, einen Neubau zu realisieren. Das neue Kleintierhaus soll über getrennte Bereiche für tag- und nachtaktive Tiere sowie eine Karantäne-Abteilung und großzügige Innen- und Außenbereiche verfügen. Des Weiteren sei eine inkludierte Tierarztpraxis vorgesehen. OB Kissel unterstrich abschließend, wie erfreut er über Partner wie die Sparkassen-Stiftung sei, die wichtige Anliegen in der Stadt unterstützen.
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