Autorin Dr. Ellen Bender, hier mit dem neuen Jahrbuch, entführt die Leser diesmal ins Worms der frühen Neuzeit, in der Siegfried in der Stadt allgegenwärtig war. Wer Lust auf mehr hat, kaufe sich das Heimatjahrbuch (8,- beim Wormsverlag) oder sei auf das „Seyfriedspiel“ am 9. Mai nächsten Jahres im Lincolntheater vertröstet. Foto: Regina Urbach
Von Regina Urbach. „Helden und Legenden“- so einfach und so schwierig ist das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2015, auch Fokusthema das Heimatjahrbuchs. „Eigentlich dachte ich, in unserer mit Heldensagen reich gesegneten Stadt ist das ein Selbstgänger“, berichtete Redaktionsleiterin Ulrike Schäfer anlässlich der Herausgabe am Samstag. „Doch dann fragten wir uns: Wer oder was ist überhaupt ein Held?“ Heraus kam ein breites Spektrum an Helden. Zum einen bleibt natürlich Siegfried DER Wormser Held - nicht nur des Nibelungenlieds, sondern auch frühneuzeitlicher Geschichten. Im 15. bis 17. Jahrhundert wurden aus heutiger Sicht rührende Grabungen nach Siegfrieds Grab durchgeführt. Das zeigte Autorin Ellen Bender in ihrem Beitrag und als Vortrag mit Bildern. Ein Schmankerl für Siegfried-Fans gibt es nächstes Jahr: Am 9. Mai wird die Referentin ein historisches Siegfriedspiel im Lincolntheater im Rahmen von „wunderhoeren“ aufführen.
OB Michael Kissel erinnerte in seiner Ansprache zum Thema „Helden“ an den aktuellen, selbstlosen Einsatz der jungen Wiesbadener Studentin Tugce. Die Hunderttausenden Beileidsbekundungen hätten ihn sehr bewegt: „Sie fordern uns alle dazu auf, nicht wegzuschauen, sondern uns gemeinsam zu engagieren, wenn Kinder bedroht werden.“ Er dankte der Redaktion für ihre ehrenamtliche Arbeit und den Autoren für ihre Verbundenheit mit der Stadt.
Redaktionsmitglied Vera Panhoff stellte den Beitrag von Joachim Schalk über die Geschichte des Wormser Festhauses mit Bildern vor, und Margit Knab talkte mit dem Autor des kürzlich im Wormsverlag erschienenen Buchs „Auf den Spuren Piroschkas“. Weitere „Helden“ des Jahrbuchs sind der neue Festspiel-Intendant Nico Hofmann im Interview (Ulrike Schäfer: „sehr lesenswert!“), die Fastnachts-Antihelden in der Bütt, Sophie von Heyl oder der in Worms geborene Möbeldesigner Wladimir Kagan. Helden wurden inszeniert von Regisseurin Kirsten Zeiser, dem Künstler Markus Lüperz (Ausstellung im Heylshof) oder von den Wormser Lehrern Hartwig Lehr und Markus Wallenborn in ihrer Märchenoper „Der verbotene Garten“. Über all dies finden sich Beiträge.
2016 heißt das Kultursommerthema „Rheinhessen“. Alle, die gerne einen Beitrag schreiben würden, sind als Autoren für das Jahrbuch der Bürger willkommen. Wer nicht selbst schreiben möchte oder kann, dem hilft die Redaktion.