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Mo., 16. September 2013, 07:42 Uhr
Dr. Gaulrapp-Pinck: Medizinische Versorgung auf dem Land wird schwieriger und Wege werden weiter / Heppenheimer Allgemeinmediziner sieht aber auch Lichtblicke / CDU-Verbände im Eisbachtal machen sich stark für Pflegeberatung direkt in Gemeinden
Wormser CDU-Ortsverbände im Eisbachtal zeigen Chancen auf für künftige medizinische Versorgung im ländlichen Raum
Einem schwierigen Thema angenommen haben sich die CDU-Ortsverbände im Eisbachtal, zu denen die CDU Verbände Heppenheim, Horchheim, Weinsheim und Wiesoppenheim gehören. Sie wollten wissen: Wie ist es um die ärztliche Versorgung in Wormser Vororten in Zukunft bestellt? Worauf muss man sich einstellen? Der stellvertretende Heppenheimer Ortsvorsteher Hans-Adolf Brenner hatte daher zu dem jüngsten Treffen der Wormser Eisbachtal-CDU-Fraktionen drei Referenten in die Ortsverwaltung eingeladen, Dr. Peter Gaulrapp-Pinck, Allgemeinmediziner in Heppenheim, sowie Rita Bollinger und Alexandra Schreiber, die Einrichtungen des Caritasverbands Worms leiten.
Ärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten generell schwieriger
Dr. Peter Gaulrapp-Pinck machte deutlich: „Die ärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten wird generell schwieriger und die Wege werden weiter“. Dennoch wollte der Mediziner, der in Heppenheim eine Praxis unterhält, nicht alles düster sehen. Mit Blick auf Bundesgesetze, die bereits beschlossen, aber noch nicht alle umgesetzt seien, sagte er: „Es gibt Lichtblicke“. Umfragen belegten, dass nur noch jeder fünfte Nachwuchs-Mediziner bereit sei, auf Dauer eine Praxis auf dem Land zu führen. Hiesige Ärzte müssten sich daher früh Gedanken um die Nachfolge machen. Gleichwohl werde es Ärzten leichter gemacht, Praxis-Gemeinschaften und -Verbünde zu gründen. So seien Ärzte von der „Residenzpflicht“ befreit, müssten also nicht mehr an dem Ort wohnen, an dem sie praktizieren. Ein Zusammenschluss mehrerer Praxen sei wirtschaftlicher, weil beispielsweise Verwaltungsaufgaben gemeinsam bearbeitet werden könnten.
Auch komme diese Form dem Wunsch vieler junger Ärzte und Ärztinnen entgegen, die lieber angestellt oder in Teilzeit beschäftigt sein wollten. Der Arzt als Einzelunternehmer werde immer seltener. Applaus erhielt Gaulrapp-Pinck, als er versicherte, dass er seine Praxis in Heppenheim „die nächsten sieben Jahre“ auf jeden Fall halten werde oder für eine Nachfolge sorge. Er wies auch darauf hin, dass für den Raum Worms ein Zulassungsstopp für Ärzte bestehe: „Es gibt also insgesamt genug Ärzte – das Problem ist die Verteilung“. Als weiteres aus seiner Sicht positives Beispiel nannte Dr. Gaulrapp-Pink den geplanten Einsatz von medizinischen Fachkräften, die eigens weiter qualifiziert würden, um eigenständig, aber in Kooperation mit dem Hausarzt, Hausbesuche zu übernehmen. Gaulrapp-Pinck beklagte aber, dass Lösungsansätze in der Umsetzung verzögert würden von Lobbygruppen, wie etwa Versicherungen.
Mit Informationen zur Aktion Trillerpfeife
Alexandra Schreiber und Rita Bollinger informierten über die umfangreichen Leistungen der Caritas, und über deren neue „Aktion Trillerpfeife“ für mehr Nachbarschaftshilfe. Viele Fragen kamen zur Pflegeversicherung und die Einstufung in Pflegestufen. Bollinger belegte an Beispielen, wie schwierig es ist, als Laie die korrekten Formulierungen zu finden bei der Beantragung. „Wichtig ist, dass man sich vorher beraten lässt“, sagte sie. Ortsvorsteher Karl-Otto Fischer regte daher an, dass eine solche Beratung in Heppenheim regelmäßig stattfinden sollte, wofür auch ein Raum in der Ortsverwaltung zur Verfügung gestellt werden könne. Auch die übrigen Vertreter aus den anderen Eisbachtal-Gemeinden meldeten Interesse an für ihre Orte. Nun soll im Detail geplant werden, wie eine regelmäßige Beratung vor Ort umgesetzt werden kann.
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden Themen besprochen, wie die CDU-Verbände der Wormser Eisbachtal-Gemeinden künftig noch stärker zusammen arbeiten können. So will man bei Umzügen und Festen für das nächste Jahr einen klare Regelung vereinbaren, nach der man sich unterstützt und will eventuell auch einen gemeinsamen Umzugswagen stellen.
Parteien nicht aussperren
Für erheblichen Unmut sorgte die Tatsache, dass in Weinsheim der Kerweausschuss in diesem Jahr nicht erlaubt hat, dass Parteien am Umzug teilnehmen. Wiesoppenheims CDU-Chef Peter Rissberger sagte, es dürfe nicht sein, dass demokratische Parteien, die ja auch Sprachrohr der Bevölkerung seien, ausgesperrt würden, zumal dieses Verbot für Bürgerinitiativen nicht so streng gehandhabt werde. Weiter verfolgen will man den Vorschlag, bei der nächsten Kommunalwahl für die Wormser Gemeinden im Eisbachtal nur noch wenige und fest vorgegebene Flächen oder Tafeln für Wahlwerbung zuzulassen. Die Materialschlacht, die im derzeitigen Wahlkampf ein bestimmter politischer Mitbewerber liefere, habe Maß und Ziel verloren. „Statt viel Geld dafür auszugeben, dass die gleichen Köpfe noch öfter auf Plakaten zu sehen sind, ist es besser, das Geld für einen guten Zweck zu spenden“, hieß es.