TIERGARTEN: Der „Freundeskreis Tiergarten e.V.“ feiert 30. Jubiläum / Achim Herb als unermüdlicher Motor und Vorsitzender seit der ersten Stunde
Worms wird wieder Wolf!
Der Wormser Tiergarten ist u.a. mit Kattas, Waschbären, Süddeutschen Kaltblütern, Kängurus, Flamingos oder Bentheimer Schweinen ohnehin schon einen Besuch wert – Die Rückkehr der Wölfe setzt einen Akzent mehr. Und wer weiß, was dem rührigen Verein noch einfällt… Archivfoto: Klaus Diehl
Von Robert Lehr › Hier sagen sich keineswegs Hase und Igel „Gute Nacht“ – die Umschreibung für „Hier ist nix los“ trifft mitnichten auf den Wormser Tiergarten zu, der schon seit Jahren erfolgreich einen deutlichen Schwerpunkt auf bedrohte Tiere der heimischen Fauna sowie hiesige seltene Nutztierrassen setzt.
Dass sich der Familienmagnet im Wormser Wäldchen bereits seit Jahren großer und noch stetig wachsender Beliebtheit erfreut, zeigt die Rekordmarke von 320.000 Besucherinnen und Besuchern im vergangenen Jahr.
Und die kommen auch aus dem größeren Umkreis, was schon die verschiedensten Nummernschilder auf dem Parkplatz zeigen.
Einen beachtlichen Anteil an diesem Erfolg hat der „Freundeskreis Tiergarten e.V.“, der am gestrigen Freitagabend im Kreise seiner Mitglieder, Tiergartenmitarbeiter, Freunde und Unterstützer seinen 30. Geburtstag in der – auch von ihm ermöglichten Tiergartenschule – würdig feierte.
Im Vorfeld des Jubiläums nahmen sich Achim Herb und Michaela Schmitt die Zeit, dem NK einen kurzen Rückblick, vor allem aber einen erfreulichen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten des Freundeskreises zu gewähren – und auf die darf man sich wieder freuen. Denn der Vorsitzende des „Freundeskreises Tiergarten e.V.“ und dessen Geschäftsführerin freuen sich auf die Umsetzung der nächsten Pläne sowie die Fertigstellung der bereits im Bau befindlichen Projekte.
Nicht ohne Stolz unterstreicht dabei Achim Herb, der dem Verein als 1. Vorsitzender und unermüdlicher Motor seit seiner Gründung vorsteht, dass der Erfolg des städtischen Tiergartens „auch unserem unerlässlichen Bestreben sowie dem unserer Förderer und Sponsoren zu verdanken ist“.
Zum Erhalt des Tiergartens beitragen
So habe man sich gegründet, um aktiv zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Wormser Tiergartens beizutragen und allen die gemeinsame Verantwortung zur Erhaltung von Natur und Umwelt in der Bearbeitung und Pflege erlebbar zu machen.
Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit stehe die „interaktive Auseinandersetzung mit dem Tier, „das nicht auf dem Präsentierteller angeboten werden soll, sondern entdeckt, belauscht, beobachtet und auch gestreichelt werden kann“, so Herb.
Die Motivation bei der Gründung und auch der heutige Anspruch seien in Bezug auf den Tiergarten noch immer das Fördern und Sicherstellen von Niveau, Qualität und Attraktivität, wobei gesteigerte Anziehungskraft die Bekanntheit und den entsprechenden Zulauf fördern.
In diesem Zusammenhang erinnert Herb an das Engagement des verstorbenen Rheinmöve-Gründers und großen Wohltäters Erich Breiding. Der Mitinitiator und anfängliche 2. Vorsitzende des Freundeskreis habe bereits kurz nach der Eröffnung des Tiergartens im Jahre 1972 die Gründung eines Unterstützervereines vorangetrieben.
