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Fr., 10. April 2015, 00:47 Uhr
Am 1. Mai werden sich in der Innenstadt höchstwahrscheinlich NPD-Anhänger und Gegendemonstranten gegenüberstehen / Böse Erinnerungen an 2005
Wormser Bürger wehren sich gegen NPD-Demonstration
Gegendemonstranten bei einer NPD-Kundgebung in Worms. Foto: Gernot Kirch
VON GERNOT KIRCH Der Stadt Worms und seinen Bürgern steht wahrscheinlich ein unruhiger 1. Mai 2015 bevor. Der Grund dafür ist eine geplante NPD-Demonstration und bereits angekündigte Gegendemonstrationen. Dabei werden bei vielen Wormser Bürgern böse Erinnerungen an das Jahr 2005 wach, als es im Umfeld des Bahnhofs bei ähnlich gelagerten Veranstaltungen zu schweren Ausschreitungen kam.
Während in der Stadt Worms bisher noch kaum ein Bürger von den Demonstrationen Notiz nahm, herrscht in den sozialen Netzwerken, also etwa im Internet, schon ein intensiver Austausch über die Demonstrationen. Und dies sowohl bei Gegendemonstranten wie bei NPD-Anhängern.
Breiter Widerstand der Bürger
Viele Wormser Bürger, Kirchenvertreter und Gruppierungen trafen sich im Laufe der Woche, um den Protest gegen die geplante NPD-Demonstration zu organisieren. Einigkeit herrschte bei den Anwesenden, dass man kein 2005 wolle und es zu einem friedlichen Widerstand kommen soll. Zielsetzung sei es aber, dass der Widerstand von einer breiten Basis der Bevölkerungen getragen wird und sich möglichst viele Wormser an den Gegendemonstrationen beteiligen. Man lade daher alle Bürger ein, bei der friedlichen Gegendemonstration mitzumachen und Zivilcourage beweisen. Der NPD solle gezeigt werden, dass sie in der Nibelungenstadt unerwünscht ist und die „Stadt der Religionen“ für ein weltoffenes, tolerantes und friedliches Miteinander der Menschen stehe.
Tag der Arbeit
Der Wormser DGB-Chef, Wolfgang Mayer, erläuterte den bisherigen Sachstand. So werde der DGB den 1. Mai, also den Tag der Arbeit, um 10 Uhr mit der traditionellen Maikundgebung beginnen. Anschließend soll ein friedlicher Demonstrationszug zum Bahnhofsvorplatz erfolgen. Dort wolle man den NPD-Anhängern in friedlicher Form entgegentreten. Die DGB-Veranstaltung stehe daher auch unter Motto: „Worms steht auf für Menschlichkeit.“ Man wolle sich, so Wolfgang Mayer, mit der NPD auseinandersetzen und sie etwa mit Sprechchören auffordern, Worms zu verlassen. Momentan würden rund 100 NPD-Anhänger erwartet.
Prominente Teilnehmer
Einhellig war auch die Meinung bei dem Koordinierungsgespräch, dass möglichst Prominente gewonnen werden sollen, die sich an der Gegendemonstration beteiligen. Hier wurde etwa Malu Dreyer, der Innenminister Roger Lewentz, Oberbürgermeister Michael Kissel oder die Bundestagsabgeordneten der Region genannt. Heiner Boegler vom Bündnis gegen Nazi-Aufmärsche schlug vor, Demonstrationsbeobachter einzusetzen, die das ganze Geschehen verfolgen und dokumentieren sollten. Dies könnten etwa die Mitglieder des Stadtrates sein. Bemängelt wurden die bisherigen Absprachen mit dem Ordnungsamt. Hier solle noch einmal das Gespräch gesucht werden. Der Schlüssel zum Erfolg sei aber, dass es gelingt, möglichst viele Bürger zu mobilisieren, an der friedlichen Demonstration teilzunehmen. Nur so könne ein deutliches Zeichen gesetzt werden, dass man Worms nicht der NPD überlasse, erklärte Heiner Boegler