Finanzielle und ehrenamtliche Unterstützung
Dass all diese Vereinsziele breite Unterstützung finden, unterstreicht Michaela Schmitt mit einigen Zahlen: „Derzeit hat der Freundeskreis rd. 500 Mitglieder, zusätzlich unterstützen ihn ungefähr 400 Tierpaten“. Achim Herb ergänzt: „In den zurückliegenden 30 Jahren wurde der Tiergarten durch uns mit ca. 5 Millionen Euro unterstützt“. Hinzu kämen 1,5 Millionen Euro an Arbeitsleistungen, die von der „Rentnertruppe“ ehrenamtlich geleistet worden seien.
Unerlässlich sei diese Unterstützung vor allem angesichts der knappen kommunalen Kassen, ergänzt Herb. Daher sei ein Freundeskreis, der finanzielle und tatkräftige Hilfe leiste, unbedingt nötig – auch in anderen Kommunen sei dies zwischenzeitlich die Regel, so der Vorsitzende.
Einer der Waschbären, liebevoll auch „Banditen“ genannt, in einem der neuen Häuschen. Foto: Revier Eurasien/Tiergarten Worms
Konstruktive Zusammenarbeit mit Tiergarten
Hier erwähnt Herb nur einige der Maßnahmen, die in enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Tiergarten realisiert wurden: Unzählige Bau- und Reparaturmaßnahmen wie die Tiergartenschule und verschiedene Gehege wie die Australien- oder Wolf-Anlage mit ihren Bewohnern, die Anschaffung von Gerätschaften, die Ausrichtung von Festen und anderen Veranstaltungen sowie die erfolgreichen Patenschaften. Die Liste sei sehr lang. Hier ergänzt Michaela Schmitt, dass gerade die Patenschaften einen wichtigen Beitrag leisten, um die Bindung zwischen Besuchern und Tiergarten zu festigen“. Herb und Schmitt betonen aber auch, dass selbst während der Corona-Einschränkungen der Freundeskreis in seinen Anstrengungen nicht nachgelassen und angedachte Vorhaben weiter vorangebracht habe.
Was jetzt zu erwarten ist!
Nach dem Jubiläum des Freundeskreises freuen sich Achim Herb, Michaela Schmitt sowie ihre Sponsoren und Mitstreiter jetzt u.a. auf das große Sommerfest am 13. und 14. Juli unter dem Motto „Wunderland – zauberhafte Tierwelt“ statt, das Jung und Alt mit einem bunten Programm und tierischen Hauptdarstellern lockt.
In dessen Vorfeld kündigten die beiden an, dass es momentan wieder aktuelle Vorhaben gebe, die im Idealfall bis dorthin zu bestaunen sein könnten: Früher seien die Wölfe einer der Magnete des Tiergartens gewesen, die aber heute schmerzlichst vermisst würden, ruft Michaela Schmitt in Erinnerung. Doch im Moment werde das Wolfsgehege, vom Freundeskreis finanziert, erneuert und in allernächster Zeit wieder von den scheuen Tieren bezogen. Dann könnten auch die überaus beliebten Wolfsnächte wieder stattfinden.
Mit einem neuen Anbau an die Kaninchen-Stallungen sowie einem großen dazugehörigen Auslauf zögen dort dann die in ihrem Bestand gefährdeten Marderkaninchen und Meißner Widder neu ein, so Achim Herb.
Heimische Reptilien und Amphibien ziehen ein „Bedauerlich“, so Achim Herb, „ist, dass die Polarfüchse den klimatischen Bedingungen der steigenden Temperaturen nicht mehr gewachsen sind“. Und so werde derzeit deren altes Domizil zu einem Biotop für heimische Reptilien und Amphibien umgestaltet. Das Beste dabei ist: Noch bevor der Umbau wirklich gestartet habe, erkor sich eine Ringelnatter das neue Habitat als Wohnung. „Wir scheinen also den richtigen Riecher gehabt zu haben!“, freut sich Michaela Schmitt.
Alle laufenden und noch bevorstehenden Erweiterungen, Neugestaltungen und Neubesetzungen von Tieren werden überwiegend vom Freundeskreis finanziert!